Dieter Bohlen rechnet hart mit der Regierung ab: „Mir ist jetzt auch klar, warum das PO-litik heißt – weil die fürn Arsch ist!“
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Dieter Bohlen rechnet ab – immer härter, immer deutlicher. Und doch berichtet fast niemand darüber.
Schon am 24. Juni sprach der Musikproduzent im „Kettner-Edelmetalle-Podcast“ wieder einmal über seine Herzensthemen: die Unfähigkeit der Regierung, mit Geld umzugehen, die Arroganz der Mächtigen. Berichtet hat darüber kaum ein Medium. Dabei wird die Wortwahl des 72-Jährigen immer drastischer: „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man in diesem Land verschiedene Meinungen zulässt (…) Entweder ist man ein Schwurbler, oder man ist rechtsradikal oder linksextremistisch. Kann doch jeder seine Meinung haben.“
Er selbst habe aufgrund seines finanziellen Backgrounds keine Angst, sich frei zu äußern. Er wirtschafte umsichtig, was man von der Bundesregierung nicht behaupten könne. Bohlen dazu:
„Die Politiker zeigen von morgens bis abends, jedes Jahr wieder: Sie können nicht mit Geld umgehen. Wir könnten 99 Prozent Einkommenssteuer haben, wir könnten 1000 Prozent Vermögenssteuer haben, wir könnten Enteignungen haben, wer weiß was – die würden nicht mit dem Geld auskommen.“
Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen
Die gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Medien sieht Bohlen, der mit Unterbrechungen seit Jahrzehnten bei RTL unter Vertrag steht, kritisch: „Das ganze Ding ist völlig aus der Zeit gefallen, die Leute wissen das immer gar nicht: Die ganzen Privatsender RTL, Sat.1, ProSieben kriegen von diesen 8 Milliarden ja null. Die müssen sich ja selbst finanzieren über die Werbung. Und die ganzen 8 Milliarden gehen ja auf ZDF und auf ARD, die ein Programm machen, das eben nicht völlig unabhängig ist. In den ganzen Gremien sitzen ja CDU-, SPD-Leute drin, die natürlich auch immer nur ihre Meinung promoten. Das öffentliche Fernsehen und Radio sollten ja eben deshalb finanziert sein, um unabhängig zu sein. Ist es aber nicht. Die haben ihre eigene Meinung und pushen ihre eigenen Themen.“
Bohlen legt mit seiner heftigen Kritik sogar noch nach: „Wenn die ein Interview machen und wollen ihre Meinung haben, dann fragen die ganz zufällig irgendwelche SPD-Politiker, CDU-Politiker - und kriegen dann natürlich durch Zufall genau das, was sie hören wollen. Da können sie ja gleich Schauspieler hinstellen und ihre Sendung machen. Als jemand, der im Fernsehen herumrennt, sage ich: Es ist Meinungsmache hoch 100.“
Liebe zu Deutschland
Bohlen lebt in der Gemeinde Tötensen, 22 Kilometer von Hamburg entfernt, und verbringt viel Zeit auf Mallorca. Befragt, warum er Deutschland immer noch nicht den Rücken zukehrt, sagt er: „Weil ich dieses Land liebe. Jedes Mal, wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme, und ich sitze da auf meinem Dorf, ich rieche den Boden, ich rieche den Wald da, mal ist es kalt, in den letzten Wochen hat es die ganze Zeit geregnet, ich liebe auch das Scheißwetter (…) Eigentlich ist das Land ja wirklich mega. Der Grund, den wir hier haben – das ist ein schönes Land, da sollte man alles für machen. Machen wir aber leider nicht.“
Was Bohlen an Deutschland nicht vermisst, wenn er auf Mallorca weilt? „Die ganze Politik, die in Deutschland abgeht im Moment. Mir ist jetzt auch klar, warum das PO-litik heißt: Weil die fürn Arsch ist, von dem Wort PO. So muss die richtige Übersetzung wohl sein.“
Die AfD steht in aktuellen Umfragen bundesweit bei knapp 30 Prozent. Dennoch wird sie immer noch verteufelt. Bohlen dazu: „Das müssen doch auch die Bürger selber wissen, wen sie wählen. Man kann doch nicht immer sagen: Wenn Du die wählst, dann bist Du auch rechtsradikal. Ich kenne genug Leute, die AfD wählen, die sind alles andere, aber nicht rechtsradikal.“

Der Pop-Titan äußert sich immer wieder über die Politik in Deutschland.
