288.000 zogen schon ins Ausland: Deutschlands Leistungsträger wollen weg
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Die Zahl deutscher Auswanderer ist so hoch wie nie zuvor – im vergangenen Jahr sind mehr als 288.000 Deutsche ins Ausland fortgezogen. Das berichtet die Welt und zitiert Erhebungen des Statistischen Bundesamtes Destatis. Neben den USA ist die Schweiz mit dem Finanzplatz Zürich das Lieblingsziel der Deutschen.
Bisher gingen Experten davon aus, dass die meisten der Auswanderer wieder nach Deutschland zurückkehren. Neue Zahlen lassen aber Zweifel aufkommen. Sie zeigen vor allem eines: Spitzenverdiener planen nicht, zeitnah wieder zurückzukommen. Das stellte das Job-Portal Indeed in einer repräsentativen Umfrage unter 1000 Beschäftigten fest. Zwei Drittel der Deutschen denken der Erhebung zufolge allgemein über einen Job im Ausland nach. 30 Prozent sahen sich schon konkret nach Stellen um oder schrieben Bewerbungen. Unter den Auslandsinteressenten sagten mehr als drei Viertel (77 Prozent) aus, für mehrere Jahre oder dauerhaft wegziehen zu wollen.

Deutsche Auswanderer zieht es in die ganze Welt. (Symbolbild)
Wer mehr als 6000 Euro verdient, den zieht es ins Ausland
Neu ist, so berichtet die Welt, wie deutlich die Zahlen den Trend zur Auswanderung unter den Top-Kräften belegen. Laut Indeed war der Anteil an Spitzenverdienern, die wegziehen wollten, besonders hoch. Wer ein Haushaltseinkommen von 6000 Euro oder mehr hatte, sagte in der Umfrage in 54 Prozent der Fälle, sich in den vergangenen 12 Monaten im Ausland beworben oder den internationalen Stellenmarkt sondiert zu haben.
Die Länder, die in den Suchanfragen von Indeed auf das größte Interesse stoßen, sind die USA (14,4 Prozent der Anfragen), die Schweiz (13,6 Prozent) und Großbritannien (13,6 Prozent). Laut Indeed werden dort klassische Bürojobs etwa im Marketing gesucht, viele Anfragen gäbe es aber auch für Berufe in den Branchen Tech, Hotel und Logistik. Die Vorteile Deutschlands hingegen finden sich häufiger in den Kategorien, die für Top-Kräfte typischerweise eher uninteressant sind: 60 Prozent der Befragten nannten das soziale Umfeld, der zweitgrößte Pluspunkt war der arbeitsrechtliche Schutz – und damit eher Sicherheits- als Wachstumsbringer.
Laut Destatis kamen vergangenes Jahr 97.000 Deutsche weniger zurück als fortgingen – der schlechteste Wert seit 2017. Unter den Personen ohne deutschen Pass zogen hingegen deutlich mehr Menschen zu als weg – mehr als 200.000.
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