Brandanschlag und Stromausfall: Tesla-Werk nahe Berlin steht weiterhin still
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Am Dienstagmorgen haben Öko-Extremisten der „Vulkangruppe“ einen Anschlag auf das Teslawerk in Grünheide verübt. Wie die Märkische Allgemeine berichtet, wurde ein Stromausfall in der Nähe der Tesla-Gigafactory gemeldet, der einen Einsatz von Feuerwehr und Polizei in Grünheide zur Folge hatte. Unbekannte Täter zündeten einen Strommast auf einem Feld an. Es kam zum Blackout in der einzigen europäischen Autofabrik von Tesla und für zehntausende Bewohner in der Region.
Der Brand war in einem Transformator bei Gosen-Neu Zittau gegen 4:50 Uhr, eine Stunde vor Schichtbeginn, ausgebrochen. Auch die nahe gelegene Kleinstadt Erkner und Teile Berlins waren gestern ohne Strom, erklärte die Polizei gegenüber Bild. Und: Auch umliegende Gebiete von Woltersdorf, Gosen-Neu Zittau, Freienbrink, Fangschleuse, Wilhelmshagen und Rahnsdorf waren von dem Stromausfall betroffen.

Der Ort der Tat ist ein verbrannter Strommast in Grünheide
Die Folgen des Stromausfalls sind Tesla zufolge gewaltig
„Wir rechnen aktuell nicht damit, dass wir im Laufe dieser Woche die Produktion wieder hochfahren können“, sagte Werksleiter André Thierig. „Fast alle der rund 12 000 Beschäftigten mussten am Dienstag wegen des Produktionsstillstandes nach Hause geschickt werden.“ Thierig sprach von einem Schaden „im hohen neunstelligen Bereich“. Vor dem Werk war am Dienstag zu sehen, wie sich Lastwagen stauten.
In Grünheide werden seit knapp zwei Jahren Elektroautos gebaut. Das Unternehmen will seine Produktion in Grünheide von geplanten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million hochfahren.
„Kampfmittel hier verbuddelt“-Aufschrift sorgt für Bombenalarm
Besonders brisant: Vermutlich ist der Angriff politisch motiviert. Wie die Bild berichtet, mussten sich die Einsatzkräfte zurückziehen, als sie neben dem brennenden Transformator ein Zelt von Aktivisten entdeckt hatten. Darauf prangte die Aufschrift „Kampfmittel hier verbuddelt!“.
Daraufhin wiederum musste der brandenburgische Kampfmittel-Beseitigungsdienst (KMBD) ausrücken. Zwischenzeitlich vermutete die Kräfte einen deponierten Sprengsatz. Als die Bombenexperten die Brandstelle abgesucht und für sicher erklärt haben, konnten Polizei und Feuerwehr zurückkehren und mit den Löscharbeiten fortfahren.
Politik äußert sich geschockt
Der gewaltsame Protest gegen das US-Unternehmen von Elon Musk schockierte Brandenburgs Landesregierung. Sie sprach von einem perfiden Anschlag und warnte vor einer Form von Terrorismus.
„Dies hat mit Protest nichts zu tun. Das sind Kriminelle“, sagte Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Dienstagabend in der RBB-Sendung Brandenburg aktuell. „Das sind Verbrecher und wir werden sie jagen mit allen Mitteln, die unser Rechtsstaat zur Verfügung stellt“.

„Water is a human right“, prangt inmitten des Protestcamps nahe der Tesla-Fabrik in Grünheide.

Aktivisten der Initiative „Tesla stoppen“ tragen einen Baumstamm durch einen Kiefernwald – oft wurden diese in Camps wie etwa in Lützerath genutzt, um Barrikaden zu errichten.
Konsequenzen für Protestcamp im Wald neben der Tesla-Fabrik möglich
Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag prüft die Landesregierung auch Konsequenzen für ein Protestcamp von Kritikern in einem Wald in der Nähe des Werks. „Das kann auch die Beendigung der Duldung bedeuten“, sagte Wirtschaftsminister Steinbach. Zuletzt hatte es geheißen, das vergangene Woche errichtete Camp mit Baumhäusern werde zunächst bis Mitte März geduldet. Die Umweltaktivisten wiesen einen Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlag zurück. „Mit unseren Körpern und Baumhäusern stellen wir uns der Erweiterung der Fabrik entgegen. Dabei gefährden wir keine Menschenleben“, teilte die Initiative Tesla stoppen mit.
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