Bahnchef Lutz und ZDF-Chef Himmler haben viel gemeinsam: Warum Böhmermann fett abkassiert und Bahnreisende auf der Strecke bleiben
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ZDF-Intendant Norbert Himmler und Deutsche Bahn-Chef Richard Lutz teilen eine besondere Leidenschaft: ideologischen Aktivismus auf Kosten der Bürger.
Im ZDF-Mittagsmagazin vom 29. September wurden Passanten zu den politischen Themen befragt, die sie derzeit am meisten bewegen. „Ich mache mir insgesamt um den Klimawandel Sorgen“, erklärte eine als „Annika Liepold“ vorgestellte Person. „Deswegen werde ich auch Parteien wählen, die sich dafür einsetzen werden, dass mein Kind, mit dem ich unterwegs bin, auch eine Zukunft haben wird.“
Wenig später flog der Schwindel auf. Die scheinbar zufällig interviewte Passantin war tatsächlich Dr. Annka Liepold, die stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle des von Kanzler Olaf Scholz persönlich initiierten Zukunftsrats. Dies ist kein isolierter Vorfall, denn ARD und ZDF haben uns in der Vergangenheit mehrmals Politiker, parteinahe Funktionäre oder Kollegen aus dem Journalismus als zufällige Passanten untergejubelt.
Die Holzhammer-Methode
Früher waren die Versuche der politischen Beeinflussung subtiler, doch mittlerweile versucht man nicht mal mehr, den heftigen Linksdrall der öffentlich-rechtlichen Medien zu kaschieren. In der dreiteiligen ARD-Dokumentation „Ernstfall – Regieren am Limit“ wurden Scholz, Habeck, Baerbock und Co wie furchtlose Superhelden inszeniert, im unermüdlichen Einsatz, nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt zu retten. Dagegen wirkte Leni Riefenstahls Propagandafilm „Triumph des Willens“ fast schon wie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.
Am 7. Oktober 2022 erhob Jan Böhmermann in seiner Sendung „ZDF Magazin Royale“ schwere Anschuldigungen gegen den damaligen BSI-Präsidenten und Chef für Cybersicherheit, Arne Schönbohm. Er wurde beschuldigt, Beziehungen zu russischen Cybersecurity-Firmen zu pflegen, was ihn laut Böhmermann unhaltbar machte. Kurze Zeit später wurde Schönbohm abgesägt, obwohl ihm bis heute keinerlei Dienstverstöße nachgewiesen werden konnten. Charmantes Detail: Einige Monate zuvor hatte Juliane Seifert, Staatssekretärin im Innenministerium, Gespräche mit Böhmermann geführt.
Ja, das Leben steckt voller Zufälle. Das Innenministerium konnte oder wollte bis heute keine Protokolle zu diesen Gesprächen vorlegen.
Über Schlüsselfiguren und Strippenzieher
Norbert Himmler, der heutige Intendant des ZDF, gilt übrigens als Schlüsselfigur in der Karriereentwicklung von Jan Böhmermann. Während seiner Amtszeit als Leiter von ZDF Neo hat Himmler den Satiriker maßgeblich gefördert und den Grundstein für dessen Aufstieg ins Hauptprogramm des Senders gelegt. Und egal, wie oft Böhmermann offensichtliche Grenzen überschreitet – sei es mit einem Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten oder indem er die CDU als Nazis und Frauen als Scheißhaufen bezeichnet – Himmler bleibt stets schützend an der Seite seines Protegés.
Himmler ist offensichtlich ein großer Fan, und das lässt er sich – oder genauer gesagt, uns Gebührenzahler – einiges kosten. Laut einem Bericht der Tageszeitung Welt am Sonntag verdient Böhmermann im Jahr 2023 stolze 651.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Für 2024 ist eine Gehaltserhöhung von 31.000 Euro vorgesehen, und 2025 steigt der Betrag auf insgesamt 713.000 Euro. Das rückt Böhmermanns Tweet vom 25. April 2022 in ein völlig neues Licht: „Hä? Wieso gehört am Ende alles immer reichen Wichsern, die machen können was sie wollen?“

Himmler selbst bekommt als ZDF-Intendant nur 372.000 Euro, darf aber nebenbei 25.000 Euro dazuverdienen, um nicht zu verhungern. Übrigens soll es Menschen geben, die über seinen Nachnamen dumme Scherze machen. Ich halte diese Anspielungen für unfair, insbesondere wenn man bedenkt, dass nicht Norbert Himmler, sondern Karl Holzamer, der Gründungsintendant des ZDF, tatsächlich Mitglied der SA und der NSDAP war.
