Britischer Wissenschaftler: „Wenn es so weitergeht, stirbt die Menschheit aus“
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Er gehört zu den renommiertesten Demografen weltweit – der Londoner Forscher und Buchautor Paul Morland. Er ist bekannt für seine apokalyptischen Zukunftsprognosen. Jetzt hat der Wissenschaftler der Neuen Zürcher Zeitung ein Interview gegeben, das es in sich hat. Darin äußert er unter anderem, dass es eine vergleichbare demografische Situation in der Menschheitsgeschichte bislang nicht gegeben habe. NIUS dokumentiert spannende Thesen.
Die Bekämpfung des Geburtenrückgangs ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Aufgabe der Menschheit. Ist das nicht übertrieben?
„Nein. Nehmen wir Südkorea. Dort hat sich die Geburtenrate zwar etwas erholt, aber nur minimal. Auf hundert Südkoreaner kommen in der nächsten Generation vierzig nach, in der übernächsten nur noch 16. Der Rückgang erfolgt rasant. Südkorea ist zwar das extreme Beispiel, aber fast alle Länder steuern auf diese Zahlen zu. Das führt unweigerlich zu einem Zusammenbruch der Gesellschaft. Wenn es so weitergeht, endet es im Desaster. Auch Japan steuert auf eine Katastrophe zu. Das ist, wie wenn jemand aus einem Hochhaus springen und auf halbem Weg sagen würde: Na ja, bis jetzt ist alles gut. Wir stecken schon mittendrin im Problem, auch wenn es noch nicht zum Aufprall kam. Aber dieser wird unvergleichlich kommen.“

Der Londoner Forscher und Buchautor Paul Morland ist bekannt für seine apokalyptischen Zukunftsprognosen.
Gibt es eine Situation in der Menschheitsgeschichte, die vergleichbar war?
„Im Mittelalter schrumpfte die Bevölkerung durch die Pest vielerorts ebenfalls signifikant. Ein paar wichtige Faktoren waren aber anders. Die Seuche betraf Menschen aus allen Altersklassen, tötete Alte und Junge. Sie führte also nicht zum Problem mit der Alterung der Bevölkerung. Der Lebensstandard war damals sehr niedrig. Nach der Pandemie verfügten die verbliebenen Menschen über viel mehr Land pro Kopf. Die Schrumpfung der Bevölkerung führte zu einem Wohlstandsgewinn, die Menschen lebten danach auch länger.“
Gab es schon einmal freiwilligen Verzicht auf Kinder?
„In der Zwischenkriegszeit, also von 1918 bis 1939, war die Geburtenrate in Deutschland und Großbritannien ebenfalls sehr niedrig. Sie lag bei zwei Kindern pro Frau, bei deutlich höherer Kindersterblichkeit als heute. Keynes, der Ökonom, erkannte bereits, dass dies zu einem Problem werden könnte. Er war so ziemlich der Einzige, der sich darüber Gedanken machte. Doch nach dem Krieg gab es einen Babyboom, was für alle überraschend war. Was wir aber noch nie erlebt haben, ist eine langanhaltende globale Entwicklung, wie wir sie jetzt haben. Als ich in London aufwuchs, waren 95 Prozent der Londoner Bevölkerung britische Weiße, heute sind es vielleicht noch etwa 40 Prozent. Das führt zu allerlei politischen und gesellschaftlichen Problemen.“
Stirbt die weiße Bevölkerung aus?
„Die gesamte Menschheit wird aussterben, wenn es so weitergeht. Aber wir weißen Europäer werden zu den Ersten gehören. Wir sind bei der demografischen Entwicklung die Vorreiter. Ich finde: Weiße Briten haben jedes Recht, zu sagen, dass ihre Vorfahren das Volk dieser Insel gewesen seien und dass sie sich wünschten, dass dies bei den nachfolgenden Generationen noch der Fall sein werde. Um das zu erreichen, muss man die Einwanderung begrenzen. Und vor allem: Man muss selber mehr Kinder bekommen. Es bringt nichts, sich über Zuwanderung zu beschweren, wenn man nur wenige Kinder hat, aber trotzdem die Dienstleistungen mit den entsprechenden Arbeitskräften möchte.“
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