ARD und ZDF machen sich lächerlich
Ein Beitrag von
Theoretisch ist alles in Butter: ARD, ZDF und Deutschlandradio sorgen für das beste Rundfunksystem, stützen die Demokratie und stabilisieren die Gesellschaft. So erzählen es uns die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Und sie müssen es so erzählen, denn allein die gesellschaftliche Relevanz kann Pflichtbeiträge in horrender Zahl rechtfertigen.
ARD, ZDF und Deutschlandradio erhalten jedes Jahr rund neun Milliarden Euro, risikolos, gesetzlich garantiert, und sie wollen noch mehr. Eine beim Bundesverfassungsgericht eingereichte Klage soll den Weg zum erhöhten Rundfunkbeitrag ebnen.
Robert Habeck wird sanft behandelt
Doch wie da so oft ist im Leben: die Theorie ist schöner als die Praxis. Praktisch nämlich tun ARD, ZDF und Deutschlandradio viel zu selten, was jüngst der ZDF-Intendant Norbert Himmler verkündete: Das ZDF liefere „Orientierung in einer fragmentierten Medienwelt“ und verfüge über eine „gesellschaftliche Integrationskraft“.
Welche Orientierung ist da gemeint – die Orientierung am grünen Parteiprogramm? Darauf deutet zumindest der sanfte, oft wohlwollende Tonfall, mit dem die Kanzlerkandidatur des Robert Habeck begleitet wird.

2021 gab es ein Triell vor der Bundestagswahl.
Und welche Integrationskraft soll von den Pflichtbeitragsmedien ausgehen? Gemeint ist, dass wesentliche Teile der Gesellschaft in den Programmen maßstabsgetreu abgebildet werden. Davon kann keine Rede sein. Der Eiertanz um den Schlagabtausch der Spitzenkandidaten zeigt es.
In den Umfragen führt deutlich der Kandidat von CDU und CSU, Friedrich Merz. Er hat die größten Chancen, den gescheiterten Kanzler Olaf Scholz abzulösen. Dahinter rangiert stabil, wenngleich mit großem Abstand, die Alternative für Deutschland.
Deren Spitzenkandidatin Alice Weidel wäre insofern die natürliche Gesprächspartnerin in einem öffentlich-rechtlichen Rededuell vor der Bundestagswahl. Beide Parteien überzeugen momentan rund 50 Prozent der Wähler. Säßen Weidel und Merz am ZDF-Tisch, wäre jeder zweite Deutsche in seinem politischen Willen vertreten.
Die sogenannte demokratische Mitte
Um die vom ZDF gepriesene „gesellschaftliche Integrationskraft“ zu erhöhen, ließe sich auch der Amtsinhaber von der SPD dazu bitten. Ein solches Triell mit Scholz, Weidel und Merz brächte Erkenntnisgewinn und Unterhaltung zugleich – es wäre die perfekte Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags, auf den sich ARD, ZDF und Deutschlandradio viel zugutehalten.
Pustekuchen. Weidel soll mit Habeck in einen Hoffnungslauf verbannt werden, auf die Hauptbühne will man nur Scholz und Merz lassen. Nur zur Erinnerung: Die SPD erreicht in den Umfragen 16 Prozent, die grüne Partei kommt auf elf bis 14 Prozent, die AfD liegt bei 20 Prozent. Der nächste Bundeskanzler wird nicht Robert Habeck heißen, mögen die Claqueure in den Redaktionen sich noch so sehr ins Zeug legen.
Auch Alice Weidel wird den Schlüssel ins Kanzleramt nicht erhalten. Derart viele Stimmen kann die AfD gar nicht erreichen, um die vereinigte sogenannte demokratische Mitte auszustechen. Das ändert nichts daran, dass die AfD momentan eine deutlich höhere Zustimmung im Volk genießt als die Grünen und eine höhere als die SPD. Diesem Umstand muss der Neun-Milliarden-Euro-Komplex Rechnung tragen, will er sich nicht lächerlich machen.
Die Theorie ist schöner als die Praxis
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird nur dann seinem Auftrag gerecht, wenn er die politischen Realitäten abbildet – und sich weder zum Erfüllungsgehilfen des Bundeskanzleramts noch der grünen Parteizentrale macht. Selbstbewussten Journalismus erkennt man daran, dass er sich mit niemandem gemein macht, vor allem nicht mit den Mächtigen.
An Olaf Scholz sollte die Einladung zu einem solchen Triell ergehen – er möge sie dann annehmen oder es sein lassen. Ein Kanzler ist der erste Diener, nicht der König seines Landes. Und Robert Habeck, der sich viel auf seine Demut einbildet, sollte demütig genug sein und seinen Platz unterhalb des Siegertreppchens akzeptieren. Die Grünen haben in einem Triell der wichtigsten Parteien und Kandidaten nichts verloren.
Im Staatsvertrag des Zweiten Deutschen Fernsehens heißt es: In den Angeboten solle „ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit vermittelt“ werden. Es wäre schön, wenn aus dieser Theorie Praxis würde.
Abonnieren Sie unser neues Format KISSLER KOMPAKT! Der neue YouTube-Kanal von NIUS für Neugierige und Besserdenker mit Alexander Kissler - jetzt hier klicken!
Mehr NIUS:
Jan Josef Liefers als Versöhner: Macht diesen Mann zum Bundespräsidenten!
Die neue Esskultur der Deutschen Bahn: Currywurst ohne Pommes, kein Speiseeis
Die Linke beweist auf ihrem Parteitag: Die SED ist nie untergegangen
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Mehr NIUS:
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Wegducken gilt nicht mehr: Die CDU muss vor der Wahl sagen, ob sie mit den Linken regieren würde
Die letzten Helden tragen Trikots
Gedenken an den 17. Juni: Die Einheit wurde uns nicht geschenkt
Alexander Kissler
Artikel teilen
Kommentare