Der Regenbogen ist kein Hoheitszeichen – und die Progress-Pride-Flagge erst recht nicht
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Der Kulturkampf um den Regenbogen eskaliert. Das ist schade, denn ein Regenbogen ist eine schöne Sache. Er spielte schon in der Bibel eine bedeutende Rolle. Er sollte Gott „an den ewigen Bund“ zwischen ihm und allen Lebewesen erinnern.
Umkämpft ist der Regenbogen heute als Symbol, dem nicht widersprochen werden soll, als politische Fahne, zugespitzt zur Progress-Pride-Flagge. Diese weht vor Ämtern, Behörden, Ministerien und Museen, als wäre sie jenes Zeichen, auf das ein ganzes Land sich geeinigt habe. Das ist falsch: Die Progress-Pride-Flagge steht für den Machtanspruch einer linken und kollektivistischen Elite. Sie hat an öffentlichen Gebäuden nichts zu suchen.
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Der Regenbogen reicht nicht mehr
Es ist nicht lange her, da kannte man nur die klassische Regenbogenfahne. Sie besteht aus sechs Streifen in Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett. Unter diesen Farben wurde für die Gleichberechtigung homosexueller Männer und Frauen geworben, gekämpft, gefochten und gefeiert. Als die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser erstmals vor ihrem Amtssitz die Regenbogenfahne aufzog, anno 2022, war es diese klassische Variante.
Faesers Aktion war unangebracht. Alle Staatsorgane sind auf das Grundgesetz verpflichtet. Das Grundgesetz verbietet jegliche Diskriminierung. Darum braucht die Bundesflagge keine Ergänzung. Schwarz-Rot-Gold genügt.
Doch das war erst der Anfang. Aus der Regenbogenfahne wurde die Progress-Pride-Flagge:

Diese will möglichst vielen identitätspolitischen Akteuren ein Symbol spendieren, etwa den queeren schwarzen Menschen, der Transgender-Community und der Intersex-Community. Darum der violette Kreis auf gelbem Dreieck.
Die Berliner Polizei macht auch mit
Weil Wokeness keine Obergrenze kennt, wird die Progress-Pride-Flagge bald ein Wimmelbild sein. In ihrem aktuellen Zustand hisst sie die Berliner Polizei.
Dieselbe Berliner Polizei, die weder Islamistenaufmärsche noch Bandenkriege verhindern kann, dieselbe Berliner Polizei, die einem linken Störerkollektiv die befriedete Zone um den Reichstag gönnt – diese Polizei klopft sich auf die eigene Schulter. Man will ein Zeichen setzen.
Zeichen setzen sollten Schriftsteller, nicht Polizeibeamte. Und dieses spezielle Zeichen ist falsch. Die Progress-Pride-Flagge steht nicht, wie die Polizei behauptet, für „Vielfalt, Respekt, Toleranz und Weltoffenheit“. Dafür steht die Bundesflagge.
Herrschaftsanspruch linker Kader
Die Progress-Pride-Flagge steht für den Herrschaftsanspruch linker Kader. Deshalb weht sie bei Pro-Palästina-Kundgebungen, bei Enteignungs-Demonstrationen, bei Veranstaltungen für den Klimaschutz und gegen den Kapitalismus, für Feminismus und gegen Friedrich Merz.
Gleichzeitig flattert sie in diesen Tagen in Berlin am Amtsgericht Kreuzberg, bei der Deutschen Rentenversicherung, dem Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, der SPD-Parteizentrale und und und.
Klöckner weigert sich
Julia Klöckner lässt keine Regenbogenflagge auf dem Reichstagsgebäude am Christoph Street Day wehen. Das SPD-geführte Verteidigungsministerium zieht die Flagge hoch, das SPD-geführte Sozialministerium wiederum nicht.
Auch die staatlichen Berliner Verkehrsbetriebe machen mit bei der Anbiederei. Sie geben Kontra. Bundestagspräsidentin Klöckner soll vorgeführt werden. In wessen Namen und mit wessen Mandat?

Die Berliner Verkehrsbetriebe rüsten auf.
Die Berliner Verkehrsbetriebe versagen wie die Berliner Polizei im Kerngeschäft. Also weicht man aus in den Kulturkampf. Man will durch Unterwerfung zugleich ablenken und punkten. Privat darf die Progress-Pride-Flagge überall wehen.
Doch ein Staat, der sich unter diesem Zeichen versammelt, lässt alle Vernunft fahren und organisiert, was er sonst beklagt: die Spaltung.
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Alexander Kissler
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