Donald Trump wäre ein Segen für Deutschland: Wir müssen endlich politisch erwachsen werden
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Was für eine Hysterie: Donald Trump könnte wieder US-Präsident werden. Ein Putin-Kumpel, der die NATO sprengen wird, ein außenpolitischer Brandstifter, das Ende der amerikanischen Demokratie, schlimmste Folgen für Deutschland, alles scheint denkbar zu sein, wenn man die Panikvorhersagen vieler Journalisten und Politiker hört.
Doch ich erinnere mich noch an seine letzte Amtszeit und bin wegen ihr vom Gegenteil überzeugt. Eine erneute Präsidentschaft Trumps könnte unser Land der schwafelnden Gesinnungsethiker aufrütteln und zur politischen Reife zwingen.
Deutschen fehlt die Dankbarkeit gegenüber US-Amerikanern
In Deutschland ist es fast ein Volkssport, abfällig auf die USA herabzublicken. Sind doch alle rassistisch da, Waffenfanatiker ohnehin, für ein bisschen blöd werden die Amerikaner natürlich auch gehalten und ständig mischen sich deutsche Politiker in dortige politische Vorgänge mit superklugen und gar nicht arroganten Meinungsäußerungen ein. Als warteten die Texaner nur darauf, dass eine grüne Politikerin ihnen endlich erklärt, warum Waffen gefährlich und Redefreiheit ziemlich reaktionär ist. Von Dankbarkeit ist extrem selten etwas zu vernehmen. Dabei gibt es reichlich Gründe für deutsche Politiker, den Amerikanern täglich für ihre Existenz zu danken.

DDR-Grenzer und westdeutsche Grenzpolizisten stoßen gemeinsam auf die Öffnung der Grenze an (mit Kaffeebechern). Das Foto entstand 1990 in Berlin am Teltowkanal.
USA füttert Deutschland durch
Die Amerikaner haben erst die Nationalsozialisten bekämpft, dann Westeuropa vor der stalinistischen Schreckensherrschaft gerettet, sie haben Gnade und Versöhnungswillen gezeigt. Westdeutschland wurde in die westliche Ordnung integriert und das Wirtschaftswunder so mit ermöglicht. Die USA waren während des Kalten Kriegs bereit, jeden Quadratzentimeter Westberlins im Zweifel unter Inkaufnahme einer atomaren Auseinandersetzung zu verteidigen. Eine absolut bemerkenswerte Solidarität, die meisten Deutschen wären wohl nicht bereit, für Berlin zu sterben. Ihr von Linken verhasstes Wettrüsten spielte eine große Rolle beim Ende der Sowjetunion. Die Wiedervereinigung wäre ohne sie nicht denkbar gewesen. Seit Jahrzehnten zahlen die Amis überproportional für die gemeinsame Verteidigung. Man könnte auch sagen, dass sie Deutschland ordentlich durchfüttern.
Politik-Empfehlungen aus dem Elfenbeinturm
Und was bekommen die Amerikaner von den Deutschen als Gegenleistung? Nur Hohn, Spott und Undankbarkeit. Und einseitige Politik-Empfehlungen aus dem völlig entkoppelten Elfenbeinturm. Diese Einseitigkeit wird sich aber mit Donald Trump und seinen Leuten ändern. Sie ändert sich tatsächlich jetzt schon, es wird ordentlich zurück kritisiert. Sein ehemaliger Botschafter Richard Grenell und möglicher zukünftiger Außenminister bezeichnete die deutsche Regierung in einem Bild-Interview als Problem, da sie nicht auf die Menschen höre. Sein Vize-Kandidat JD Vance polterte, dass Deutschland sich nicht gleichzeitig als Kämpfer gegen Putin aufspielen und seine eigenes Land deindustrialisieren könne.

Trumps Vize J.D. Vance
Ich hoffe, dass das nur der Anfang ist. Unsere selbstverliebte, von der Macht berauschte Politikerkaste kann markige Ansagen von Politikern des mächtigsten Landes der Welt gut gebrauchen. Auch dem innerdeutschen Diskurs wird es helfen, wenn die Bürger maximal reichweitenstark mitbekommen wie im Ausland über die hiesige Politik des Irrsinns gedacht wird. Unsere Politiker werden erwachsener werden und sich ihren Lebenslügen öfter stellen müssen, anstatt als kritikunfähige Kleinkinder einseitig austeilend durch die Weltpolitik zu stolpern.

