Ab sofort quält uns die EU mit einem neuem Plastikdeckel-Gesetz
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In Deutschland sind ab sofort lose Plastikdeckel bei Getränkeflaschen verboten. Stattdessen müssen die Deckel mit den Flaschen fest verbunden sein. So soll der Plastikmüll in der Umwelt verringert werden.
„Am Plastikdeckel ist jetzt ein Nippel dran“, singt Mike Krüger in seinem neuen Song „Der Plastikdeckel-Nippel“. „Wer hat sich diesen Schwachsinn ausgedacht…“. Mike Krüger singt, was Millionen Menschen denken: Warum habt ihr die Flaschen nicht so gelassen wie bisher? Man konnte mit einer Hand trinken, ohne dass man sich nass gemacht hat. Man konnte die Wasserflasche mit einer Hand halten, mit der anderen ein Glas, um das Wasser unfallfrei einzufüllen. Und ja: Da wir in einer Pfandflaschen-Republik leben, haben wir die Deckel brav auf die leere Flasche geschraubt, bevor wir sie in den Pfandcontainer geworfen haben.
Den Liedtext zum Mitsingen finden Sie hier
Ein Jahr lang haben sich Experten in der EU damit beschäftigt, wie der Nippel so fest an der Flasche klebt, dass man ihn nur sehr schwer abdrehen kann (NIUS berichtete). Verbraucherfreundlich ist was anderes. Aber das war der EU und dem angegliederten deutschen Verbraucherschutz schon immer ziemlich egal. Jeder, der im Supermarkt einkauft (und wer tut das nicht?!), hat sich schon geärgert – manche tun das jeden Tag. Wie transportierst du deine Lebensmittel nach Hause, ist so ein Thema. Denn seit dem 1. Januar 2022 sind Plastiktüten im Einzelhandel komplett verboten. In der Verordnung heißt es wörtlich: „Händler dürfen keine Kunststofftragetaschen mehr ausgeben, die dünner als 0,05 Millimeter sind. Für sehr dünne Tüten mit weniger als 0,015 Millimeter Wandstärke gilt das Verbot nur, wenn sie im Kassenbereich ausgegeben werden“. Diese ganz dünnen Tüten werden „Hemdchenbeutel“ genannt.
Was niedlich klingt, ist regelmäßig Grund zu großem Ärger. Versuchen Sie da mal ein Lebensmittel mit Gewicht zu transportieren – mehr als ein, zwei Äpfel gehen da nicht rein, sonst reißt das dünne Ding. Wer Flaschen transportieren will (kommt schon mal vor), muss einen Beutel an der Kasse kaufen. Der kostet einen Euro. In der Abseite neben meiner Küche liegt inzwischen ein Vermögen an leeren Einkaufstaschen. Ich nehme doch nicht morgens zur Arbeit einen leeren Jute-Beutel mit, um ihn abends zu befüllen. Die gute alte Plastiktüte konnte man nach Gebrauch zusammenknüllen und wieder verwenden. Ich glaube, das war einfacher und praktizierbarer Klimaschutz.

Kaum belastbar: Dünne Einweg-Plastiktüten
Übrigens: Wer in Mosambik oder Botswana im Besitz von Plastiktüten ist, kann mit Geldstrafen bis zu 500 US-Dollar bestraft werden – Gottseidank hat sich die EU dieser Regelung nicht angeschlossen.
Aber auch wir sind noch lange nicht durch, was neue strengere Regelungen der EU angeht. So sollen Einweg-Plastik-Verpackungen ab 2030 komplett verboten werden – jede Verpackung muss dann recycelbar sein. Viele kleinen Packungen wie Ketchup-Tütchen soll es dann nicht mehr geben. Einwegbesteck und Geschirr aus Plastik, Trinkhalme, Rührstäbchen, Wattestäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff werden seit dem 3. Juli 2021 EU-weit nicht mehr produziert werden.
Um es klar zu sagen: Niemand kann es gut finden, wenn unsere Weltmeere, unsere schönen Strände von Plastikmüll verschandelt werden. Natürlich müssen wir dafür sorgen, dass unsere Fische nicht verenden, weil sie Plastikabfälle fressen. Aber für viele dieser Regeln braucht man keine Gebots- und Verbotsorgien der EU. Und auch keine neuen, noch strengeren Verbote unserer Bundesregierung. Man braucht nur seinen gesunden Menschenverstand.
In Großbritannien ist die Regierung der Umweltverschmutzung mit einem wunderbaren Slogan zu Leibe gerückt. Jeder versteht ihn, weil es so einfach ist. Er lautet: Keep Britain tidy (halte England sauber). Und in Deutschland greift nun das Plastikdeckel-Gesetz, das Mike Krüger zu Recht „Schwachsinn“ nennt. Zu Recht, wenn man diese Zahlen kennt. 97 Prozent aller PET-Flaschen werden bei uns zurückgegeben – 90 Prozent mit Deckel.
Das neue Gesetz hätte es wirklich nicht gebraucht, oder?
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