Schicksalswahl im Osten: Ihr Deutschen, schaut nach Sachsen-Anhalt!
Ein Beitrag von
Sachsen-Anhalt wird zur deutschen Schicksalswahl. Am 6. September entscheidet sich nicht nur, ob die CDU nach 24 Jahren die Magdeburger Staatskanzlei verlassen muss. Am 6. September könnte eine undemokratische Brandmauer ganz demokratisch fallen.
Entweder die AfD erhält die absolute Mehrheit der Sitze und stellt danach mit Ulrich Siegmund den Ministerpräsidenten. Oder es gibt eine Allparteienkoalition mit linker Vetomacht. Oder aber die AfD stellt als Wahlsieger eine Minderheitsregierung. So oder so oder so: Am 6. September gibt es eine neue deutsche Machtarithmetik. Die CDU tut alles, um mit möglichst wenig Prozentpunkten aus dieser Schicksalswahl hervorzugehen.
„Kissler Kompakt“ vom 16. Juni sehen Sie hier:
Der blasse Herr Schulze
Gestern standen die Christdemokraten am Abgrund, heute sind sie einen Schritt weiter. Mit diesem Spott ist die Lage der CDU im Bund wie in den Ländern, besonders aber in Sachsen-Anhalt, gut beschrieben. Sven Schulze will Ministerpräsident bleiben. Dieses Ziel rückt von Tag zu Tag in weitere Ferne.
Schulze war blass, ist blass und wird blass bleiben. Er begeistert nur Funktionäre. Begonnen hat seine Amtszeit CDU-typisch: mit einem Wortbruch. Schulze ließ sich Ende Januar von CDU-, SPD- und FDP-Abgeordneten zum Nachfolger Reiner Haseloffs wählen. Haseloff und Schulze hatten einen solchen fliegenden Wechsel zuvor ausgeschlossen. Doch Schulze sollte mit einem Amtsbonus in den Wahlkampf starten.
Dreist und erfolglos
Die Strategie ging nicht auf. Ende Januar lag die CDU bei miserablen 26 Prozent. Heute sind es zwei Punkte weniger. Im selben Zeitraum stieg die AfD um zwei Punkte auf nunmehr 42 Prozent. Der Schulze-Effekt hat dazu geführt, dass der Rückstand auf die AfD in fünf Monaten um vier Punkte anwuchs.
Schulze kündigte an, sich „natürlich“ im Landtag zur Wahl stellen zu wollen – also auch als abgeschlagener Zweiter und auch mit den Stimmen der umbenannten SED. Solche dreisten Aussagen dürften den negativen Schulze-Effekt verstärken.
Kopfnuss vom Kanzler
Schulzes CDU lud den Parteivorsitzenden Friedrich Merz nicht zum Landesparteitag ein. Kein Wunder. Beim vorletzten Mal hatte Merz die Ostdeutschen vor den Kopf gestoßen. Keinen Merz gibt es ohne Kopfnuss vom Kanzler.
Merz hält es für sein persönliches Glück, im Westen geboren zu sein. Die armen Ossis haben also Pech gehabt? Merz bleibt der beste Wahlkämpfer der Konkurrenz. Ebenfalls beim vorletzten Landesparteitag Ende November erklärte Merz Meinungsumfragen für irrelevant. So redet man als Tabellenletzter in Abstiegsgefahr.
Umfragen, die sich verhärten, sind ein Trend. Und ein nachhaltiger Trend ist keine Sau im Dorf, sondern ein ehrliches Votum des Volkes. Die Deutschen haben genug von Merz, und sie erwarten kaum noch etwas von der CDU. In dieser Lage packt der traurige Herr Schulze das Wahlkampfkonzept von Angela Merkel aus: Bloß nicht polarisieren, sondern durch einschläfernde Reden die Wähler der Konkurrenz demobilisieren.
Schulze ist nicht Merkel. Und die AfD-Wähler sind maximal motiviert. Da ist die „Operation kantenlos“ zum Scheitern verurteilt. Der Schlafwagen wird Herrn Schulze aus der Staatskanzlei tragen. Das Kumpelfoto von Ulrich Siegmund und CDU-Fraktionschef Guido Heuer verschärft Schulzes Lage weiter.
CDU und AfD, sagt das Foto, können menschlich, vielleicht sogar freundschaftlich miteinander umgehen. Heuer legt die Hand auf Siegmunds Schulter, sie sind sich auf einem Podium nahe, beide lachen. Heuer spricht im Video zum Foto sogar scherzhaft von seinem Mikrofon als dem Altparteienmikro.
AfD über 40 Prozent
Die unglaubwürdigen Erklärungsversuche von Heuer und Schulze danach verstärken die Aussage des Fotos: Die Brandmauer ist demokratischer Mumpitz – und Merzens Nationalsozialismus-Vergleich zum Nachteil der AfD geschichtsvergessen.
Solche Signale der Normalität werden nach der Schicksalswahl von Sachsen-Anhalt ihren Praxistest erleben. Eine Partei mit über 40 Prozent Zuspruch von der Macht auszuschließen, wäre Raubbau an der Demokratie. Und eine CDU am Gängelband der umbenannten SED wäre eine einzige große Bitte, vom Parteienbetrieb abgemeldet zu werden. Ihr Deutschen, schaut nach Sachsen-Anhalt.
Mehr NIUS:
Eine „mediale Kohorte des Faschismus“? Oliver Kalkofe eskaliert gegen NIUS
Was ist nur mit dem Kanzler los? Er beschimpft die Deutschen, verbittet sich Kritik und keilt gegen die Wirtschaft
Die Elf-Prozent-SPD will untergehen: Bas und Klingbeil führen die Sozialdemokratie ins Aus
Philipp Amthor nennt die CDU eine gebrauchte Partei: Da könnte der Parteisoldat sogar Recht haben
Universitäten kämpfen mit „Wissenschaft gegen Faschismus“ gegen die AfD: Das ist eine Grenzüberschreitung
Die evangelische Kirche macht sich mit „Reli fürs Klima“ lächerlich: Rette sich, wer kann!
Berlin verslumt immer mehr – und die Politik organisiert die Verwahrlosung
Für das ZDF ist innere Sicherheit ein gefühltes Problem: Im „Morgenmagazin“ herrscht die rosarote Brille
Mehr NIUS:
Philipp Amthor nennt die CDU eine gebrauchte Partei: Da könnte der Parteisoldat sogar Recht haben
Universitäten kämpfen mit „Wissenschaft gegen Faschismus“ gegen die AfD: Das ist eine Grenzüberschreitung
Die evangelische Kirche macht sich mit „Reli fürs Klima“ lächerlich: Rette sich, wer kann!
Berlin verslumt immer mehr – und die Politik organisiert die Verwahrlosung
Für das ZDF ist innere Sicherheit ein gefühltes Problem: Im „Morgenmagazin“ herrscht die rosarote Brille
Die Wirtschaftsnation liegt auf der Intensivstation – und damit ganz Deutschland
Die AfD will die CDU zerstören? Das machen die Christdemokraten gerade selbst
So entsteht ein neues Staatsvolk: Die rekordhohen Einbürgerungen sind kein Grund zur Freude
Alexander Kissler
Artikel teilen
Kommentare