J. D. Vance (2003) als Mitglied des United States Marine Corps. Er leistete bereits etwas für sein Land.
Nicht die Reden betrachten, sondern die Taten
Zugegeben: Bei der Zuschreibung „politisch erwachsen“ fällt wohl nicht vielen Menschen der Name Donald Trump ein, allenfalls als Negativbeispiel, aber das beruht auf einem Missverständnis. In unserer Mediendemokratie sind alle darauf gedrillt, Politiker anhand des Gesagten zu beurteilen. Das mag bei den allermeisten Politikern eine gute Idee zu sein, diese Schablone stößt bei dem 45. Präsidenten der USA allerdings an ihre Grenzen. Denn während unsere Politiker gerne wie Friedensnobelpreisträger reden, durch ihr naives politisches Handeln aber oft genug das Gegenteil erreichen, redet Trump eher wie der etwas peinliche Kneipenstammgast nach dem einen Bier zu viel. Es ist vorsichtig formuliert schwierig für Menschen, die sich selbst für gebildet, kultiviert und intelligent halten, ihm mehr als zehn Minuten am Stück ohne heftigstes Augenrollen zuzuhören. Seine Rhetorik, phasenweise durchaus unterhaltsam, wirkt auf viele Beobachter so abstoßend und unästhetisch, dass ihr Urteil alleine wegen ihr schon fertig formuliert ist, mit seiner konkreten Politik wird sich nicht mehr großartig befasst. Das ist ein Fehler, denn gerade mit seiner Außenpolitik hätte er durchaus einen Friedensnobelpreis verdient gehabt.

Donald Trump auf dem Republikanischen Parteitag.
Größter diplomatischer Erfolg seit dem Kalten Krieg
Hätte Barack Obama die Abraham Accords, also die historische Annäherung zwischen Israel und der arabischen Welt, verhandelt, er wäre jetzt stolzer Träger von zwei Friedensnobelpreisen. Diese Annäherung war der größte diplomatische Erfolg seit dem Ende des Kalten Kriegs, ihr ist es auch zu großen Teilen zu verdanken, dass es eine Distanzierung vieler arabischer Staaten von der Hamas gab und Israel in diesem Moment nicht mit etlichen Ländern im Krieg ist. Und während deutsche „Nie wieder“-Politiker all die Jahre fleißig Steuergeld in Griffweite der Hamas schickten, beendete Trump die Zahlungen an die mit genozidalen Judenhassern durchsetzte UNRWA schon 2018. Auch erkannte er sowohl Jerusalem als Hauptstadt als auch die strategisch immens wichtigen Golanhöhen als Teil Israels an. Völlige Selbstverständlichkeiten, für die unsere Berliner Maulhelden immer noch zu feige sind. Zudem kündigte er das hoffnungslos naive Atomabkommen mit dem Iran auf, das Israel existenziell gefährdete.

Auf einem Festival richteten Hamas-Terroristen ein Blutbad an. Joe Biden war zu dem Zeitpunkt als US-Präsident engster Partner der Israelis.
Bei all diesen Schritten wurde damals besorgt vor einem großen Konflikt gewarnt, weil Trump und Israel ihre Feinde nur unnötig provozieren würden. Die Realität sah so aus, dass die Hamas in den vier Jahren keinen großen Angriff auf Israel startete. Erst als der schwache Joe Biden Präsident wurde, kam es direkt 2021 und dann 2023 zu Attacken auf den jüdischen Staat. Man kann das für Zufall halten, ich halte es für den erneuten Beweis, dass Frieden durch Stärke funktioniert. Kein westlicher Politiker hat in den letzten Jahrzehnten so viel für jüdisches Leben getan wie Donald Trump. Sollte das in seiner nächsten Amtszeit ähnlich aussehen, würde die deutsche Israelpolitik, die dem jüdischen Volk ständig aus Feigheit und Unfähigkeit in den Rücken fällt, noch negativer auffallen. Die Wahrscheinlichkeit wäre höher, dass beispielsweise endlich die Naivität gegenüber UNRWA eingestellt wird.
Absurd, Trump Nähe zu Russland vorzuwerfen
Auch die ihm von deutschen Medien und Politikern nachgesagte Russlandnähe ist gelinde gesagt Blödsinn. Und ziemlich freches Glashaus-Steinewerfen. Als Trump 2018 in einer UN-Rede Deutschland warnte, dass es zu abhängig von russischem Gas werde, reagierte die deutsche Delegation, einschließlich Außenminister Heiko Maas, mit Lachen, Kopfschütteln und Stirnrunzeln. Er sollte recht behalten. 2019, also ganze zwei Jahre bevor die Forderung nach Helmlieferungen an die Ukraine in Deutschland für große Kontroversen sorgte, lieferte Trumps Regierung tödliche Verteidigungswaffen an das Land, was zum Beispiel Barack Obama immer abgelehnt hatte. Mit der Begründung, dass solche Lieferungen den Konflikt anheizen könnten. Trump behielt auch hier recht, denn das taten sie nicht. Interessanterweise war seine Präsidentschaft die einzige in den letzten 25 Jahren, in der Russland keinen Krieg angefangen hat.

