Blutiger Jahreswechsel: Die Angst der Polizisten vor der Silvesternacht
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Wir haben noch nicht einmal Weihnachten, da redet die Polizei schon über Silvester. Und leider geht es nicht um das friedvolle Feiern ins neue Jahr. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) rechnet mit einem blutigen Jahreswechsel: Explodierende Böller, Verletzte, Tumulte – die Einsatzleitung plant schon jetzt, welche Einsatzkräfte an welchen Stellen nötig sind.
Und eines scheint klar – Polizeibehörden verzweifeln, weil es nicht „genug Kräfte gibt“, wie der GdP-Chef Jochen Kopelke der Rheinischen Post mitteilte. „Schreckschusswaffen, Gruppengewalt, geplante Hinterhalte – sowas erwartet uns.“

Bilanz der Berliner Silvesternacht 2024: 37 verletzte Polizisten, rund 400 Festnahmen und 670 Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz.
Nachts allein in der Blaulichtwelt
Es ist eine Warnung von jenen, die uns schützen wollen – und selber Schutz brauchen. Es geht nicht um anonyme Einsatzkräfte, nicht um anonyme Besatzungen in den Krankenwagen. Es geht um jeden einzelnen, der in dieser Nacht seinen Dienst tut. Es geht um Väter und Mütter, die ihren Kopf hinhalten müssen, damit andere geschützt werden.
GdP-Chef Kopelke beschriebt es so: „Es frustriert an Silvester, nachts alleine in der Blaulichtwelt zu stehen. Nachts müssen Richterinnen und Richter nicht zu Hause, sondern in den Arrest- und Gewahrsamsbereichen arbeiten.“

Polizisten rücken aus – immer wieder werden sie Opfer von Gewalt an Silvester in Berlin.
Schutzzonen für die Nacht der Freude
Behörden trafen bereits besondere Vorkehrungen, da Zahl und Gefährlichkeit von Sprengkörpern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hätten. Kopelke fordert deshalb mehr Böllerverbote und zusätzliche Schutzzonen in Städten. Der illegale Verkauf von Schreckschusswaffen müsse unterbunden werden, auch sollen „Mehrfach-Straftäter der letzten Jahre“ Meldeauflagen oder Platzverweise bekommen.

Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei
Alle diese Überlegungen des Polizei-Gewerkschaftlers sind vernünftig und nachvollziehbar. Sofern man solche Worte gebrauchen kann, wenn es um blutige Krawalle in einer Nacht geht, in der wir eigentlich freudig und gemeinsam das neue Jahr begrüßen sollten. Nun ist Silvester aber leider so. Und es wird leider auch nicht besser.
Wer sind die kriminellen Randalierer, was weiß man? Bei den Tätern handelt es sich vor allem um junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren. Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Die Behörden erklärten zudem, dass fast immer Alkohol und wahrscheinlich Drogen konsumiert wurden. Der Experte Stefan Reinhart formuliert es so: „So systematisch und so enorm wie im letzten Jahr war es für viele ein Schock.“
Wenige Menschen verderben vielen Menschen das wunderbare Gefühl, das Gleiten vom alten Jahr ins neue zu genießen – eine Nacht fröhlich zu sein, wehmütig und freudig zugleich.
Denn in jedem Ende steckt immer auch ein Neubeginn. Niemand hat es schöner gesagt als der Dichter Hermann Hesse. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“
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