Das ZDF verteidigt Jan Böhmermann gegen alle Kritik – und der Fernsehrat schließt die Reihen
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Das ZDF lässt auf Böhmermann nichts kommen. Der Entertainer ist ein Händler des Hasses. Die Objekte seiner Abscheu findet Jan Böhmermann überall dort, wo es nicht links genug zugeht. Also auch in der bürgerlichen, konservativen, liberalen Mehrheitsgesellschaft. Das ZDF windet ihm dennoch Lorbeerkränze.
Intendant Himmler sieht in Böhmermann einen Markenbotschafter für das jüngere Publikum. Auch der ZDF-Fernsehrat stellte dem Clown der linken Denkungsart jetzt eine Unbedenklichkeitserklärung aus. Die Mainzer Vorkommnisse zeigen: Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kam jeder Kompass abhanden.
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„Clownswelt“ wurde von Böhmermann enttarnt
Erinnern Sie sich an „Clownswelt“? So heißt ein Kanal bei Youtube, über den Böhmermann herzog. Und nicht nur das: In seinem „ZDF Magazin Royale“ riss Böhmermann den Kanal-Betreiber aus der Anonymität. Darüber jubelte die taz, die „Tageszeitung“, der linke Rand der Medienwelt.
In der taz heißt es im Kommentar eines sogenannten Rechtsextremismus-Experten: Es sei „richtig, dass Jan Böhmermann die Identität eines großen rechten Influencers veröffentlicht hat.“ Und weiter: „Vorname, Berufsweg und Wohnort des Gitarristen“ seien im ZDF genannt worden. Wenn man dem „Clownswelt“-Betreiber seine Anonymität gelassen hätte, nehme man „menschenverachtende Agitation und die Normalisierung der AfD und anderer rechter Kräfte stillschweigend“ hin.
Programmbeschwerde? Abgelehnt!
Menschenverachtende Agitation: Darunter machen es sogenannte Rechtsextremismus-Experten nicht. Der Alarmknopf ist ihr Zunftwappen. Dennoch hat das ZDF mit dem Zwangs-Outing von „Clownswelt“ journalistische und medienethische Grenzen überschritten. So sah es die FAZ, die schrieb: „Das ZDF kapiert es nicht“. So sehen es viele Pflichtbeitragszahler, die eine Programmbeschwerde einlegten.
Das Wesen der Programmbeschwerde aber ist es, abgelehnt zu werden. Fast jede Programmbeschwerde nimmt das ZDF zum Anlass, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Der zuständige Fernsehrat verfährt nach dem Motto: Selber schuld, wer Fragen stellt. Bei uns ist alles in bester Butter. So war es auch nun. Bitte sehr, Frau Fernsehrätin Dr. Irene Vorholz.
Das ist schon dreist. Der Fernsehrat macht sich einstimmig die Lesart von Böhmermann zu eigen, Böhmermann kämpfe gegen „rechtsextreme Influencer“. Und gegen die „Unterwanderung von Demokratie und Rechtsstaat“. Auch hier wird das rhetorisch schärfste Geschütz aufgefahren. Ein YouTube-Kanal kann die Demokratie und den Rechtsstaat unterwandern? Ich dachte mir beide etwas stärker, den Rechtsstaat und die Demokratie.
Harmonie im Fernsehrat
Die Programmbeschwerde wurde abgewiesen. Böhmermann habe weder den vollen Namen noch den Wohnort genannt und kein identifizierbares Foto gezeigt. Das stimmt. Dennoch wurde der Betreiber enttarnt. Seine Musikband trennte sich von ihm, im familiären Umfeld gab es Stress. Keinen Stress gibt es natürlich im ZDF-Fernsehrat.
Der ZDF-Fernsehrat sollte sich in Rat der Einstimmigkeit umbenennen. Die dort vertretenen gesellschaftlichen Gruppen repräsentieren nicht die Allgemeinheit, sondern einen Teilbereich am Rand. Verstreute Konservative winken durch, was Linke wollen. Der Fernsehrat liefert ein Sittenbild zur Lage des Pluralismus in Deutschland. Hände hoch, wenn ihr Demokraten seid!
Ein Rundfunksystem, das Beschwerden notorisch abbügelt, ist ein geschlossenes System. Ein ZDF, das Böhmermann auf Gedeih und Verderb verteidigt, ist keine öffentlich-rechtliche Anstalt mit dem Anspruch auf Pflichtbeiträge. Sondern ein Inkassobüro mit weltanschaulicher Schieflage.
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Alexander Kissler
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