Die Jugend hat mehr Angst vor der Inflation als vor dem Klimawandel
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Hol dir deine Zukunft zurück! Bereit, weil ihr es seid! Zukunft kann man wollen – oder machen. Die Zukunft ist grün!
Das alles sind Wahlkampf-Slogans der Grünen aus den letzten Jahren. Die Grünen verstehen sich als Zukunfts-Partei, als die Partei, die sich wirklich um die nächste Generation kümmert und Politik für die Menschen von morgen macht.
Das Interessante ist: Die Menschen von morgen wollen gar nicht mehr die Grünen. Die meisten wollen die AfD. Das ist das Ergebnis der großen Trendstudie „Jugend in Deutschland“, die heute veröffentlicht wurde.
Die Studie hat 108 Seiten, ich empfehle Ihnen die Lektüre, weil sie mit einem wichtigen Klischee bricht. Das Klischee lautet: Die Jugend ist grün. Das Gegenteil ist der Fall. Die unter 30-Jährigen in Deutschland sind eher blau als grün hinter den Ohren.
Die AfD ist bei Jugendlichen beliebter als die Grünen
22 Prozent der 14- bis 30-Jährigen würden die AfD wählen, 2022 waren es noch 9 Prozent. Die gegenteilige Kurve ist bei den Grünen zu beobachten: 18 Prozent würden dort ihr Kreuz machen – 2022 lag die Partei noch mit 27 Prozent deutlich auf Platz 1. Einen ähnlichen Absturz muss die FDP verkraften (von 19 auf 8 Prozent), die Union liegt bei 20 Prozent (2022: 16 Prozent), die SPD bei 12 Prozent (2022: 14 Prozent). 25 Prozent der jungen Deutschen wissen nicht, wen sie wählen würden, 10 Prozent würden überhaupt nicht wählen gehen.
Drei Gedanken dazu: Erstens fühlen sich junge Menschen in den letzten zwei Jahren offenbar von der Politik der Ampel-Parteien vergrault und eher von konservativen Positionen abgeholt. Zweitens hat vor allem die Kanzler-Partei ein extremes Nachwuchs-Problem. Drittens frage ich mich, was Herbert Grönemeyer eigentlich dazu sagt, dass sein Hit „Kinder an die Macht“ zu einer Stärkung der AfD führt.
Auch spannend sind die größten Sorgen unter den Jugendlichen. Ganz oben steht die Inflation. 65 Prozent haben Angst, dass das Geld immer weniger wert wird (2022: 46 Prozent). 48 Prozent haben schon in der Jugend Angst vor Altersarmut (2022: 36 Prozent). 41 Prozent haben Angst vor der Zunahme von Flüchtlingsströmen (2022: 22 Prozent). Sie sehen die sprunghafte Entwicklung dieser Sorgen. Inflation, Altersarmut, mehr Flüchtlinge – das macht jungen Menschen in den letzten zwei Jahren IMMER MEHR Angst.
Und wissen Sie, was den Jugendlichen IMMER WENIGER Angst macht? Sie ahnen es – der Klimawandel. Mit 49 Prozent landet die Sorge um den Klimawandel auf Platz 5 der größten Sorgen – vor zwei Jahren waren es noch 55 Prozent.

Screenshot aus der Studie – die größten Sorgen der deutschen Jugendlichen
Konrad Adenauer soll einmal gesagt haben: „Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt es nicht.“ Ich bin gespannt, wie die Grünen auf diese Jugend-Studie reagieren. Meine These lautet: Sie nehmen die Menschen weiterhin nicht, wie sie sind – sondern wollen, dass sie so werden, wie sie es sich wünschen. Und genau das ist das Problem der Grünen. Sie sprechen den Menschen das eigene Urteilsvermögen ab. Auch junge Menschen haben keine Lust auf einen übergriffigen Staat, der bis in den Heizkeller regiert und verstehen, dass eine Regierung nicht für den Umweltschutz sein kann, wenn sie lieber Kohle- statt Atomkraftwerke laufen lässt.
Die Grünen unterschätzen die Jugend. Das ist für eine Partei, die Politik für genau diese Generation machen will, schon eine ziemliche Blamage.
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