„Antidiskriminierungsbeauftragte“: Ein linkes Wort ist Unwort des Jahres – wie lustig!
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Zum heutigen Weltalphabetisierungstag (welch ein Wort!) hat eine Jury das „Wortgetüm des Jahres“ bestimmt. Ich finde, die besondere Jury (Erwachsene mit geringer Lese- und Schreibkompetenz) hat die richtige Wahl getroffen. Das Wort heißt: „Antidiskriminierungsbeauftragte“.
Wie gesagt, eine großartige Wahl. Mit seinen 31 Buchstaben, elf Silben und vielen (Fremd-)Wortbestandteilen ist es sehr komplex und dadurch sowohl schwer lesbar als auch schwer verständlich. „Gerade für die Menschen, die von der entsprechenden Institution Unterstützung erhalten sollen, stellt das Wort eine zusätzliche (diskriminierende) Barriere dar“, sagt Dr. Ann-Christin Bolay, die Kommunikationsbeauftragte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Wie Recht sie hat! Dem kann man nur zustimmen, sagt mein gesunder Menschenverstand. Allerdings könnte man den sogenannten „Weltalphabetisierungstag“ (8. September) auch gleich zum „Wortgetüm“ (früher „Wortungetüm“) ernennen – so schrecklich ist diese Wortkonstruktion.

Kinder lernen Lesen und Schreiben – hier in Zagreb in Kroatien.
Links gegen Links
Aber noch etwas anderes ist bemerkenswert. Das Ziel der einfachen Sprache, nämlich Sprachbarrieren ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Betroffenen eine starke Stimme zu geben, ist klar gescheitert. Die „leichte Sprache“ wird ja sonst mit dem Argument bemüht, man wolle Menschen mit geringer Lesekompetenz erreichen.
Die amüsante Ironie ist: Die Akademie der Wissenschaften, eine Institution mit Linksdrall, kritisiert eine ebenfalls linke Institution – die Meldestelle für Antidiskriminierung. Aber nicht aus ideologiekritischen Gründen, sondern weil das Wort selbst diskriminierend ist. Für die nämlich, die Begriffe in einfacher Sprache verstehen sollen. Aber bei diesem „Wortgetüm des Jahres“ nicht können.
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