Er wünsche sich, dass die Politik das täte, was für die Bürger in Deutschland am besten ist, so Bohlen. Warum sie das nicht tut? „Es geht natürlich nur um Macht! Die wollen alle an der Macht bleiben. Und deshalb wird natürlich auch so eine AfD beiseitegeschoben. Da fragt man sich: Warum machen die das mit Brandmauer, warum machen die den ganzen Scheiß – ja, weil die an der Macht bleiben wollen (…) Weil’s ihnen nicht darum geht, was ist gut für die deutschen Bürger? Sondern, denen geht es um: Ich muss es irgendwie schaffen bis zur nächsten Legislaturperiode. Dann krieg ich bis ans Lebensende meine Pension, da krieg ich ’nen Sekretär, da krieg ich ’nen Geschäftswagen, alles tutti. Darum geht’s. Da sagt sich keiner, obwohl sie das schwören aufs Grundgesetz: Ich muss morgen aufstehen und mir überlegen, was ist für Deutschland, für mein Land gut. Die Bürger sind denen scheißegal!“
Einige wenige Parteien hätten sich schon immer untereinander an der Spitze abgewechselt und würden jetzt versuchen, das beizubehalten. „Wie krank ist das? Angenommen, in Berlin reicht CDU/SPD nicht mehr aus. Da würde ja jeder normale Mensch denken: Da geht die CDU mit der AfD. Aber nee, machen sie nicht! Die CDU würde mit den Linken eine Koalition bilden. Wie gaga ist das? (…)“
Wirtschaftspolitik im Fokus
Bohlen ärgert sich über die europäische Wirtschaftspolitik, über hohe Zinsen, die Unternehmen und Verbraucher nachhaltig schwächen. „Die einfachsten Sachen kann ich nicht mehr rational nachvollziehen, wie so ’ne EZB (Red.: Europäische Zentralbank) sowas macht. Dazu Fehlentscheidungen aus Brüssel und natürlich auch unser Obercrack Merz und Konsorten, das kann man als normaler Mensch, der nachdenken kann und ein normales Gefühl hat, nicht nachvollziehen.“
Den Grund meint der Musiker zu kennen: „Das liegt, glaube ich, natürlich auch daran, dass die Leute, die uns da führen, keine Ahnung haben. Die haben das ja nicht gelernt. Da hat keiner irgendwie Ahnung. Die meisten im Parlament haben gar nichts gelernt, keine Ausbildung außer Plakatekleben und da irgendwie ein bisschen mitzumischen. Und viele Angriffe, die der Klingbeil um die Ohren kriegt, lacht der ja nur weg, obwohl das wirklich stimmt.“
Im Podcast geht es auch um Geldanlagen und Wirtschaftspolitik. Den digitalen Euro könne man nicht verhindern, so Bohlen. Doch die Digitalisierung des Geldes sieht auch er kritisch, weil das Kontrolle über die Bürger bedeuten kann:
„Auf einmal wirst Du sanktioniert, hast kein Bankkonto mehr, keinen Zugriff mehr, kannst deine Miete nicht mehr bezahlen. Dann bist Du tot. Lebend, aber tot.“
Als vorbildliches Land nennt Bohlen die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie. Er glaube nicht, dass Friedrich Merz seine schlechte Politik böse meine. Er habe nur völlig den Kontakt zu den Leuten verloren. Hier widerspricht ihm sicher nicht nur sein Podcastpartner Dominik Kettner.
Das Land der Dichter und Denker? Das war mal
Laut Bohlen sind wir vor allem ein Land der Laberer: „Dieses ganze Rumgelaber, das erinnert mich immer so ein bisschen an Deutschlands Walrettung. Da liegt ein sterbender Wal, und erstmal wird vier Wochen gelabert – so lange, bis man irgendeine Entscheidung trifft. Und der Wal, der ist natürlich irgendwann tot.“
Bohlens Tipps für die Bürger: selbst denken, selbst machen, skeptisch gegenüber der Regierung bleiben. „Von dem Ding muss man mal runterkommen, dass man glaubt, dass die uns besser führen können oder was besser machen. (…) Der Staat sagt ja immer mehr: Ich will noch mehr, lass mich das noch machen. Die Staatsquote wird immer höher. (…) Wir müssen selber denken, was für uns gut ist und denen dann die rote Karte geben, die alles falsch machen.“
Auf die Abschlussfrage „Vermögenssteuer oder Auswandern?“ antwortet Bohlen: Auswandern.
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