Pro-Hamas-Demo simuliert Hinrichtung mitten in Berlin
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Am Mittwoch bot sich Passanten im Zentrum der Hauptstadt ein verstörendes Bild: Pro-Hamas-Aktivisten inszenierten auf dem Alexanderplatz eine Hinrichtungsszene. Gefesselte Personen mit Säcken über dem Kopf standen vor einem improvisierten Galgen – scheinbar kurz vor der Exekution. Zahlreiche Schaulustige, darunter auch Kinder, wurden Zeugen der Darstellung.
Unter dem Motto „Solidarität mit Palästina“ stellten die Organisatoren eine drastische Szene nach: Vier Männer in weißen Schutzanzügen und mit palästinensischen Tüchern standen gefesselt vor einem aufgebauten Galgen, über ihnen hingen Schlingen. Begleitet wurde die Aktion von arabischer Musik; Aufnahmen davon verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken. Zuerst hatte Bild über die Geschmacklos-Demo berichtet.

In unmittelbarer Nähe hielt ein Mann einen weiteren Beteiligten an einer Kette am Boden, behandelte ihn wie einen Gefangenen und drückte wiederholt seinen Kopf nach unten. Etwa 100 Demonstranten mit palästinensischen und libanesischen Flaggen umringten die Szene. Auf Plakaten forderten sie unter anderem ein Ende des vermeintlichen Völkermords im Gazastreifen.
Warum griff die Polizei nicht ein?
„Es gab keine offensichtlichen Gewaltdarstellungen“, erklärt ein Polizeisprecher gegenüber der Bild-Zeitung. „Wäre das Erhängen gezeigt worden, wären die Kollegen vor Ort sofort eingeschritten.“ Sabine Beikler, Sprecherin der Senatsinnenverwaltung, sagte: „Bereits in der Vergangenheit hatten wir mehrfach und themenübergreifend mit Versammlungen zu tun, die die Grenzen zur Geschmacklosigkeit eindeutig überschritten haben.“

„Derzeit prüft der Staatsschutz, ob Ermittlungen eingeleitet werden, und übergibt zur strafrechtlichen Bewertung an die Staatsanwaltschaft“, teilt die Berliner Polizei mit.
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