„Puff für alle“: Schüler in Kevelaer sollten ein Bordell entwerfen
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Am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, einem der bekanntesten katholischen Wallfahrtsorte Deutschlands, sollten Jugendliche einen „Puff für alle“ entwerfen. Der Fall sorgt derzeit medial für Aufmerksamkeit, unter anderem hatte der WDR berichtet.
Welche „Fähig- und Fertigkeiten“ brauchen Menschen in einem Bordell? Wie sollte ein Bordell gestaltet sein? „Welche sexuellen Vorlieben müssen in den Räumen wie bedient und angesprochen werden?“ Dies sind nur einige der Fragen, die Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren an einem Gymnasium in der nordrhein-westfälischen Stadt Kevelaer mit weniger als 29.000 Einwohnern beantworten sollten.

Das Kardinal-von-Galen Gymnasium in Kevelaer.
Im Rahmen des Sexualkundeunterrichts wurden Schülern des Gymnasiums Arbeitsblätter mit dem Titel „Der neue Puff für alle!“ ausgeteilt. Darin sollten die minderjährigen Achtklässler den Entwurf eines Bordells zeichnen und wurden dazu angeregt, einen modernisierten „Puff für alle bzw. ein Freudenhaus der sexuellen Lebenslust“ zu gestalten. Auf Instagram teilte der WDR die Arbeitsblätter in einem Video.
Schulleitung spricht von „bewusst irritativ“ angelegtem Schulmaterial
Christina Diehr, Schulleiterin des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums, rechtfertigt die kuriosen Aufgaben damit, dass das Material „bewusst irritativ“ angelegt worden sei, um „Diskussionen anzuregen“.
Es solle auf die Entwicklungen in der Gesellschaft mit „einer Vielfalt von Lebensmodellen und Geschlechterrollen“ eingehen sowie auf die starke Nutzung von Social-Media-Kanälen – und damit auch auf Inhalte, denen Jugendliche in sozialen Netzwerken begegnen könnten. Was diese Themen mit der Arbeitsaufgabe, ein Bordell zu entwerfen, zu tun haben und inwiefern in der Unterrichtsstunde auf das Thema Prostitution eingegangen wurde, bleibt unklar.

Die Stadt Kevelaer ist vor allem als katholischer Wallfahrtsort bekannt.
Eine Befragung des WDR vor dem Gymnasium ergab allerdings, dass es Schüler gab, die das Thema im Unterricht unter anderem als „sehr kurios“ empfanden. Auch Eltern sollen empört gewesen sein. Vor Ort heißt es vom WDR jedoch: „Der Puff für alle solle hier jedenfalls so nicht wiederholt werden, meint die Schulleiterin. Da gebe es sicherlich Alternativen.“
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