Deutsche Bahn will zahlreiche Verbindungen in NRW streichen … und der Bahnchef lässt sich feiern
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Ist die Überschrift unfair? Ich finde nicht.
Das Foto zeigt: Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn (links), und Bundesverkehrsminister Wissing (FDP) geben den Startschuss zur Sanierung der Riedbahn. Diese Fernverkehrsstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim ist eine der meistbefahrenen Routen in Deutschland. Ihre Generalsanierung soll bis zum 14. Dezember dieses Jahres dauern – bis dahin ist die Strecke vollständig gesperrt. Was auf dem Jubel-Foto nicht zu sehen ist und worüber in Bahnkreisen nicht so gerne geredet wird: Die Deutsche Bahn will gleichzeitig zahlreiche Verbindungen durch Nordrhein-Westfalen streichen, vor allem aber in ostdeutschen Regionen.

Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
Doch im Gegensatz zu glamourösen Eröffnungen wie im Zuge der Sanierung der Riedbahn (früher hat man neue Strecken gefeiert, nicht Strecken, die repariert werden müssen), ist das Thema „Streckenschließungen“ eher was für Enthüllungsjournalisten, über so was spricht die Bahn nicht gerne. Zum Beispiel schreibt die „Rheinische Post“: „DB-Fernverkehr plant, bereits ab dem 5. August 2024 eine ganze Reihe von Zugverbindungen zu streichen.
Dies soll Fahrten auf allen wesentlichen Fernverkehrsrelationen von und nach Hamburg, Berlin und Frankfurt betreffen“, heißt es in einem Schreiben von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) an Bahn-Chef Richard Lutz, über das die Zeitung berichtet. Krischer nennt Beispiele: „Aachen verliert die Hälfte seiner bisher direkten Verbindungen nach Berlin. In Gütersloh halten nur noch drei statt wie bisher sechs ICE nach Berlin.“ Der Minister kritisiert die Pläne: „Das konterkariert den Klimaschutz.“
„Angebotsreduktionen und auch eine Erhöhung der Ticketpreise sind unumgänglich“
Laut eines Berichts des „Spiegels“ sollen im kommenden Jahr mehrere Fernzugverbindungen – vor allem in Ostdeutschland – gestrichen werden. Die Deutsche Bahn dementiert das. Allerdings gebe es schwerwiegende finanzielle Engpässe und deshalb müsse das Fahrplanangebot überprüft werden. Ein Dementi klingt anders. Der Spiegel hatte berichtet, dass mehrere IC-Strecken gestrichen werden sollen. Es handelt sich dem Bericht zufolge um die Intercity-Linien 61 (Karlsruhe – Stuttgart – Aalen – Crailsheim – Nürnberg – Leipzig), 51 (Gera – Weimar – Erfurt – Gotha – Kassel – Dortmund – Köln) und 34 (Norddeich Mole – Münster – Dortmund – Siegen – Frankfurt). Darüber hinaus soll das Angebot an ICE-Fahrten nach Stralsund an der Ostsee in der Nebensaison stark reduziert werden. Grund sei die Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn.

Michael Peterson, im Bahn-Vorstand zuständig für den Fernverkehr.
„Je nach Höhe der zusätzlichen Belastungen sind wir gezwungen, den Umfang unseres Fahrplanangebotes bundesweit zu überprüfen“, sagte Michael Peterson, im Bahn-Vorstand zuständig für den Fernverkehr. Ein DB-Sprecher hatte zuvor erklärt: „Wenn die Erhöhung in der angekündigten Größenordnung, die deutlich über dem durchschnittlichen inflationsbedingten Kostenanstieg liegt, direkt an die DB Fernverkehr AG weitergegeben würde, dann sind Angebotsreduktionen und auch eine Erhöhung der Ticketpreise unumgänglich.“
Endlich mal einer von der Bahn, der Klartext redet. Auch wenn es nichts Gutes verheißt!
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