12 tote Kinder nach Raketenangriff: So irre berichten ARD und ZDF über Islamisten-Terror
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Unterschlagung, Falschgewichtung, Schuldzuweisung: Was unsere öffentlich-rechtlichen Sender sich aktuell wieder in der Nahost-Berichterstattung leisten, grenzt an Desinformation.
Seit dem 8. Oktober 2023 beschießt die schiitische Terrormiliz Hisbollah aus dem Libanon den Norden Israels täglich mit Raketen. 2000 Angriffe mit über 10.000 Raketen und Drohnen forderten bisher 44 Menschenleben. Mindestens 60.000 Israelis, die in Galiläa leben, wurden aus ihren Häusern und Wohnungen evakuiert und wohnen beengt und aus ihrem Alltag gerissen in Unterkünften oder bei Verwandten in anderen Landesteilen.
Und was erfahren wir darüber in ARD und ZDF? Eigentlich nichts – es sei denn, Israel reagiert auf die Angriffe aus dem Libanon, dann sind es wieder Nachrichten, nach dem Motto: Alles begann damit, dass Israel zurückschlug. Das Blutbad, das die Hisbollah am Wochenende im Drusendorf Majdal Shams auf dem Golan anrichtete, fasste man bei der Tagesschau, die dpa-Meldung 1:1 übernehmend, so zusammen: „Mindestens zehn Tote bei Raketeneinschlag auf von Israel besetzten Golanhöhen“.

Die tagesschau-Schlagzeile nennt eine Tat ohne Täter.
Womit weder die Urheber des Anschlags (die Rakete flog nicht von allein), noch die Opfer (zwölf Kinder) erwähnt wurden, dafür jedoch der Hinweis auf die „besetzten Golanhöhen“ insinuierte, dass Israels Kontrolle über den Golan nicht rechtmäßig, ergo ein Angriff also gerechtfertigt sein könnte. Perfider geht es kaum.
Hayali: Israels Aussagen lassen sich „nicht unabhängig überprüfen“
Im ZDF vermeldete Dunja Hayali in ihrer Anmoderation im heute journal zuerst einen israelischen Luftangriff „auf ein Schulgebäude im Gazastreifen“:
„Israel dagegen sagt, dass sich dort eine Kommandozentrale der Hamas befand. Keine der Aussagen lässt sich unabhängig überprüfen.“ Ob sich die israelischen Streitkräfte oder eine notorisch Falschpropaganda verbreitende Terrorgruppe wie die Hamas äußern, macht für das Zweite keinen Unterschied, sie sind offenbar gleichermaßen glaub- oder unglaubwürdig.
Gleiches gilt für Israel und die Gotteskrieger der Hisbollah: Nach dem Einspieler aus dem Gazastreifen findet nun auch der Raketenangriff aufs Drusendorf Erwähnung: „Israel beschuldigt die Hisbollah, die schiitische Terrorgruppe bestreitet das.“ Na, dann kann das ja jeder halten, wie er will. Während die am Abend von der Rakete zerfetzten Kinder nur am Rande vorkommen, hält Dunja Hayali es für nötig, noch ein bisschen – wenn auch einseitigen – Kontext zu liefern: „Die Golanhöhen sind seit 1967 von Israel besetzt, wurden 1981 annektiert, gehören aber laut internationaler Staatengemeinschaft weiterhin zu Syrien.“
Allerdings ist die Haltung der zuverlässig israelfeindlichen Mehrheit in den Vereinten Nationen zumindest fragwürdig, denn die Golanhöhen wurden 1967 im Sechstagekrieg von Israel erobert, nachdem die Artillerie der syrischen Armee von dort aus monatelang die unterhalb der Höhen am Ufer des Sees Genezareth gelegenen Kibbuzim unter Beschuss genommen hatte. Schon aus strategischen Gründen kann das verwundbare kleine Land die Kontrolle über die Höhen nicht aufgeben, wie zuletzt der Yom-Kippur-Krieg 1973 gezeigt hat.

Die Drusen in Majdal Shams trauern um ihre toten Kinder.
Darüber werden wir von ARD und ZDF jedoch kaum etwas erfahren, ebenso wenig wie über die UN-Resolution 1701 aus dem Jahr 2006, die nach wie vor vorsieht, dass es keine bewaffneten Gruppen außer der libanesischen Armee im Libanon geben darf und alle anderen Gruppen – vor allem die Hisbollah – entwaffnet werden müssen.
Kinder „möglicherweise unbeabsichtigt“ getötet
In der ARD-tagesschau behandelt Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann die Terror-Truppe jedoch wie selbstverständlich als legitimen Player. Sie erweckt den Eindruck, die Hisbollah werde, wie deren Führer Scheich Hassan Nasrallah behauptet, ihre Angriffe wieder einstellen, wenn die Hamas sich auf einen Waffenstillstand mit Israel einlassen würde. Der PR-Albtraum der Schiiten-Miliz, fußballspielende syrische Drusenkinder auf dem Golan im Dutzend getötet zu haben, hat diese inzwischen veranlasst, die zunächst eingeräumte Verantwortung für die Attacke nunmehr zurückzuweisen, und Sophie von der Tann öffnet Nasrallah auch noch eine Notausgangstür: Der Angriff sei „möglicherweise unbeabsichtigt“ erfolgt, nun hänge „viel davon ab, wie Israel reagieren wird“.
Good News über Israel? Gott bewahre!
Und da Sie es für Ihre 18,36 Euro im Monat nicht von ARD und ZDF hören werden, hier noch ein wenig Hintergrund: Auf dem Golan leben heute etwa 20.000 Drusen, davon knapp 12.000 in Majdal Shams. Ursprünglich weigerten sie sich fast geschlossen, die israelische Staatsbürgerschaft anzunehmen (während ihre Glaubensbrüder in Israel loyale Staatsbürger sind und Militärdienst leisten), schon weil sie Verbindungen aufrechterhalten und ihre Verwandten in Assads Syrien nicht gefährden wollten.
Alles änderte sich dann mit dem syrischen Bürgerkrieg. In den vergangenen Jahren nahmen viele Golan-Drusen die israelische Staatsbürgerschaft an, 2022 zählte das Innenministerium bereits 4300, die etwa ein Fünftel der drusischen Bevölkerung auf dem Golan ausmachen. So haben sie Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und anderen sozialen Diensten sowie Freizügigkeit innerhalb Israels – alles übrigens auch Gründe dafür, warum die fast zwei Millionen israelischen Araber gar nicht daran denken, das Land zu verlassen.
Aber davon zu berichten, käme den öffentlich-rechtlichen Journalisten nicht in den Sinn. Viel zu positiv, das würde Israel ja am Ende gut aussehen lassen, so weit kommt's noch. Mit Dunja Hayali und ihren Kollegen ist das nicht zu machen.
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