E-Auto-Nachfrage sinkt: Jetzt zerbricht die grüne Utopie an der Realität
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Wenn weiche Träume auf harte Realität treffen, dann geht dabei oft nicht die Realität zuschanden, sondern die Träume. Eben das passiert im Moment der Ampel-Regierung mit ihrer Vision vom Elektroauto für jeden.
Was für süße Träume hatte die Ampel doch einst von der Entwicklung der E-Mobilität gehegt. Mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw sollten bis 2030 auf deutschen Straßen fahren, während das ganze Land zum „Leitmarkt für Elektromobilität und zum Innovationsstandort für autonomes Fahren“ werden würde. So steht es schwarz auf weiß im Koalitionsvertrag der Ampel (Seite 27). Zwei Jahre und vier Monate sind seit der offiziellen Verabschiedung dieser Blütenträume vergangen, und was ist seitdem geschehen? Nicht viel und am wenigsten das, was geplant war.
Das Ziel kann niemals eingehalten werden
Zum 1. Januar 2022, als die jetzige Regierungskoalition gerade ihr Amt angetreten hatte, waren auf deutschen Straßen 618.460 E-Autos unterwegs. Zwei Jahre und zahllose Empfehlungen sämtlicher Mainstreammedien später beträgt die Zahl der E-Autos 1,4 Millionen, also mehr als zweimal so viel. Das klingt jetzt erst mal gut, aber nur auf den ersten Blick, denn die Stromer machen gerade einmal 2,85 Prozent der insgesamt 49,1 Millionen Kfz auf unseren Straßen aus. Sollten bis zum Jahresende 2030 tatsächlich, wie vom Wirtschaftsminister gewollt, 15 Millionen E-Autos durch Deutschland rollen, was einem knappen Drittel aller Pkw entspräche, dann müssten bis dahin jedes Jahr zweieinhalb Millionen neue E-Autos zugelassen werden (2023 waren es 524.219).

Mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw sollten bis 2030 auf deutschen Straßen fahren.
Benziner beherrschen die Straße
Aus heutiger Sicht ist das ein Ding der Unmöglichkeit, weil die Zahl der Neuzulassungen bei den Stromern inzwischen wieder rückläufig ist, während die der Benziner steigt. Die Statistiken für die Fahrzeugzulassungen im Februar 2024 sprechen da eine nüchterne Sprache, die grünen Politkern gar nicht gefallen wird. In Summe wurden im Februar 217.388 PKWs zugelassen. Davon hatten 77.106 Pkw Benzinantrieb (35,5 Prozent), 42.153 Dieselantrieb (19,4 Prozent), 69.367 Neuwagen verfügten über einen hybriden Antrieb (31,9 Prozent) – und lediglich 27.479 (12,6 Prozent) über einen Elektroantrieb. In einem Satz liest sich das so: Benziner schlägt Hybrid, Hybrid schlägt Diesel, und Elektro schlagen sie alle.
Warum ist das so?
Um Elektroautos wurde doch ein Hype gemacht wie um kein anderes Fahrzeug seit der Erfindung des Benz Patent-Motorwagens im Jahre 1886. E-Auto-Hersteller wie Tesla-Gründer Elon Musk genießen Rockstar-Status. Der Batteriehersteller Northvolt, von dem zuvor nie einer gehört hatte, wurde mit Riesensubventionen (700 Millionen Euro) in die Pampa zwischen Husum und Brunsbüttel gelockt, um dort Stromspeicher für die vielen, vielen E-Autos aus deutscher Produktion zu bauen – die jetzt vielleicht gar nicht kommen. Und wenn es nach Minister Habeck geht, dann entstehen überall dort, wo die aktuell ums Überleben kämpfenden Benzinauto-Zulieferer sterben, Cluster von hippen KMUs (Kleine und mittlere Unternehmen), die die vielen E-Auto-Hersteller der Zukunft mit Teilen versorgen, die jetzt möglicherweise keiner braucht.

Zahlenmäßige Dominanz: Der Verbrenner beherrscht die deutschen Straßen
Träume sind Schäume
Im Moment sieht alles danach aus, als würde diese grüne Utopie nicht Wirklichkeit werden, als käme alles ganz anders, als würden Benziner (und eventuell Plug-in-Hybrids) auf Jahre und Jahrzehnte hinaus unsere Straßen beherrschen, was eine ganze Reihe unangenehmer Konsequenzen für diejenigen hat, die dem Hype entweder mit anfachten oder ihn schlicht nur glaubten.
Das fängt mit all den grünen und SPD-linken Politikern an, die im Koalitionsvertrag von der „Transformation der Automobilindustrie“ träumten, die jetzt wahrscheinlich nicht kommt. Das ist schon wieder eine Scharte auf dem langen Rap Sheet ihrer Fehleinschätzungen, die sich nie mehr auswetzen lässt. Das geht dann mit den Anlageberatern, Investmentstrategen und selbsternannten Aktienexperten weiter, die seit Jahren empfehlen, Aktien von E-Auto-Herstellern, Lithium-Minen und natürlich Batterieproduzenten wie wild zu kaufen, weil die eigentlich nur steigen können und früher oder später durch die Decke gehen müssen.
Und das setzt sich mit den Chefs der deutschen Autohersteller fort, die seit Jahren im Gleichschritt in Richtung E-Mobilität gehen. Bei Mercedes wollen sie ab 2030 nur noch Elektroautos verkaufen, bei Opel soll das schon 2028 sein, BMW will im Münchener Stammwerk ab 2027 nur noch E-Autos bauen, und VW hat die Werke in Emden und Zwickau ganz auf Stromer umgestellt. Jetzt aber müssen die Auto-Bosse feststellen, dass sie, wie der FAZ aufgefallen ist, „von der Elektroflaute auf dem falschen Fuß erwischt wurden.“
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Markus Brandstetter
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