Die evangelische Kirche macht sich mit „Reli fürs Klima“ lächerlich: Rette sich, wer kann!
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Die Kirchen lassen sich die Klima-Panik nicht nehmen. Mit der biblischen Apokalypse tut man sich schwer, mit der irdischen Klimakatastrophe nicht. Bei den Protestanten wird die Klima-Panik in den Religionsunterricht getragen.
Schüler sollen ab der dritten Klasse zu Klimaschützern, ja Klimakämpfern, erzogen werden. Das Programm heißt „Reli fürs Klima“. Es zeigt: Die Schnittmengen der Kirchensteuerkirche mit der aktivistischen Zivilgesellschaft bleiben gewaltig und haben verheerende Folgen. Eine klimaschutzaktivistische Kirche ist keine Kirche mehr.
„Kissler Kompakt“ vom 8. Juni 2026 sehen Sie hier:
Panik für Achtjährige
„Reli fürs Klima“ heißt eine gemeinsame Aktion von „Brot für die Welt“ und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Das jüngste Angebot heißt „Genug für alle“. Es geht um Permakultur und um die Situation in Sambia. Ab Klasse 3 wollen die Veranstalter, wie es heißt, durch „kreative Zugänge mit dem Erste-Hilfe-Koffer Ernährung“ auf die Themen „nachhaltige Ernährung und globale Zusammenhänge“ aufmerksam machen.
In der dritten Klasse tummeln sich Acht- und Neunjährige. Auch sie sind gemeint, wenn das evangelische „Amt für kirchliche Dienste“ schreibt: „Die Klimakrise macht vielen jungen Menschen Angst. Doch Glaube kann stärken, Hoffnung wecken und Mut machen, selbst ins Handeln zu kommen.“
Religionsunterricht der Kirchensteuerkirche
Die evangelische Kirchensteuerkirche vergisst: Acht- und Neunjährige haben nur dann Angst vor der Klimakrise, wenn Erwachsene diese Ängste schüren. Genau das macht die Kirche: Im Religionsunterricht werden Ängste dadurch geweckt, dass man sie als gegeben ansieht.
Die alarmistische Rede von der Klimakatastrophe ist die Grundbedingung des Angebots. „Reli fürs Klima“ produziert jene Panik, von der man heilen will. Ein Veranstalter von „Reli fürs Klima“ spricht es an. Er trägt einen Fünf-Tage-Bart und steht vor einer Kirche.
Die Kinder sollen sich also im Religionsunterricht der Klimakatastrophe annehmen. Der Einsatz für sogenannte Klimagerechtigkeit wird als gottgefälliges Werk der Minderjährigen betrachtet. Angeboten werden etwa „Windspiele mit Baumbotschaft“ oder das Modul „Kirchenwälder in Äthiopien“. Ob die Buben und Mädchen dadurch die erwünschte Klima-Angst überwinden und „ins Handeln kommen“?
Schrilles Lied zum Fremdschämen
Gegen Ängste könnte ein Lied helfen. Vom Mottolied der Aktion „Reli fürs Klima“ gilt das kaum. Eine blonde Frau vorm Altar spitzt die Lippen zum schrillen Ton. Sie singt sehr hoch. Sie singt von einer Erde, die vor Schmerz schreie. Von einer kranken Erde, die man retten müsse.
Leider hat der Mensch nur zwei Ohren. Man hätte gerne drei oder vier, um sie sich alle zuhalten zu können. Das Mottolied schmerzt. Die Evangelische Kirche meint allen Ernstes, mit diesem verunglückten Kinderlied für ihr aktivistisches Anliegen werben zu können. „Reli fürs Klima – steht auf dem Stundenplan unserer kranken Erde – rette sie, wer kann, wer kann?“
Wer aber rettet die Kirche vor so viel Einfalt, so viel Peinlichkeit? Vielleicht ihr Bischof? Aber nicht doch. Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Herr Stäblein, macht mit bei „Reli fürs Klima“. Er steht im Talar vor einem Altar und gibt mit Beffchen ein Elfchen zum Besten. Das sind elf Wörter, verteilt auf fünf Zeilen.
Ja, das waren elf Wörter. Glückwunsch, Herr Stäblein. Das war aber auch ein Augenblick mit hohem Fremdschämpotential. Dieselbe Kirche, die sensibel sein will und achtsam und woke und queer, geht ganz unsensibel und völlig achtlos mit den eigenen Traditionen um. Das Gericht wird ins Diesseits verschoben und zum meteorologischen Phänomen umgedeutet. Wo der gerechte Gott war, soll Klimagerechtigkeit werden.
Man surft auf der letzten Schaumkrone eines verlöschenden Zeitgeists. Aber wenigstens sorgt ein Mottolied für Heiterkeit, wenn auch ganz unfreiwillig. Mit einer solchen Kirche ist es vorbei.
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Alexander Kissler
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