Berlin verslumt immer mehr – und die Politik organisiert die Verwahrlosung
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Berlin wird zum Slum, Berlin wird zu Chicago. Gemeint ist jenes Chicago, in dem sich kriminelle Banden Schießereien lieferten. Gemeint sind jene Slums, in denen unangenehme Gerüche von Verwahrlosung künden.
Noch ist Berlin kein Slum und noch ein wenig entfernt vom Chicago der 1920er und 1990er Jahre. Aber Berlin macht Fortschritte – Fortschritte im Schlechten. Berlin sendet an immer mehr Stellen „Signale des Niedergangs“. So formuliert es ein Hotelier, der sein Hotel auch deswegen schließen wird. Die Zustände weisen über Berlin hinaus: Ein Land, das solche Zustände in seiner Hauptstadt toleriert, will keine Zukunft haben.
„Kissler Kompakt“ vom 5. Juni 2026 sehen Sie hier:
Signale des Niedergangs
Einem Berliner Hotelier ist der Kragen geplatzt. Er macht sein Hotel „Circus“ dicht. Es lohne nicht mehr. Zum einen sei der Eigentümer nicht bereit gewesen, das Anwesen zu sanieren. Zum anderen werde Berlin immer unattraktiver für internationale Gäste.
Hotelier Andreas Becker nennt die Gründe der Berliner Zeitung: „Wenn Touristen hier ankommen, senden die Straßen Signale des Niedergangs aus. Unsere Gäste spiegeln uns permanent wider, dass sie die Stadt als dreckig wahrnehmen. Wir haben eine spürbare Vermüllung und ein wachsendes Problem mit Obdachlosigkeit im öffentlichen Raum.“ Sagt der Hotelier Andreas Becker.
Und er ergänzt: „In Asien werden Sauberkeit und eine strenge Drogenpolitik extrem geschätzt; da schrecken die Berliner Zustände schlichtweg ab. Viele Gäste kommen mit einer Vorstellung von deutscher Sauberkeit und Regelkonformität und erleben hier das Gegenteil.“
Zustände stinken zum Himmel
So ist es. Berlin 2026 hat nichts zu tun mit dem Image, auf das Deutschland jahrzehntelang stolz war. Berlin ist die Stadt gewordene Zumutung, ein Königreich des Schmutzes auf einem Kontinent der Gefahr. Die Zustände stinken zum Himmel. Der Spaziergang wird zum Hindernislauf zwischen Müll und Abfall, vorbei an Obdachlosen, Drogenabhängigen, Kriminellen.
Selbst dem Rundfunk Berlin-Brandenburg fiel die Dystopie auf. In einer Reportage mit dem Titel „Müll überall – Kampf gegen den Dreck“ kommt kein Politiker zu Wort – wohl aber ehrenamtlich tätige Bürger, die privat tun, woran die Politik scheitert: Sie räumen auf.
„Wir messen alles in Neuköllns“. Die Gründerin der Initiative „SauBER“, die Russin Valeriia, hat Humor. Neukölln ist offenbar der Goldstandard für Vermüllung. „Wir messen alles in Neuköllns“. Berlins Regierender Tennisspieler, pardon: Bürgermeister, sieht das anders. Kai Wegner lobt die „Arbeit der Sonderkontrolleinheit Müll“ in Neukölln.
Wegner ist offenbar der Name einer fernen Galaxie. Kai Wegner redet Missstände schön. Kai Wegner will wiedergewählt werden – und wird es vermutlich nicht. Er hat seine beiden größten Wahlversprechen nicht eingelöst. Weder sauberer noch sicherer wurde die Hauptstadt unter dem Christdemokraten.
Stattdessen lauten einige Berliner Schlagzeilen aus jüngster Vergangenheit so, etwa aus dem März: „Schüsse in Kreuzberg: Mordanschlag auf libanesisches Clan-Mitglied.“ „38-jähriger Mann in Schöneberg angeschossen.“ „23-Jähriger im Stadtteil Wilmersdorf angeschossen.“
Macheten und Messer
Im April dann: „Macheten-Attacke in Neukölln! Zwei Männer schwer verletzt.“ „Frauen in S-Bahn belästigt, Helfer verprügelt. Rund zehn Männer verdächtig.“ „Junger Mann stirbt bei Messer-Angriff.“
Schließlich im Mai: „Zwei Männer in Neukölln angeschossen.“ „25 Jahre alter Türke in Kreuzberg durch Schüsse in die Beine schwer verletzt.“ „Messerstecherei am Volkspark Wilmersdorf.“ „Messer-Attacke in Neukölln“. Die Liste ist unvollständig.
Hotspot für Kriminelle
Berlin ist zum Hotspot geworden für Asoziale, Gestrandete, Entwurzelte und Kriminelle. Wegner wollte etwas daran ändern, tat es aber nicht. Eine kommende rot-dunkelrot-grüne Stadtregierung wird die Verwahrlosung vollenden.
Für Berlin gilt einstweilen das berühmte Motto am Tor zur Hölle: „Die ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.“
Weitere Folgen von „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier.
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Alexander Kissler
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