Deutschlands peinlichste Bauruine: Auf der Elbtower-Baustelle in Hamburg geht nichts mehr
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Der Elbtower sollte das Aushängeschild der Stadt Hamburg werden. Er sollte größer, schöner, bedeutender werden als alle anderen Bauwerke in der Republik. Heute ist es Deutschlands peinlichste Bauruine.
Peinlich für den Ösi-Milliardär René Benko, peinlich aber auch für Olaf Scholz, den damaligen Hamburger Bürgermeister und heutigen Bundeskanzler, der sich für das Gebäude starkgemacht hatte. 245 Meter hoch sollte es werden, eine knappe Milliarde Euro kosten. Jetzt stehen davon 110 Meter – und höher wird es für die nächsten Jahre wohl auch nicht mehr. Experten gehen davon aus, dass das Gebäude lange Zeit nicht weiter gebaut werden kann, weil die Bauunternehmer nicht mehr bezahlt werden.

Weitergebaut wird vorerst nicht.
Höher, schöner, eindrucksvoller
Was treibt Menschen dazu, Gebäude so in die Höhe zu treiben? Kirchen wurden immer höher gebaut, weil die Gebete nicht am Boden kleben bleiben sollten. Der Mensch wollte seinem Schöpfer nahe sein. Baumeister überboten sich – wer baut höher, schöner, eindrucksvoller? Der Turmbau zu Babel aus dem Alten Testament (Genesis 11, 1 bis 9) zeugt davon. Die Menschen wollten so lange bauen, bis sie Gott ganz nahe waren, um ihm aus Hochmut sogar am Ende gleich sein zu wollen. Der Legende nach stoppte Gott den Bau – und es entstand die „babylonische Sprachverwirrung“ – keiner verstand den anderen mehr. So ist es bis heute.
Ich finde, ein bisschen von dieser Atmosphäre des Hochmuts hängt auch über der Ruine des Hamburger Elbtowers: Pläne, die sich nicht erfüllt haben, Ideen, die schön klingen und am Ende scheiterten. Hoffentlich kann der Elbtower doch noch eines Tages fertiggestellt werden ...
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