Der Klima-Protest wird staatlich hofiert, der Bauern-Aufstand ist echter Protest
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Die Empörung über die Ereignisse im schleswig-holsteinischen Schlüttsiel ist groß. Und das, obwohl eigentlich nicht viel passiert ist. Selbst die Polizei erkannte keine „Gewalt“, der der Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ausgesetzt gewesen sein soll. Das hinderte jedoch Vertreter der Regierungsparteien und großer Medienhäuser nicht, „feuchte Träume vom Umstürzen“ (Cem Özdemir) zu beschwören, anarchistische Zustände durch den „Kartoffel-Mob an der Fähre“ (Nikolaus Blome) herbeizureden und reflexartig empört auf die „Schande von Schlüttsiel“ (Bild-Zeitung) zu reagieren.
Die öffentliche Doppelmoral ist greifbar: Zeigen die Landwirte mit einer emotional-wütenden Protestaktion ihren Unmut, stören sich Politik und Medien massiv daran. Klebt sich hingegen die „Letzte Generation“ auf der Straße fest, hält sich der Ärger in den Redaktionsstuben und Büros der Ministerien in Grenzen. Das hat seine Gründe.
Während Klima-Chaoten mit ihren Aktionen nicht die Obrigkeit bloßstellen, sondern jene arbeitende Bevölkerung behindern, die das Land am Laufen hält, stören die Bauern dagegen den Wirtschaftsminister, einen wirklich Verantwortlichen also, der den Abstieg des Landes mitverschuldet. In der Konsequenz treten dauerstudierende Klima-Kids, die es kaum fassen können, wenn die widerspenstige Arbeiterschicht ihrem belehrenden Ton nichts abgewinnen kann, damit „nach unten“, während die um ihre Existenz kämpfenden Bauern ihren Protest „nach oben“ richten.

Die Bauern fahren mit ihren Traktoren am Donnerstagabend in Schlüttsiel vor.
Antifa als Mittel der Herrschenden
Zwar geben linke Protestbewegungen noch immer einen revolutionären Eifer vor, stattdessen aber sind sie längst zum Mittel der Herrschenden geworden. Das zeigt sich auch bei der Zusammenarbeit zwischen der sogenannten „Zivilgesellschaft“ und der militanten Antifa, deren Funktion sich im Grunde darauf beschränkt, regierungskritische Stimmen einzuschüchtern oder unliebsame Personen zu attackieren. Über Bundesprogramme wie „Demokratie leben!“ finanzieren sich zahlreiche „zivilgesellschaftliche“ Vereine, die beste Kontakte ins gewalttätige Antifa-Milieu pflegen. Der ein oder andere Antifa-Vertreter dürfte ohne diese Hilfsmittel des Staates ein noch tristeres Leben führen.
Gleichzeitig finden sich unter den vom Staat bezahlten Vereinen auch postkoloniale Lobbyvereine wie Each One Teach One (2023: 577.059,53 Euro aus dem Bundesfamilienministerium), die die Gesellschaft wieder nach Hautfarben einteilen wollen und die weiße Mehrheitsgesellschaft als „strukturell-rassistisch“ empfinden. Für diesen ist unter anderem der Berliner Grünen-Politiker Jeff Kwasi Klein tätig, der im Mai 2020 im Zuge der „Black Lives Matter“-Proteste physische Gewalt als geeignete Protestform würdigte. Hier demonstrieren schließlich „die Guten“, hier ist Gewalt erlaubt.
Proteste der „Letzten Generation“ finden ihre Unterstützung bei den Mächtigen
Dazu trommeln permanent Prominente – oder auf Neudeutsch: „Kulturschaffende“ – für linke Projekte unter dem Motto „Wir sind mehr“ oder „Wir haben Platz“. In einem offenen Brief forderten hunderte deutsche Schauspieler und linke Organisationen: „Klimaschutz ist kein Verbrechen – Solidarität mit der Letzten Generation“.
Wenn die versammelte Medienlandschaft hinter der Klima-Bewegung steht, wenn die Politik Straßenblockierer hofiert, und wenn Milliardäre aus den USA sowie grüne NGOs sogar die Finanzierung übernehmen, dann ist eine Bewegung wohl doch nicht so obrigkeitsfeindlich, wie sie vorgibt zu sein. Ganz im Gegenteil: Proteste der „Letzten Generation“ oder von „Black Lives Matter“ finden stets ihre Unterstützung bei den Mächtigen. Wenn Klima-Kleber ungehindert ins Finanzministerium eindringen können, um dort für Chaos zu sorgen, stellt dies kein Problem dar. Die verhätschelten Klima-Jünger werden sogar noch zu Gesprächen mit der Politik eingeladen.

Lea Bonasera von der Letzten Generation erscheint zu einem Gespräch mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP).
Die Bauern treten jedoch als wirklich organische Bewegung auf, die aus sich selbst heraus entstand und die sich selbst organisiert. Das erklärt auch die panische Angst der Obrigkeit, denn sie können diese Proteste „von unten“ im Gegensatz zu den Klima-Protesten „von oben“ nicht kontrollieren oder für sich nutzen. Auch große Konzerne, die in Zeiten der „grünen Transformation“ als Bittsteller der Regierung agieren und auf staatliche Subventionen hoffen, können der Landbevölkerung nur wenig abgewinnen. Kein Bauernvertreter würde je – wie es etwa bei der Frontfrau von Fridays for Future, Luisa Neubauer, der Fall war – vom Siemens-Chef einen Vorstandsposten angeboten bekommen.
Ganz zu schweigen davon, dass große Vermögensverwalter wie Blackrock ja selbst an der Spitze der Klimabewegung stehen, indem sie Unternehmen die sogenannten ESG-Regeln aufzwingen (Environmental, Social and Governance).
Regierung ließ Bauern im Stich
Der Zorn der Landwirte speist sich also auch aus der Arroganz der großstädtischen Politik- und Konzernwelt. Der Bauer kämpft um seine nackte Existenz, die in Zeiten der Globalisierung dank Billiglohnkonkurrenz aus Entwicklungsländern mehr als nur auf dem Spiel steht, während die eigene Regierung über die Entwicklungshilfe Steuergelder in der ganzen Welt verteilt.

Die Landwirte demonstrieren vor dem Fährhafen in Schlüttsiel.
An der Fähre im schleswig-holsteinischen Schlüttsiel prallten letztlich zwei Welten aufeinander: Auf der einen Seite ein in die Defensive geratener Wirtschaftsminister Habeck, dessen ideologisierte Grünen-Partei das abgehobene und auf dem Land verhasste „Juste Milieu“ verkörpert, das meist im öffentlichen Dienst beheimatet oder mit parasitären Bürokratieposten versorgt ist und durch eine applaudierende Medienlandschaft umschmeichelt wird; auf der anderen Seite die wütenden Landwirte, diejenigen also, die von der bloßen Arbeit ihrer Hände leben und genau wie alle anderen Selbstständigen, Angestellten oder Arbeiter, die sich Tag für Tag zur Arbeit schleppen, das Land am Laufen halten und sich ihren Wohlstand mühsam erarbeiten müssen.
Körperliche Gewalt bei Protestaktionen ist immer abzulehnen. Wenn jedoch der politisch-mediale Komplex unisono eine ausufernde Gewalt herbeiredet, um eine von der Regierung im Stich gelassene Bauernbewegung zu diskreditieren, die im Gegensatz zur „Letzten Generation“ tatsächlich angetreten ist, um die Herrschenden anzuprangern, dann ist eine Differenzierung bitter notwendig.
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