Die Deutschen wollen, dass Alkohol teurer wird – wie konnte das geschehen?
Ein Beitrag von
In einem fröhlichen Zecher-Land wie unserem ist das Ergebnis dieser Umfrage wie eine Bombe, die plötzlich und völlig überraschend explodiert. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa fand heraus: Die geplante stärkere Besteuerung alkoholischer Getränke stößt bei zwei Dritteln der Bürger auf Zustimmung. Gleichzeitig glauben zwei Drittel nicht, dass der Konsum dadurch zurückgehen wird.
Also: Eine freiwillige Selbstkasteiung für eine Maßnahme, an die zwei Drittel sowieso nicht glauben. Wie konnte das geschehen?
Wir leben nicht in Sibirien oder Nordfinnland, wo sich die Menschen aus Einsamkeit und Kälte schlechten Wodka und Whiskey reinpfeifen, um Depressionen zu überwinden, die durch den Fusel noch verstärkt werden.
Wir leben am schönen Rhein, in den herrlichen bayerischen Bergen, in Mittelgebirgen in Thüringen, am Wasser und in immer noch lebenswerten Städten.

Die Deutschen wollen, dass Alkohol im Supermarkt teurer wird.
Es lacht sich besser, wenn man ein Gläschen trinkt
Wir leben in Gemeinschaften, in denen die Menschen normalerweise einander kennen und einander schätzen. Und ja, wir haben eine Tradition der Freundschaften, bei denen gerne und manchmal regelmäßig ein oder mehrere Gläser Wein oder Bier oder Schnaps getrunken werden. Es lacht sich einfach besser zusammen, wenn man zusammen was Schönes trinkt.
Das heißt doch nicht, dass wir ein Volk von Alkoholikern sind. Das sagen ja nicht einmal Gesundheitsmediziner und Krankenkassen-Funktionäre. Alkohol gehört zu unserer Kultur. Es ist keine Kultur des Saufens, sondern des Genießens.
Und nun zu der entscheidenden Frage: Warum wollen die Deutschen freiwillig mehr bezahlen für eine Sache, die zu ihrem Leben und ihrer Kultur gehört?
Die neuen Tugendwächter wollen, dass wir kein Schweinefleisch essen
Ich glaube, die Antwort ist eine Mischung aus mehreren Faktoren. Ein Faktor ist: Wir lassen uns immer mehr fremdbestimmen. Das gilt für die Ernährung (kein Schweinefleisch, am besten überhaupt kein Fleisch). Das gilt fürs Trinken (Alkohol ist tabu, sagen uns die neuen Tugendwächter). Und: In den Großstädten gibt es in Lokalen und Imbissen (Döner-Läden) immer seltener Alkohol: Weder kann man ihn vor Ort trinken noch mit nach Hause nehmen. Das war vor 20, ja vor zehn Jahren noch anders.

In vielen Geschäften ist es inzwischen nicht mehr möglich, Alkohol zu kaufen.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Wir haben uns schleichend und fast unbemerkt in Teilen einer Lebensphilosophie angepasst, die nicht unsere ist. Nochmal: Wir sind ein Land der fröhlichen Zecher, und das sollten wir auch bleiben. Kein Land von Trinkern, sondern von selbstbewussten Menschen, die wissen, was sie wann und wie viel trinken.
In dieser Kultur zeigt sich im Kleinen (und das ist Trinken letztendlich), was uns bei großen Fragen drohen kann – der Verlust unserer Identität.
Haben Sie einen Hinweis zu diesem Thema? Hier können Sie uns schreiben.
Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
Mehr NIUS:
Terror! Ich stelle die Fragen, die kein Politiker hören will
Warum wurde der Terrorist Ballout mit Samthandschuhen angefasst?
Wir leben immer länger – leider auch kränker
Der radikale Islam ist die größte Gefahr!
Wir gewinnen nicht gegen die Islamisten, wir verlieren gegen sie
Gefühl statt Verstand: Warum die CDU zu einer Satirepartei mutiert
AfD-Kandidaten von Wahl ausgeschlossen – das ist der Weg in die Diktatur
Mord und Migration: Die zwei Gesichter des Friedrich Merz
Mehr NIUS:
Der radikale Islam ist die größte Gefahr!
Wir gewinnen nicht gegen die Islamisten, wir verlieren gegen sie
Gefühl statt Verstand: Warum die CDU zu einer Satirepartei mutiert
AfD-Kandidaten von Wahl ausgeschlossen – das ist der Weg in die Diktatur
Mord und Migration: Die zwei Gesichter des Friedrich Merz
Dick feiern, schlank leben: Die Doppel-(D)-Moral der Ricarda Lang
Werden wir seit 30 Jahren immer dümmer?
Wetten, dass … Bill und Tom ein Millionenpublikum verlieren, wenn sie weiter so viel über Politik reden?
Louis Hagen
Artikel teilen
Kommentare