Wetten, dass … Bill und Tom ein Millionenpublikum verlieren, wenn sie weiter so viel über Politik reden?
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Bill und Tom Kaulitz zählen zu den erfolgreichsten deutschen Entertainern des Landes. Mit ihrem regelmäßigen AfD-Bashing und politischen Stellungnahmen riskieren die Zwillinge jedoch, einen Teil ihres Millionenpublikums zu verlieren. Trotzdem legen sie immer wieder nach.
Erfolgreich sind sie, keine Frage: Ob in der eigenen Podcast-Show „Kaulitz Hills“, in ihrer Netflix-Doku „Kaulitz & Kaulitz“ oder bei der nächsten Ausgabe von „Wetten, dass..?“ am 5. Dezember dieses Jahres. Tom, das ist der eher ruhige und geerdete der Zwillinge. Bill, sein Gegenpol, ist bekannt für Romanzen, Glamour und Partys. Mit ihrer Band „Tokio Hotel“ gehen sie ab Oktober 2026 auf große Arena-Tour und werden dann wieder Tausende Fans in die Hallen ziehen.
Brüder mit politischer Mission
Zu politischen und gesellschaftlichen Debatten äußern sich die Kaulitz-Brüder gerne. Erst im Juni kommentierte Tom Kaulitz den wachsenden Zuspruch für die AfD. Die Entwicklung in Sachsen-Anhalt sei „total schade und besorgniserregend“. Bill wiederum wehrte sich erfolgreich gegen diffamierende Posts des Berliner AfD-Politikers Julian Adrat zu seiner Homosexualität. Das Hamburger Gericht erließ daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen Adrat.
In einem aktuellen Stern-Interview spricht Bill auch über prägende Erfahrungen aus seiner Vergangenheit: „Damals gab es Situationen, in denen mir die Hose runtergezogen wurde oder mir im Schwimmbad zwischen die Beine gefasst wurde.“ Aus Scham habe er niemandem davon erzählt. Seine Kindheit, sagt Bill Kaulitz, „war keine behütete“. Sie sei „rough“ gewesen „und auch von Angst, Hass und Gewalt geprägt gewesen“.

Bill Kaulitz zeigt sich gewohnt extravagant – in High Heels.
Trotz alledem haben es beide zu Superstars geschafft. Sie sind erfolgreiche Entertainer und begeistern die Menschen mit ihren unterschiedlichen Charakteren und ihrem Humor, der sie schlussendlich vereint.

Bill und Tom während einer Aufnahme ihres Podcasts
Das Publikum will Entertainer, keine Aktivisten
Bei all dem Ruhm hagelt auch viel Kritik auf beide ein – vor allem auf Bill. Die älteren Generationen und auch Teile der jungen wünschen sich im Showbusiness weniger Belehrungen und politische Färbungen, kein Trump-Bashing und Bestürzung über Schwulenfeindlichkeit. Die einseitigen politischen Äußerungen sprechen die breite Masse nicht an.
Wer auch jenseits der eigenen Fanblase und auf dem internationalen Entertainment-Parkett Erfolg haben will, sollte vor allem eines liefern: gute Unterhaltung. Exakt das können die Kaulitz-Brüder. Sie sind lustig, teils verrückt, und haben sich mit ihrer Art einen hohen Wiedererkennungswert erarbeitet. Konzentrieren sie sich auf ihre Stärken und lassen die politischen Belehrungen weg, werden sie im Dezember bei „Wetten, dass..?“ mehr Zustimmung einfahren als mit Aktivismus.
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Adina Adler
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