Beweismittel dürfen nicht ausgewertet werden: Die Justiz in Berlin kuscht vor den Tätern der Vulkangruppe
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Nach den Brandanschlägen auf die Berliner Stromversorgung stehen die Ermittler vor einer ermittlungstechnisch brisanten Situation: Die Behörden haben Verdächtige identifiziert, Wohnungen durchsucht und zahlreiche Beweismittel sichergestellt – doch zentrale Daten auf beschlagnahmten Mobiltelefonen und Computern dürfen nach Angaben der Ermittler bislang nicht ausgewertet werden.
Zwei Anschläge auf die Berliner Stromversorgung hatten dazu geführt, dass rund 100.000 Berliner zeitweise ohne Strom waren. Es war der größte Stromausfall der Nachkriegszeit. Die Ermittler gehen von gezielten Angriffen auf kritische Infrastruktur aus. Im März folgte eine bundesweite Großrazzia mit rund 500 Beamten. Wohnungen wurden durchsucht, Mobiltelefone und Laptops sichergestellt. Selbst das Alter und die Initialen der Verdächtigen wurden in Medienberichten veröffentlicht.
Monate später steckt die Justiz mitten in einem juristischen Gerangel um genau jene Datenträger, die für die Ermittlungen entscheidend sein könnten. Während die Generalstaatsanwaltschaft Berlin erklärt, die eingelegten Rechtsmittel der Beschuldigten hätten keine aufschiebende Wirkung und eine Auswertung sei damit möglich, heißt es aus Ermittlerkreisen, das BKA habe keinen Zugriff auf die Daten. Offiziell will niemand den Widerspruch erklären.

Vermummte Polizisten durchsuchen ein Objekt in Berlin im März 2026. Die gefundenen Beweismittel dürfen laut BKA bislang nicht ausgewertet werden.
Eindeutige Verbindungen ins Herz der Berliner Linksextremistenszene
Währenddessen berichtet die Welt am Sonntag über die Verdächtigen: Zwei Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 28 und 36 Jahren stehen demnach im Fokus der Ermittler. Sie sollen Verbindungen in die Berliner linksextreme Szene und zum Umfeld der Rigaer Straße 94 haben. Spätestens nach dieser Berichterstattung wissen die Tatverdächtigen, dass sie im Visier sind. Die Überwachung läuft weiter, die Sabotage-Serie auch. Im Juni brannte es in Reutlingen, vor wenigen Tagen wurden Brandsätze an der Strecke Köln–Düsseldorf gefunden. Das „Kommando Angry Birds“ bekannte sich auf Indymedia zu den Anschlägen auf die Strecke. Im Netz kursieren zudem diverse Sabotage-Anleitungen.
Es entsteht der Eindruck, dass die Justiz hier mit besonderer Vorsicht vorgeht. Bei einem der schwersten Anschläge auf kritische Infrastruktur der vergangenen Jahrzehnte.

Am 10.07.2026 gab es einen Anschlag auf die Bahnstrecke Köln–Düsseldorf. Zunächst ging man laut Ermittlern von einem „Böschungsbrand“ aus. Später bekannte sich das linksextreme „Kommando Angry Birds“ zu dem Anschlag.
Schon in der Vergangenheit wurden überführte Verdächtige freigesprochen
Das Muster ist nicht neu. Im Februar 2023 wurden Daniel K. und Eva H. in Adlershof auf frischer Tat ertappt und sofort festgenommen. Beide kamen ebenfalls aus dem linken Berliner Szene-Umfeld. Daniel K. hatte zuvor in der Liebigstraße 34 gewohnt. Die Polizei fand bei ihnen Funkgeräte, einen Kanister mit Kraftstoff und Listen mit Polizeikennzeichen. Auch DNA-Spuren wurden sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft wertete die Funde als Hinweise auf die Vorbereitung eines Brandanschlags auf die Berliner S-Bahn. Im Juli 2024 wurden beide jedoch vollkommen überraschend freigesprochen. Die DNA-Spuren waren angeblich nicht brauchbar.

Zwei Verdächtige mit Verbindungen in die Berliner Linksextremistenszene wurden nach einem langen Prozess trotz eindeutiger Indizien freigesprochen.
Immer wieder dasselbe Bild: Verdächtige aus dem linksextremen Milieu, klare Hinweise und am Ende wenig Konsequenzen. Während die Angriffe auf Bahn, Strom und Infrastruktur weitergehen. Wenn selbst nach einer bundesweiten Razzia die entscheidenden Datenträger monatelang nicht ausgewertet werden dürfen, und wenn gleichzeitig die Identitäten der Beschuldigten öffentlich werden, dann stellt sich eine einfache Frage: Wie ernst nimmt der Staat diese Täter wirklich?
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Florian Morsch
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