Baerbocks Evakuierungs-Debakel: Wer auf die Regierung vertraut, wird im Stich gelassen
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Wenn es um Leben und Tod geht, merken Menschen schnell, ob sie ihrer Regierung vertrauen können oder nicht. Die traurige Botschaft aus Berlin an die Deutschen in der Welt lautet gerade: Im Zweifel lassen wir euch im Stich. Wir lassen euch alleine. Viel Glück da draußen. Was im Zuge der Israel-Krise geschehen ist, ist das erbärmlichste Stück Außenpolitik, was die Bundesrepublik seit langem gesehen hat.
Am heutigen Freitag war Außenministerin Annalena Baerbock zu Besuch in Tel Aviv. Das ist erst einmal eine gute Nachricht, denn Solidarität mit Präsenz auszudrücken ist wesentlich kraftvoller als nur durch warme Worte. Aber zeitgleich zu ihrer Israel-Visite, um ziemlich genau 16 Uhr, flatterte folgende Nachricht in die Mail-Postfächer der Deutschen, die im Land feststecken. Unterzeichnet von der Baerbock-Behörde. Ich zitiere die ersten beiden Absätze in Gänze, weil es mich so fassungslos macht.

Immerhin: Die Außenministerin besucht Israel.
Liebe Landsleute, Pech gehabt …
„Liebe Landsleute, hiermit informieren wir Sie über weitere Ausreisemöglichkeiten:
1) Die für Samstag geplanten Lufthansa-Flüge werden laut aktuellen Informationen von Lufthansa nicht stattfinden.
2) Am 14.10. von Tel Aviv nach Mailand. Für den Samstag, 14.10.23, um 15.00h wird aktuell ein von Italien organisierter Flug von Tel Aviv (TLV) nach Mailand (MXP) angeboten, der über folgende Internetadresse gebucht werden kann: www.neosair.it. Die Ticketkosten belaufen sich dort auf 350 EUR.“
Pech gehabt, wer auf die Lufthansa gehofft hat! Aber die Italiener nehmen euch vielleicht noch mit, ciao ciao und viel Glück! Ihr Auswärtiges Amt.
Es wird aber noch besser. Am Sonntag gibt es noch die Möglichkeit, von Akaba in Jordanien zu fliegen, Condor fliegt mit zwei Maschinen nach Frankfurt. Das Auswärtige Amt schreibt dazu: „Wenn Sie diese Option nutzen, begeben Sie sich bitte eigenständig und so schnell wie möglich in die Nähe des Flughafens Akaba bzw. in die Grenzstadt Eilat und verweilen Sie bis Sonntag dort. Derzeit gibt es noch reguläre Busverbindungen z.B. aus Tel Aviv nach Eilat. (…) Wägen Sie eventuelle Risiken sorgfältig ab.“

Über Jordanien könnten die Deutschen mit Condor nach Frankfurt geflogen werden.
Plötzlich in einer Kriegssituation im Ausland zu sein, ist keinem Menschen zu wünschen. Aber vor allem keinem Deutschen. Denn während der Rest der Welt sich darauf verlassen kann, dass die Heimat einem hilft und alles dafür tut, einen so schnell wie möglich aus dem Krisengebiet zu holen, sind die Deutschen im Ausland momentan Annalena Baerbock ausgeliefert.
Es ist das Ende einer Woche, von der ich wirklich überzeugt war, viel peinlicher kann das deutsche Krisen-Management nicht mehr werden. Und jetzt setzt Baerbock noch einen drauf und muss sagen: Sorry, unser Plan, euch mit der Lufthansa da rauszuholen, ist leider nicht aufgegangen. Eure Annalena.
Knapp 5000 Deutsche sind in der sogenannten Krisenvorsorgeliste „ELEFAND“ („Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland“) für Israel registriert. 5000 Menschen, die darauf vertrauen, im Fall einer Eskalation des Nahostkonflikts Unterstützung aus Deutschland zu erhalten.

Baerbock am Freitagmorgen auf dem Weg nach Tel Aviv.
Alle können es. Wir nicht.
Diesen Menschen wurde von Baerbock zunächst am Dienstag via ZDF-Interview erklärt: „Angesichts der Situation, dass wir viel, viel mehr Menschen herausholen müssen, können wir nicht eine Militärmaschine schicken.“ In diesem Satz steckt eine offensichtliche Lüge.
Natürlich KANN Deutschland Militärmaschinen schicken. Aber Baerbock WOLLTE es nicht, weil es angeblich zu viele Deutsche waren. Niemand erwartet, dass die Luftwaffe an einem Tag alle rausholt. Aber vielleicht einmal mit Kindern und Familien anfangen? Auf die Idee kam Baerbock nicht. Eine deutsche Schulklasse hatte Glück, wurde von Island (!) mitgenommen.
Das Auswärtige Amt dagegen setzte auf die Lufthansa, die ab Donnerstag mit Sonderflügen eingreifen wollte. Für 300 Euro pro Nase und einer Airline-Hotline, die im Moment der Bekanntgabe zusammenbrach.

300 Euro verlangt die Lufthansa pro Sonderflug nach Deutschland.
Keine militärische Bedrohung. Keine Militärmaschinen. Keine Lufthansa.
Militärmaschinen kamen übrigens aus Bulgarien, Mexiko, Argentinien und der Slowakei. Der tschechische Außenminister stoppte nach einer Auslandsreise außerplanmäßig und sammelte 34 Tschechen ein. Und die Luftwaffe erklärte ernsthaft am Donnerstag: „Der Grund, warum das Auswärtige Amt zunächst auf die zivile Lösung mit der Lufthansa setzt, liegt an der Tatsache, dass derzeit keine militärische Bedrohung für die Luftfahrzeuge besteht.“
Klar. Keine militärische Bedrohung für die Luft. Deswegen streicht die Lufthansa jetzt ihre Evakuierungs-Flüge. Deshalb schickt die halbe Welt Militärflugzeuge.
80 Deutsche hatten Glück, sie fanden außerplanmäßig Platz in der Maschine, die Baerbock nach Tel Aviv brachte. Der Rest muss auf einen Platz bei den Italienern hoffen. Oder den Bus nach Akaba nehmen.
Annalena Baerbock beschwört gerne die feministische Außenpolitik. Ich habe bis heute nicht verstanden, was das sein soll. Aber Baerbocks Außenpolitik ist seit dieser Krise nicht nur peinlich, sondern auch gefährlich. Gefährlich für jeden, der einfach nur nach Hause möchte.
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