Wladimir Putin und Donald Trump im Jahr 2017
1999, gegen Ende von Bill Clintons Amtszeit, begann der erste Tschetschenien-Krieg. 2008, als George W. Bush Präsident war, griff Russland Georgien an und Barack Obama erlebte im Weißen Haus sowohl den Verlust der Krim als auch den russischen Militäreinsatz in Syrien. In Joe Bidens Amtszeit fällt natürlich der Angriff auf die Ukraine. Nur der ach so große Putinversteher Donald Trump schaffte es, dass Russland vier Jahre lang keinen Mucks machte. Man kann das natürlich wieder für Zufall halten, ich halte es wieder für den erneuten Beweis, dass Frieden durch Stärke funktioniert und Putin Angst vor dem unberechenbaren Trump hatte. Zu dieser glaubwürdigen Abschreckungspolitik gehört eine starke NATO. Was gab es für eine Empörung, als Donald Trump von allen NATO-Ländern forderte, einen angemessenen Beitrag zu leisten, weil die USA unwillige Länder sonst nicht verteidigen werden. Dabei hat er die normalste Forderung der Welt formuliert. Es kann nicht länger sein, dass Deutschland viel zu wenig Geld für die Verteidigung ausgibt, nur weil unsere Politiker völlig unwillig sind, das Zuschütten aller Probleme mit Geld zu stoppen und stattdessen vernünftig zu priorisieren. Es kann nicht sein, dass Deutschland sich von den Amerikanern durchfüttern lässt, weil die Regierungsparteien nicht auf Wahlgeschenke für ihre Klientel verzichten können und noch nie irgendwo etwas eingespart haben.
Deutsche Politik hat Angst vor erwachsenen Entscheidungen
Warum unsere infantilen Politiker eine Heidenangst vor Donald Trump haben? Er redet nicht nur von „Nie wieder“, er nimmt es sogar ernst und hilft Israel wirklich. Noch wichtiger: Er ist kein nützlicher Idiot der schlimmsten Feinde Israels. Er wird Deutschland zwingen, die NATO-Verpflichtungen einzuhalten und sich nicht länger von den USA durchfüttern zu lassen. Er und seine Leute werden die Lebenslügen, von Öko-Planwirtschaft bis zur feministischen Außenpolitik, deutscher Politiker so wuchtig kritisieren, dass ihr Versagen für alle sichtbar wird. In seiner letzten Amtszeit verhandelte Trump eine historische Annäherung zwischen Israel und der arabischen Welt und hatte Russland im Griff. Die Welt war viel friedlicher. Wenn Trumps nächste Amtszeit auch nur annähernd so aussehen wird, werden Berliner Dampfplauderer verdammt klein neben ihm aussehen. Es gäbe einen enormen Druck, die kindisch-naive Wolkenkuckucksheim-Politik zu beenden und rationale, erwachsene Entscheidungen zu treffen. Deshalb haben sie eine Heidenangst vor ihm.
Großer Bonus: Wenn der dann mächtigste Mann der Welt, wie angekündigt, auch noch die Idee einer digitalen Zentralbankwährung einstampft, wird hoffentlich endlich auch in Deutschland eine der Schrecklichkeit dieses Vorhabens angemessene Debatte in Gang gesetzt und die Frage gestellt, ob die über kurz oder lang stattfindende Abschaffung des Bargelds, das absolute Vertrauen in Zentralbanken und die Vernichtung jeder Restanonymität wirklich erstrebenswert sind.
Jüngst erschien eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, deren Ergebnis war, dass eine erneute Präsidentschaft Trumps wegen Zollerhöhungen jeden Deutschen knapp 1800 Euro über vier Jahre kosten würde. Erstmal glaube ich das nicht, aber selbst wenn: Die Ampel ist erheblich teurer und bringt wesentlich weniger Vorteile mit sich. Und wenn Trump es sogar schafft, dass die politische Linke in Deutschland den Wert von Freihandel erkennt, hat er mehr für dieses Land erreicht als die meisten Träger des Bundesverdienstkreuzes.
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Ben Brechtken
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