Bayern steht zu Israel-Hasser Mazraoui: Der Fußball ist moralisch komplett am Ende
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Es ist die größte moralische Bankrotterklärung des Jahres – und gleichzeitig verdammt ehrlich.
Noussair Mazraoui hat sich nach dem Terror-Anschlag auf Israel mit mehr als 1.000 brutal ermordeten Juden eindeutig pro Hamas positioniert, mit einem wachsweichen Statement probiert hinauszuwinden – und darf trotzdem weiter das Trikot des FC Bayern München tragen.

Rekordmeister Bayern München zieht keine Konsequenzen nach Mazraouis pro Hamas Statement. Der marokkanische Nationalspieler darf weiter das Trikot der Münchner tragen.
Wir müssen es akzeptieren: Fußball hat zwar eine große gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Kinder tragen die Trikots ihrer Vorbilder und lächeln selig, wenn sie einem Star einmal ganz nahe kommen.
Aber moralisch ist dieser Sport komplett am Ende. Ein Weltverband, der seine Turniere in Russland, Katar und wahrscheinlich bald Saudi-Arabien ausrichtet. Spitzenvereine wie Paris Saint-Germain oder Manchester City, die sich mit dem Blutgeld der Scheichs den Erfolg in Europa erkaufen. Und eben der FC Bayern, der jahrelang den Terror-Paten aus Katar seinen Trikot-Ärmel als Sponsor-Fläche zur Verfügung stellte.

Dezember 2022 in Katar: FIFA Präsident überreicht Lionel Messi den WM Pokal vor den Augen des Emir von Katar.
Vom jüdischen Präsidenten zum „Sieg der unterdrückten Brüder in Palästina“
Bis 1933 hatte der FC Bayern einen jüdischen Präsidenten: Kurt Landauer. 1938 war Landauer für vier Wochen im KZ Dachau interniert, vier seiner Geschwister wurden von den Nazis ermordet, er selbst konnte in die Schweiz fliehen. Nach dem Krieg und nach dem Holocaust kehrte Landauer zurück nach München und wurde wieder Bayern-Präsident.

Der Platz vor der Allianz Arena, dem Stadion des FC Bayern München, ist nach dem ehemaligen Präsidenten Kurt Landauer benannt.
78 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz heißt der starke Mann beim FC Bayern Jan-Christian Dreesen. Der Vorstandsvorsitzende musste folgenden Sachverhalt beurteilen: Wie gehe ich mit einem Spieler um, der Allah im Internet um den „Sieg“ der „unterdrückten Brüder in Palästina“ bittet? Und der Posts eines Accounts teilt, der die Auslöschung Israels fordert?

Jan-Christian Dreesen ordnet dem Erfolg seines Vereins alles Andere unter.
Nun. Der Bayern-Boss hat offenbar wirklich nur Fußball im Kopf. Dem Verein mangelt es gerade an Verteidigern. Mazraoui ist ein Defensivspieler auf Top-Niveau. Also hat er den Marokkaner zum Krisengespräch eingeladen – und am Ende gute Besserung und viel Erfolg beim nächsten Spiel gewünscht. Mazraoui ist gerade verletzt, kehrt nach der Genesung zurück in den Kader.
„Dem Frieden verpflichtet“
In der Pressemitteilung des FC Bayern zum Fall Mazraoui wird Dreesen wie folgt zitiert: „Noussair Mazraoui hat uns glaubwürdig versichert, dass er als friedliebender Mensch Terror und Krieg entschieden ablehnt. Er bedauert es, wenn seine Posts zu Irritationen geführt haben.“
In der Pressemitteilung heißt es weiter, dieses Mal ohne Absender, also einfach so im Namen des deutschen Rekordmeisters: „Der FC Bayern und Noussair Mazraoui treten der Übertragung des Nah-Ost-Konflikts und seiner Gewalt in das dem Frieden verpflichteten Deutschland entschieden entgegen. Hass und Gewalt jeder Art haben in der politischen Kultur Deutschlands keinen Platz.“
Doch. Hass und Gewalt haben einen Platz – und zwar in der Bayern-Kabine. Sonst wäre Mazraoui nämlich rausgeflogen.
Mainz kann, was Bayern nicht kann
Am Samstag spielen die Bayern gegen den 1. FSV Mainz. Dort steht Anwar El Ghazi unter Vertrag. Er wird nicht dabei sein, der Verein hat ihn vorerst suspendiert. Der Grund: Ein Instagram-Post mit der Aufforderung, Israel von der Landkarte zu tilgen („From the river to the sea, Palestine will be free“). Hätten die Bayern auch machen können. Wäre aber eine moralische, und keine sportliche Entscheidung gewesen.

Die Vereinsführung von Mainz 05 bewies Haltung und suspensierte Anwar El Ghazi nach einem israelfeindlichen Post auf Instagram.
Fußball ist kein Sport mehr, Fußball ist ein Geschäft. Der Fall Mazraoui beweist wieder einmal: Man muss das akzeptieren, sonst kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.
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