Deutschland, Auswanderungsland: Wen wundert's?
Ein Beitrag von
Dass Deutschland zu einem der beliebtesten Einwanderungsländer geworden ist, haben wir bereits besprochen. Ex-Kanzlerin Angela Merkel hatte 2015 mit ihrem „Wir schaffen das!“ gewissermaßen die Werbetrommel gerührt und das Signal gesendet: Bei uns können Menschen aus aller Welt Frieden, Freiheit und Glück finden. Im Jahr 2022 waren das 2,5 Millionen Zugereiste.
Dass Deutschland aber auch ein Auswanderungsland ist, hat sich unserer Kenntnis bislang erfolgreich entzogen. Die Konsequenzen dieser Ignoranz sind allerdings gefährlicher, als wir uns vorstellen.
Von 2016 bis 2022 sind über 1,8 Millionen Deutsche ins Ausland abgewandert (nur ein Teil kam wieder zurück). Dabei wandern schon seit dem Jahr 2004 mehr Einheimische aus, als zurückkehren. 2016 ist die Zahl der Auswanderer dann plötzlich hochgeschnellt. Warum?
Eigentlich ist die Auswanderung ein völlig normaler Prozess – jeder ist seines Glückes Schmied. Wenn ihn die Sehnsucht ins Ausland treibt, soll man den Reisenden nicht aufhalten. Doch hier müssen wir neu denken.
Es wandern überdurchschnittlich viele hoch qualifizierte deutsche Fachkräfte aus. Sie lesen richtig: Dass Außenministerin Baerbock und Arbeitsminister Heil die Welt bereisen, um qualifizierten Nachwuchs für die deutsche Industrie und Wirtschaft zu begeistern, ist zum Großteil der Tatsache geschuldet, dass wir unsere hervorragend ausgebildeten Ingenieure, Ärzte, IT-Fachleute und Ökonomen nicht nur schlecht behandeln, sondern sie auch noch einfach gehen lassen.
Die Gründe sind einfach. Das Ausland lockt mit der Verwirklichung ihrer Ziele, der Verbesserung ihrer Lebensumstände. In einigen Ländern der Welt, wo das Klima angenehm, die Bevölkerung freundlich und hilfsbereit, die Laune insgesamt gut und die Stimmung untereinander noch besser ist, müssen Zuzügler wenig bis gar keine Einkommenssteuer zahlen. Bei uns werden besonders alleinstehende Gutverdiener deutlich höher zur Kasse gebeten als anderswo auf der Erde.
Wen wundert es da, wenn der unabhängige Single, aber auch der schwer schuftende Familienvater deutschlandmüde entscheidet, der eigentlich geliebten Heimat den Rücken zu kehren? Anderswo seine Leistungskraft zur Verfügung zu stellen – dort, wo sie wirklich geschätzt wird?
Lesen Sie auch: Wir sind ausgewandert! Hier erzählen Menschen, warum sie keine Lust mehr auf Deutschland hatten
Im Ausland ist Schluss mit der Gängelei, auch der Behördenwahnsinn hat ein Ende.
Wenn es die Politik in unserem Land nicht versteht, die eigenen Leute zu halten, indem sie wirtschaftliche Anreize schafft, Steuererleichterungen, ein Klima der Anerkennung von Leistung, des Respekts vor Talent und harter Arbeit – für wen ist der Standort Deutschland dann noch attraktiv?
Bei den heiß umworbenen ausländischen Spezialisten wird sich schnell herumgesprochen haben, dass die Zukunft in Deutschland doch nicht so glänzend ist, wie sie ihnen versprochen wird.
Es ist also eine doppelte Chance, die gerade fahrlässig verspielt wird. Die Folgen werden uns lange begleiten.
Dieser Text ist ein Auszug aus dem täglichen NIUS-Newsletter von Chefredakteur Jan David Sutthoff (hier anmelden).
Mehr NIUS:
Jan Josef Liefers als Versöhner: Macht diesen Mann zum Bundespräsidenten!
Die neue Esskultur der Deutschen Bahn: Currywurst ohne Pommes, kein Speiseeis
Die Linke beweist auf ihrem Parteitag: Die SED ist nie untergegangen
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Mehr NIUS:
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Wegducken gilt nicht mehr: Die CDU muss vor der Wahl sagen, ob sie mit den Linken regieren würde
Die letzten Helden tragen Trikots
Gedenken an den 17. Juni: Die Einheit wurde uns nicht geschenkt
Jan David Sutthoff
Artikel teilen
Kommentare