Antisemit der Woche: Türkischer Außenminister Hakan Fidan erklärt Israel zum „Problem für die gesamte Menschheit“
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In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unser Preisträger Hakan Fidan.
Seit Recep Tayyip Erdoğan Präsident der Türkei ist, steuert das Land einen antiisraelischen Kurs. Erdoğan selbst äußert sich immer wieder äußerst feindselig. Und jetzt denkt und redet Außenminister Hakan Fidan da ganz ähnlich wie sein Herr und Meister. Für den ehemaligen Geheimdienstchef ist Israel eine „Besatzungsmacht“, die palästinensisches Land stehle; der Terror-Überfall vom 7. Oktober 2023 sei eine Folge der Besatzung und Siedlungspolitik gewesen.
Ziel der Regierung in Jerusalem sei, so Fidan, Gaza „palästinenserfrei“ zu machen. Als wäre der Nahe Osten eine Oase des Weltfriedens, wo sich die Staaten nicht seit Jahrzehnten gegenseitig bekriegen und Terrororganisationen aus dem Boden schießen, meint Fidan, Israel betreibe eine „Genozid-Politik“ und „Expansionismus“, die die größte Bedrohung für die Stabilität (!) im Nahen Osten darstelle.
Der Staat der Juden als Menschheitsproblem?
Da überrascht es nicht, dass Hakan Fidan die Hamas nicht als Terrororganisation, sondern als Widerstandsbewegung betrachtet und deren Vertreter regelmäßig trifft. Früher besuchte er den Hamas-Führer Ismail Haniyeh, der nicht mehr unter den Lebenden weilt, in Katar, und in Ankara trifft er sich regelmäßig mit Khalil al-Hayya und Muhammad Darwish vom Politbüro der Hamas.

Hakan Fidan besucht Hamas-Politbüromitglied Khalil al-Hayya.
Die Terrorattacken der Hamas auf Israelis blendet Fidan in seinen Reden stets aus, ebenso wie die der Hisbollah, und erweckt damit den Eindruck, der jüdische Staat greife in Gaza oder im Libanon aus Jux und Tollerei an („Israel weitet seinen Völkermord in Gaza nun auf den Libanon aus“). Das sieht die libanesische Regierung, die die vom Iran gesteuerte schiitische Islamisten-Miliz gern loswerden würde, ganz anders.
Vor wenigen Tagen toppte der türkische Außenminister seine israelfeindlichen Äußerungen noch einmal, indem er im Interview mit CNN Türk die Parole „Die Juden sind unser Unglück“ mit folgenden Worten anders ausdrückte:
„Aber jeder weiß es und spürt es. Es [Israel] ist ein Problem der gesamten Menschheit. So sollte man es bezeichnen. Diese Menschen sind zu einer Last geworden, die die Menschheit nicht länger ertragen kann.“
Der Staat der Juden als Menschheitsproblem – das war sogar der außenpolitischen Sprecherin der Linke-Fraktion im Bundestag, die sonst ebenfalls von der „rechtsextremen Regierung Netanjahus“ und einem „Genozid in Gaza“ spricht, zu viel: Fidans Äußerungen seien „entmenschlichend und brandgefährlich“, sie sprach von „antisemitischen Ressentiments“. Außenminister Johann Wadephul nannte Fidans widerliche Worte „völlig unangemessen“.

Bei X zog die CDU-Politikerin Gitta Connemann einen passenden Vergleich.
Ankläger mit Völkermordvergangenheit
Anlass für Fidans Äußerung war Israels formelle Anerkennung des türkischen Völkermords an den Armeniern ab 1915. Die türkische Regierung sprach von einem politischen Vergeltungs- und Ablenkungsmanöver, um „die eigenen Verbrechen zu vertuschen“.

Außenminister Fidan im Interview bei CNN Türk.
Wenn er nicht gerade Israel als Destabilisierungsfaktor im Nahen Osten oder gar als Belastung für die gesamte Menschheit bezeichnet, betont er gönnerhaft, die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern könne man anstreben, wenn Israel doch bloß aufhören würde mit der „Besatzung“, wobei er die Übergabe von großen Teilen des Westjordanlandes an die Palästinenser (Autonomiegebiete, die ohne den intensivierten Terror gegen den jüdischen Staat längst einen Staat bilden könnten) und die komplette Räumung des Gazastreifens 2005 gepflegt ignoriert.
Geschichtsklitterndes Gerede
Auch sein vermeintliches Eintreten für eine Zwei-Staaten-Lösung verkennt die Sachlage. Wenn Fidan palästinensische Staatlichkeit auf der Basis der „Grenzen von 1967“ als einzig anerkannte Lösung verkaufen will, sagt er das, obwohl er weiß, dass es damals keinen Palästinenserstaat gab, so wenig wie vorher. Der Gazastreifen war von 1948 bis zum Sechstagekrieg von Ägypten besetzt und verwaltet, das Westjordanland von Jordanien annektiert. Angesichts all der Gebiete, die Israel nach Kämpfen mit arabischen Armeen oder Terrorgruppen geräumt hat, ist auch Fidans Vorwurf des „Expansionismus“ ziemlich lächerlich.
Doch mit solchen Unterstellungen arbeiten alle Feinde Israels, da fällt Hakan Fidan nicht aus dem Rahmen. Was er jedoch gerade sagte, hat noch einmal eine andere Qualität. Denn: Wer wie der Muslimbruderschaft nahestehende Fidan den jüdischen Staat zum Problem der Menschheit erklärt, zur Belastung, die es loszuwerden gilt, ruft implizit zu seiner Abschaffung auf. Dafür wird er beim nächsten Treffen mit dem Hamas-Politbüro sicher ein großes Lob einheimsen.
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