Himmler ist Unterstützer der linksgrünen Lebensart und daher dürfte er sich ganz besonders über die ZDF-Produktion „Aufgestaut“ freuen. In der sechsteiligen Comedy-Serie werden Klimakleber wie Helden inszeniert. Man könnte das Ganze auch als gebührenfinanzierte Dauerwerbesendung für die „letzte Generation“ bezeichnen.
Sicher ist es nur Zufall, dass dieser ZDF-Beitrag über Bahn-Chef Richard Lutz ebenfalls wie eine Werbesendung anmutet. Wenn Star-Journalist Cherno Jobatey harmlose Fragen auf Kindergarten-Niveau formuliert, damit sich Lutz in habeckähnlicher „Ich-hab’s-doch-nur-gut-gemeint“-Manier präsentieren kann, werden sämtliche Vorurteile über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eindrucksvoll bestätigt.
Moderner Eisenbahnraub
Richard Lutz strich im Jahr 2022 ein Grundgehalt von 968.000 Euro ein und obendrein leistungsbezogene Prämien von rund 1,27 Millionen Euro. Davon kann ein Böhmermann nur träumen. Normalerweise sind solche Boni an das Erreichen bestimmter Unternehmensziele gekoppelt. Wer weiß, vielleicht bestanden diese Ziele darin, die Zufriedenheit der Kunden auf ein historisches Tief zu senken und sie gleichzeitig mit veganem Regenbogen-Marketing zu bombardieren? Oder mit gut gemeinten Ratschlägen, wie wir zu mehr Toleranz und Respekt zurückfinden? Alleine können wir das ja nicht mehr.

Ausstellung gegen Antiziganismus im Dresdner Hauptbahnhof (Quelle: Screenshot Deutsche Bahn)
Selbstverständlich ist mir klar, dass es im Kern weniger um glückliche Fahrgäste als vielmehr um finanzielle Ergebnisse geht. Immerhin hat die Deutsche Bahn 2022 ein positives Vorsteuer-Ergebnis von 932 Millionen Euro erreicht und dennoch 227 Millionen Euro Verlust gemacht. Da ist es nur fair, dass der Vorstandsvorsitzende ein ordentliches Stück vom finanziellen Kuchen abbekommt. Außerdem plant der Aufsichtsrat der DB, die Vergütung der Vorstände zu reformieren und Boni an langfristige Unternehmensziele wie etwa eine verbesserte Pünktlichkeit zu koppeln.
Dass der Chef sich noch rasch die Taschen füllt, bevor die finanziellen Schleusen enger gestellt werden, mag schäbig und obszön wirken, vielleicht sogar kriminell. Aber man wird nicht Leiter eines maroden Milliardenunternehmens, indem man sich wie ein anständiger Mensch verhält.
Auf Schienen in die Zukunft
Sollte die Deutsche Bahn einen Teil der Einnahmen in Maßnahmen investieren, die Bahnreisen wieder attraktiv machen? Was für ein Schwachsinn! Stellen wir uns nur einmal vor, Richard Lutz hätte zehn Millionen Euro in die Verschönerung des Berliner Hauptbahnhofs gesteckt, um diesen Schandfleck aufzuhübschen. Das hätte nicht nur den Verlust erhöht, sondern der arme Mann wäre womöglich mit nur 1,5 Millionen Euro nach Hause gegangen. Ein solches Schicksal würde ich selbst meinem schlimmsten Feind nicht wünschen.
Zumal Herr Lutz ganz genau weiß, dass die Bahn keine zufriedenen Kunden braucht. In den kommenden Jahren werden ohnehin mehr Menschen mit der Bahn reisen, aber nicht, weil sie möchten, sondern weil sie müssen. Ihnen wird keine andere Wahl bleiben. Denn unsere Regierung tut gerade alles, um den Deutschen das Autofahren gründlich zu vermiesen.
Wer sich keinen fahrbaren Untersatz mehr leisten kann, fährt eben mit der Bahn, auch wenn das WLAN im Eimer, die Toilette kaputt, das Bordrestaurant geschlossen und die Sitzplatzreservierung aus technischen Gründen nicht möglich ist.
Herr Lutz freut sich schon auf Sie. Und wer weiß? Vielleicht begegnen Sie sogar Norbert Himmler im ICE. Wobei, das ist eher unwahrscheinlich, denn dank unserer Zwangsgebühren kann er sich einen Dienstwagen samt Chauffeur leisten.
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