Die schönste Sprache der Welt – macht unser Deutsch nicht kaputt!
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Es war nur ein Wort, ein scheinbar harmloses. Es fiel fast nebenbei, es kam von der ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Sie erklärte, warum ihre Kollegin Gundula Gause das „heute journal“ abbrechen musste. Sie hatte während der Sendung einen Schwächeanfall erlitten. Hayali wollte die „Zuschauenden“ informieren, wie sie sagte.
Sie meinte Zuschauerinnen und Zuschauer. Aber gendergerecht sagte sie eben „Zuschauende“. Ich lachte kurz auf in meinem Fernsehsessel und fragte mich: Hört dieser Unsinn denn nie auf? Ich bin kein „Zuschauender“, ich bin ein „Zuschauer“. Auch wenn es ein harmloses kleines Beispiel ist, es steht für eine bestimmte Lebenseinstellung. Die Genderbegriffe bei den Öffentlich-Rechtlichen sind mit Bedacht gewählt.
Für mich ist es Sprachvergiftung und Sprachverunstaltung.
Vielfältig, melodisch, präzise, uralt
Wie großartig ist unser Deutsch – vielfältig, melodisch, präzise, uralt. Schon das Hochmittelalter zeugt von der Kraft der Sprache, der Minnegesang des Lyrikers Walther von der Vogelweide aus dem 12. Jahrhundert zum Beispiel. Kann man Liebe schöner ausdrücken als in diesen Versen von ihm?
Du bist min, ich bin din:
des solt du gewis sin.
du bist beslozzen
in minem Herzen:
verlorn ist daz sluzzelin:
du muost immer drinne sin.
Deutsch ist eine westgermanische Sprache, die etwa 90 bis 105 Millionen als Muttersprache sprechen, für 80 Millionen Menschen ist sie Zweitsprache. Die Autorin Marlena Fischer hat ein kluges Buch geschrieben: „Warum Deutsch die schönste Sprache der Welt ist“ (Riva-Verlag). Sie hat herausgefunden, dass wir verständliche Sätze mit nur 200 Wörtern bilden können.
Die deutsche Sprache enthält besondere Worte, für die es in anderen Sprachen nichts Vergleichbares gibt: Ohrwurm, Schadenfreude, Weltschmerz – diese Begriffe sind nicht zu übersetzen. Deutsch ist aber leider auch eine Sprache, die immer weniger Kinder erlernen. Ein Viertel aller Viertklässler kann heute nicht richtig lesen, ermittelte eine IGLU-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung). Diese Schüler „erreichen nicht das Mindestniveau beim internationalen Standard“.
Mein gesunder Menschenverstand sagt: Deutsch ist schon schwer genug, wie wir an diesen Zahlen sehen können. Müsst ihr unsere Kinder dann auch noch mit Gendern quälen? Das fragen sich auch Fachleute. „Gendern stellt gravierende Eingriffe in Orthografie, Grammatik und Wortbildung dar“, sagt Sabine Krone, Geschäftsführerin des Deutschen Rechtschreibrats. „Besonders schwierig ist es für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Sprache muss verständlich, eindeutig und gut lesbar sein. Das ist mit Genderschreibweisen nicht mehr erfüllt.“
Die Deutschen lehnen den Gender-Wahnsinn ab
Fast zwei Drittel der Deutschen lehnt eine gendergerechte Sprache ab, fand das Meinungsforschungsinstitut Dimap heraus – trotzdem geht es immer munter weiter, wie das Beispiel Dunja Hayali zeigt. Die „Tagesthemen“ wählten eine Zeit lang den Begriff „entbindende Person“ statt „Mutter“, um „niemanden zu diskriminieren“. Die Hardcore-Gender-Verfechter gehen noch weiter. So soll die Mutter „austragendes Elternteil“ heißen, der Vater „nicht-gebärendes Elternteil“. Nachzulesen im Handbuch des Gender Instituts der Australian National University, von deutschen Genderanhängern gern genutzt. Der „Neologismen-Verein für geschlechterneutrales Deutsch“ nennt als geschlechtsneutrale Alternativen für Eltern folgende Begriffe: Statt Mama/Mami und Papa/Papi könnte es „Tata/Tati“, „Baba/Babi“ oder „Fafa/Fafi“ heißen. Und es geht noch schlimmer.
Die sich so was ausdenken, die sogenannten Genderforscher, werden oft von unseren Steuergeldern bezahlt. Nehmen wir das schöne, klare Wort „Beamter“. Im Genderdeutsch sollte er künftig so heißen: Beamte*innen, ein*e Beamter*in. Oder: Beamte_innen, ein_e Beamter_in. Oder Beamter:innen, ein:e Beamt:in. Oder: Beamte:innen, ein:e Beamt:in. Als neutralen Begriff schlägt Berlitz, die bekannteste Sprachschule der Welt, nur einen Begriff vor: Beamta.
Man kann sich über diesen Wortunsinn lustig machen – er ist aber ein leider ernst zu nehmendes Anliegen einer Minderheit, die die sogenannte „geschlechtsneutrale Sprache“ bei uns durchsetzen will. Ich bin überzeugt davon, dass Gendern nicht zu besserer Bezahlung von Frauen führen wird. Gendern schafft auch keine gerechtere Welt. Gendern macht aber unser schönes Deutsch kaputt – die Sprache von Schiller und Goethe.
Der war 31 Jahre alt, als er 1780 beim Spaziergang in der Nähe von Ilmenau (Thüringen) auf die Holzwand einer Berghütte folgende Verse mit Bleistift ritzte. Sie gelten heute als schönstes Gedicht des Faust-Autors, für viele sogar als schönstes Gedicht deutscher Sprache. Jedes Wort löst ein Bild aus beim Leser, heute nennt man so was Kopf-Kino.
Über allen Gipfeln
Ist Ruh.
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch.
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
Wie kann man diese Sprache kaputt machen?
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