Alle 30 Minuten ging 2023 ein deutsches Unternehmen insolvent
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Sie so zu einem wunderbaren Ereignis wie den Fußball-Europameisterschaften zu begrüßen, ist sicher alles andere als höflich. Aber leider sprechen die Zahlen für sich: Wie die Deutsche Presse Agentur (dpa) meldet, haben in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 5209 Unternehmen Insolvenz angemeldet – der steigende Trend bei Firmenpleiten in Deutschland hält an.
Das heißt: Im Jahr 2023 ging alle 30 Minuten ein deutsches Unternehmen insolvent.
Das Statistische Bundesamt teilte mit: Es waren gut ein Viertel mehr Insolvenzen (26,5 Prozent) als im Vorjahresquartal. Seit Juni 2023 seien damit durchgängig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten, konstatierten die Wiesbadener Statistiker. Und mit dem Wort „Zuwachsraten“ meinen sie Pleiten.
Was ist nur los in unserem Land? Leider ist Deutschland nicht nur Pleite-Land, sondern auch Teuer-Land geworden. Güter und Dienstleistungen, die Fußball-Fans in Anspruch nehmen, haben sich in den vergangenen Jahren besonders stark verteuert, meldet die „Welt“. Wer Deutschland zur Sommermärchen-WM 2006 das letzte Mal besucht hat, wird sich die Augen reiben, wenn er merkt, was er heute für die gleichen Produkte bezahlen muss: Frische Brötchen haben sich um 33 Prozent verteuert, Butter um 30 Prozent. Alkoholische Getränke sind in den letzten fünf Jahren um ein Viertel im Preis gestiegen. Essen gehen kostet ein Viertel mehr als vor der Corona-Zeit.
Die Leute haben die Schnauze voll
Die Stimmung ist so, wie sie Stefan Wolf, Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, gerade in einem Interview geschildert hat „Die Leute haben – derb gesprochen – die Schnauze voll von der ständigen Gängelung, der Besserwisserei, die einem vermitteln soll, wie man zu leben hat. Viele Regelungen auf europäischer Ebene, wie den Green Deal, wollen die Wähler einfach nicht. Die Europäer wollen auch weiter mit Verbrennermotoren fahren.“

Stefan Wolf, Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall
Eine kritische Stimme von vielen in Deutschland zu Beginn der Europameisterschaft – ich glaube, ganz sicher eine Stimme des Volkes. Es vergeht leider kein Tag, an dem man hier über Politiker-Entscheidungen nicht den Kopf schütteln muss. Aktuell gucken die Menschen nach Berlin. Im Abgeordnetenhaus stimmten gerade CDU, SPD, Grüne und Linke dafür, dass in den kommenden Jahren zusätzlich 1,322 Milliarden Euro für die Unterbringung von Asylbewerbern ausgegeben werden. Am Anfang dieser Woche hatte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) noch öffentlich gewarnt, dass Berlin keine weiteren Flüchtlinge und Asylbewerber mehr aufnehmen könne. Er sagte: „Der Druck wird immer größer. Wir haben jetzt schon keine Plätze.“ Mit den freigegebenen Milliarden werden die Zeltstädte auf den ehemaligen Flughäfen in Berlin-Tegel und Berlin-Tempelhof erweitert. Dazu werden weitere Hotels angemietet und 16 neue Standorte für Container aufgebaut.
Die traurige Ironie dieser Geschichte in Berlin ist: Es wird immer schwerer, zu diesen und anderen Orten der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie S-Bahn, U-Bahn, Bussen und Straßenbahn pünktlich zu gelangen – es ist kein Geld für die Sanierung des zum Teil maroden Verkehrssystem da. Wer täglich mit den „Öffis“ fahren muss, weiß, was Unpünktlichkeit bedeutet. Es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens ein Zug oder ein Bus ausfällt.
Ich wünsche Ihnen und uns trotzdem eine großartige Europameisterschaft – eine der Herzen. Und vielleicht fahren Sie einfach etwas früher los, damit Sie auch pünktlich zum Spielbeginn ankommen.
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