Das ist Deutschlands asozialste Kurve: Gewalt gegen Polizisten explodiert in der Hauptstadt
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Schauen Sie sich einmal die Grafik an: Das ist Deutschlands asozialste Kurve.
Sie findet sich auf Seite 16 der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes Berlin und beschreibt die Entwicklung Gewalttaten gegen Polizisten in der Hauptstadt seit 2014. Vor zehn Jahren gab es 6540 Delikte, 2023 waren es 9603. Rekord. Hier ist die Grafik noch einmal mit allen Details:

Eine Seite weiter wird die Gewalt gegen Feuerwehr- und andere Rettungskräfte gelistet. Die Zahl der Angriffe auf Feuerwehrmänner hat sich seit 2014 mehr als verdreifacht, die gegen sonstige Rettungskräfte ist im 10-Jahresvergleich leicht gestiegen.

Ich frage mich: Wer greift Menschen in Uniform an, die anderen helfen wollen, die Verletzten zur Hilfe eilen oder ein Feuer bekämpfen? Wer greift Polizisten an, die ein Verbrechen verhindern oder ganz einfach Recht durchsetzen wollen?
Die Antwort lautet: Menschen, die diesen Staat verachten. Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Gesellschaft lautet: Wir greifen nicht die Menschen an, die uns beschützen. Wer diesen kleinsten gemeinsamen Nenner mit Füßen tritt, kann dafür nur zwei Gründe haben: Entweder ist er nicht mit dieser Formel aufgewachsen, diese Grundregel ist nicht Teil der Kindheit gewesen. Oder die Uniform ist zum Feindbild geworden. Beides ist grauenhaft und eine existenzielle Bedrohung für den Gesellschaftsfrieden.

Silvesternacht in Berlin: Ein Feuerlöscher wird auf einen Rettungswagen geschleudert
Wer will denn bitte noch eine Uniform tragen, wenn mit jedem Tag das Risiko wächst, im Einsatz verdroschen, bespuckt oder durchbeleidigt zu werden? Das ist übrigens kein Hauptstadt-Phänomen, auch wenn die Sitten in Berlin besonders verdorben sind.
Drei Polizeimeldungen aus dem Monat März
Hier sind drei Polizeimeldungen aus dem laufenden Monat, die die Gewalt gegen Uniform-Träger dokumentieren.
Kaiserslautern, 9. März. Ein 27-jähriger Mann löste wegen seines aggressiven Verhaltens gleich drei Polizeieinsätze aus – bis er dann festgenommen wurde. „Allerdings versuchte er auf dem Weg in den Gefangenentransporter, den Spiegel des Wagens abzutreten und die Beamten zu bespucken. Sein Verhalten setzte sich auf dem gesamten Weg zur Wache fort. Zu alledem probierte er immer wieder, Kopfstöße zu verteilen. Dabei verletzte er sich selbst im Gesicht. Ein Polizeibeamter wurde ebenfalls verletzt, als der Beschuldigte gegen die Transporter-Tür stieß, um sich zu befreien.“
Frankfurt, 11. März. Die Polizei kontrolliert im Bahnhofsviertel die Papiere einer vierköpfigen Familie, der jüngste hat keinen Ausweis dabei. Im Einsatzbericht heißt es: „Als dann der 15-Jährige versuchte wegzurennen, hielten ihn die Beamten fest und brachten ihn zu Boden. Währenddessen schlug und trat er um sich. Darüber hinaus spuckte er in Richtung der Polizisten und versuchte sie auch mit dem Kopf zu stoßen. Sie nahmen den Jugendlichen fest und fuhren mit ihm auf eine Polizeidienststelle, wobei er sich weiterhin renitent zeigte und Beleidigungen und Bedrohungen aussprach.“
Trier, 25. März. Einer Zivilstreife fällt in der Innenstadt ein alkoholisierter Mann aus Kolumbien auf. „Gegen 19:40 Uhr hatte die Streife den Mann beobachtet, wie er in der Bahnhofstraße gegen fahrende Fahrzeuge trat und schlug. Bei der Kontrolle zeigte er sich äußerst aggressiv, ging mehrfach bedrohlich auf die Bundespolizisten zu und versuchte sie zu schlagen. Zur Abwehr weiterer Angriffe wurde das dienstliche Pfefferspray eingesetzt, der Angreifer zu Boden gebracht und mittels Handschellen fixiert. Da er sich weiterhin aggressiv und uneinsichtig zeigte, zudem mehrfach in Richtung der Beamten spuckte, wurde ihm eine Spuckschutzhaube angelegt.“
Die Regierung misstraut der Polizei
Normal ist das alles nicht mehr.
Und was macht die Regierung? Stärkt nicht die Rolle der Polizei, sondern schafft eine neue Stelle im Apparat, die den freundlichen Namen „Polizeibeauftragter“ trägt, aber letztlich eine Art Chef-Aufseher aus der Abteilung Generalverdacht ist. Heiko Teggatz, Chef der Bundespolizei-Gewerkschaft, spricht uns gegenüber von einem Klima des Misstrauens der Regierung gegenüber der Polizei.
Der wichtigste und schönste Satz unserer Gesellschaft steht über fast jeder Feuerwache: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr. Diese sieben Worte gelten nicht nur für Feuerwehrmänner, sie gelten für jeden in diesem Land, der in Uniform einen Dienst an der Gesellschaft leistet. Es ist dieser Satz, der immer häufiger angegriffen wird – und damit unsere ganze Gesellschaft.
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