Friedrich Merz bleibt ein Außenkanzler
Ein Beitrag von
Friedrich Merz interessiert sich für das Ausland mehr als für Deutschland. Der Eindruck verfestigt sich im neuen Jahr. Kaum hat 2026 begonnen, da bricht der CDU-Vorsitzende auf zum sogenannten Gipfeltreffen der sogenannten Koalition der Willigen nach Paris. Der Ukraine soll Solidarität gezeigt werden.
Eine Reise nach Indien steht als Nächstes auf dem Kalender. Merz ist lieber weit weg von Deutschland als in jenem Land, dessen Nutzen zu mehren er geschworen hat. Er redet lieber über Außen- als über Innenpolitik. Angesichts der nicht nur wirtschaftlich desaströsen Lage in der Bundesrepublik lässt das nur einen Schluss zu: Das Herz des Kanzlers schlägt für das Ausland.
Die aktuelle Folge „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Verliebt in die großen Linien
Der Kanzler wird vom Deutschen Bundestag gewählt. Er ist dazu da, die Interessen des deutschen Volks zu vertreten. Merz behauptet, genau das zu tun, indem er sich um die Ukraine und um die EU, um Indien und Jordanien kümmert. In einer globalisierten Welt hänge alles mit allem zusammen. Da gebe es kein Innen und kein Außen, sondern nur den einen Globus.
In Seminaren und Büchern kann man sich über diese Frage wunderbar kluge Gedanken machen. In der Praxis ist der Eindruck fatal: Da ist einer ins Kanzleramt gestolpert, dessen größter Ehrgeiz es ist, der Welt zu zeigen, wo es langgeht. Merz ist verliebt in die sogenannten großen Linien. Das deutsche Klein-Klein stimmt ihn verdrießlich. Doch die Welt hat auf diesen Lenker aus dem Sauerland nicht gewartet.
Merz sucht den roten Teppich
Nehmen wir das jüngste Treffen der Ukraine-Unterstützer in Paris. Merz gefällt sich in der Rolle des Mannes, auf den es ankommt. Die schwindende Bedeutung Deutschlands, ja ganz Europas in der Weltpolitik will Merz kompensieren: durch großspuriges Auftreten und dicke Schecks. Er sucht den roten Teppich, um im Scheinwerferlicht zu glänzen.
Doch derart ausgeleuchtet, treten seine Schwächen noch greller zutage. Merz führt nicht, er simuliert Führung. Er verwechselt Souveränität mit Egomanie.
Leidenschaft für die Ukraine
In Paris sagte er, Deutschland werde „auf Land, zur See und zur Luft zur Stärkung der Ukraine beitragen“. Die Lage der überfallenen Ukraine ist sehr schlecht, keine Frage. Doch für Deutschland bringt Merz weniger Leidenschaft und weniger Beharrungsvermögen und weniger finanzielle Ambition auf.
Hat Deutschland wirklich eine Verantwortung für die Sicherheit der Ukraine, auch nach einem Waffenstillstand, also ewig? Merz droht zu vergessen, dass das Geld der deutschen Steuerzahler ihm nur treuhänderisch anvertraut worden ist. Als ewige Schutzmacht der Ukraine würde Deutschland sich und seine Demokratie überfordern.
Merz klingt wie Merkel
Merz singt das alte Lied von Angela Merkel. Die Altkanzlerin hielt deutsche und europäische Interessen für identisch. Deutschland, sagte Merkel, gehe es gut, wenn es Europa gut gehe, und umgekehrt. Jetzt sagt Merz:
Merz hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Er ist auch außenpolitisch ein Mann von gestern. Er setzt die EU und Europa gleich. Er hat nicht begriffen, dass die Europäische Union ein dysfunktionaler Verbund geworden ist, ohne Durchschlagskraft, ohne Bürgernähe, ein Auslaufmodell. Die neuen geopolitischen Zeiten stehen im Zeichen der Nationen. Merz aber hält am Merkel-Mantra fest.
Wenn Merz, wie er behauptet, „Freiheit, Frieden und Wohlstand im Inneren unseres Landes auf Dauer bewahren“ will, muss er sich mehr um das „Innere unseres Landes“ kümmern. Seine öffentlichen Tränen sollten weniger der Ukraine als dem eigenen Land gelten. Er sollte nicht schweigen zu Terroranschlägen im Inland und sich gleichzeitig das Elend in weit entfernten Regionen pathetisch zu Herzen nehmen.
Merz sollte tun, was alle anderen Regierungschefs dieser Erde auch tun: das eigene Land an die erste Stelle setzen.
Mehr NIUS:
Hape Kerkeling als Bundespräsident? Bitte nicht!
Sexpuppe auf Schloss Bellevue: Steinmeier hat die Würde seines Amts nicht begriffen
Europa muss zur Festung werden und sich vor der Massenmigration schützen
Schicksalswahl im Osten: Ihr Deutschen, schaut nach Sachsen-Anhalt!
Eine „mediale Kohorte des Faschismus“? Oliver Kalkofe eskaliert gegen NIUS
Was ist nur mit dem Kanzler los? Er beschimpft die Deutschen, verbittet sich Kritik und keilt gegen die Wirtschaft
Die Elf-Prozent-SPD will untergehen: Bas und Klingbeil führen die Sozialdemokratie ins Aus
Philipp Amthor nennt die CDU eine gebrauchte Partei: Da könnte der Parteisoldat sogar Recht haben
Mehr NIUS:
Schicksalswahl im Osten: Ihr Deutschen, schaut nach Sachsen-Anhalt!
Eine „mediale Kohorte des Faschismus“? Oliver Kalkofe eskaliert gegen NIUS
Was ist nur mit dem Kanzler los? Er beschimpft die Deutschen, verbittet sich Kritik und keilt gegen die Wirtschaft
Die Elf-Prozent-SPD will untergehen: Bas und Klingbeil führen die Sozialdemokratie ins Aus
Philipp Amthor nennt die CDU eine gebrauchte Partei: Da könnte der Parteisoldat sogar Recht haben
Universitäten kämpfen mit „Wissenschaft gegen Faschismus“ gegen die AfD: Das ist eine Grenzüberschreitung
Die evangelische Kirche macht sich mit „Reli fürs Klima“ lächerlich: Rette sich, wer kann!
Berlin verslumt immer mehr – und die Politik organisiert die Verwahrlosung
Alexander Kissler
Artikel teilen
Kommentare