Der Mann, der vernichtet werden sollte, ist heute so mächtig wie nie
Ein Beitrag von
Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und wir sollten uns Hubert Aiwanger als einen Mann vorstellen, der gerade sehr viel und sehr laut lacht. Der heutige Donnerstag, 26. Oktober, ist in zweierlei Hinsicht ein sehr bemerkenswerter für Hubert Aiwanger.
Erstens wurde in München der Koalitionsvertrag zwischen CSU und den Freien Wählern unterzeichnet. Die Aiwanger-Partei hatte ihr Ergebnis bei der Landtagswahl auf 15,8 Prozent geschraubt (2018: 11,9 Prozent) und sich einen zusätzlichen Ministerposten im Söder-Kabinett raus gehandelt. Der Junior-Partner ist in der neuen Regierung also senioriger als vorher, Aiwangers politischer Einfluss gewachsen.
Zweitens sickerte am Vormittag durch, dass gegen den Lehrer, der Aiwanger fälschlicherweise der Urheberschaft eines ekelhaften Auschwitz-Flugblattes bezichtigt hatte, jetzt die Staatsanwaltschaft ermittelt. Es werde geprüft, ob der Lehrer sich durch ein „unbefugtes Offenbaren“ strafbar gemacht habe, es bestehe ein Anfangsverdacht der Verletzung von Dienstgeheimnissen und Privatgeheimnissen. Das klingt sehr technisch, heißt im Klartext: Der Lehrer könnte sich strafbar gemacht haben, weil er Dokumente eines Minderjährigen und Schutzbefohlenen aufbewahrt und dann Jahrzehnte später gezielt gegen einen anderen damals ebenfalls minderjährigen Schüler als politische Vernichtungswaffe eingesetzt hat.

Hubert Aiwanger und Markus Söder unterschrieben am Donnerstag den neuen Koalitionsvertrag.
Der Lehrer von Aiwanger missbrauchte den Schutzraum Schule
Das hatte sich der Lehrer anders vorgestellt. Und er gibt es sogar zu. Am Wahlabend sprach NIUS den mittlerweile pensionierten Mann an, er sagte mit Galgenhumor: „Da war ich unfreiwilliger Wahlkämpfer …“
Irgendwie beruhigend, dass manches in diesem Land doch noch funktioniert. Oder zumindest in Bayern. Dort erkennen die Behörden den eigentlichen Skandal der Geschichte: Ein Lehrer, der den Schutzraum Schule aufs Schändlichste missbraucht hat und sein ganzes Berufsleben ganz offensichtlich im falschen Job unterwegs war, wenn er in Denunzianten-Manier einen Giftschrank mit Kinder-Material führt.
Und die Menschen in Bayern wählen, was sie als vernünftig empfinden – und nicht, was die Leit-Medien kommentieren. „Aiwanger soll als Schüler antisemitisches Flugblatt verfasst haben“, lautete die Schlagzeile der Süddeutschen Zeitung am Freitag, 25. August. Einen Tag später bekannte sich Aiwangers Bruder als Verfasser des Auschwitz-Pamphlets. Weitere zwei Tage später verteidigte SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach die Falschberichterstattung seiner Zeitung: „Auf die Urheberschaft kommt es nicht mehr an, der Rest ist schon schrecklich genug.“
Menschen werden an ihren Taten gemessen
Doch. Auf die Urheberschaft kam es immer an. Wir sollten Menschen an ihren Taten messen. Und nicht an dem, was wir ihnen unbewiesen unterstellen. Im neuen, von Aiwanger unterzeichneten Koalitionsvertrag findet sich folgende Passage: „Jede Schülerin und jeder Schüler sollen im Laufe seiner Schulzeit mindestens eine KZ-Gedenkstätte oder vergleichbare Einrichtung der Erinnerungskultur zur Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus besuchen.“
Krach und der Denunzianten-Lehrer haben diesen Koalitionsvertrag erst möglich gemacht. Durch ihre Anti-Aiwanger-Kampagne haben sie Aiwanger nicht wie geplant vernichtet, sondern gestärkt. Aiwanger ist heute so mächtig wie nie.
Mehr NIUS:
Jan Josef Liefers als Versöhner: Macht diesen Mann zum Bundespräsidenten!
Die neue Esskultur der Deutschen Bahn: Currywurst ohne Pommes, kein Speiseeis
Die Linke beweist auf ihrem Parteitag: Die SED ist nie untergegangen
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Mehr NIUS:
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Wegducken gilt nicht mehr: Die CDU muss vor der Wahl sagen, ob sie mit den Linken regieren würde
Die letzten Helden tragen Trikots
Gedenken an den 17. Juni: Die Einheit wurde uns nicht geschenkt
Willi Haentjes
Artikel teilen
Kommentare