Eine NIUS-Leserin berichtet: Was passiert, wenn der Augenarzt kein Deutsch kann
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„Wer in Deutschland praktiziert und nicht richtig Deutsch spricht, kann kein guter Arzt sein“, hatte ein Internist aus Bad Pyrmont an NIUS geschrieben. Er schilderte ausführlich, warum ein Arzt in Deutschland gut Deutsch können muss – weil er nur dann seinen Patienten richtig behandeln kann, wenn er dessen Anliegen versteht.
Nach diesem NIUS-Bericht haben wir zahlreiche Mails von Lesern bekommen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Hier der Bericht einer Rentnerin mit ihrem Augenarzt:
„Im Mai wurde mein rechtes Auge operiert. Ich hatte Grauen Star. Im Juni war das linke Auge dran. Der Arzt, der die Nachsorge machte, spricht nur gebrochen Deutsch.
Schwankungen von bis zu 1,5 Dioptrien
Seit August versucht mir mein Optiker, eine Brille anzupassen. Ich war zuerst nach der Arbeit dort am späten Nachmittag, dann ausgeruht im Urlaub, dann noch mal, als meine Augen mit einer Flüssigkeit behandelt worden waren. Immer das gleiche Ergebnis: Schwankungen von bis zu 1,5 Dioptrien – und die Konturen verschwommen beim linken Auge.
Beim behandelnden Arzt schilderte ich meine Problematik (versuchte es irgendwie. Erklären Sie mal jemandem, der nicht Deutsch spricht, etwas über Tränenflüssigkeit und Sehschwankungen zu erklären). Er sah kurz in die Augen und sagte: ‚Alles in Ordnung. Wechseln Sie den Optiker!‘ An ihm läge es, dass ich schlecht sehen könne. Nach knapp acht Minuten war ich wieder draußen. Er hatte mir noch eine Brillenverordnung mit Werten aufgeschrieben, für die es laut Optiker keine Gläser gibt.
Die Wunden müssen erst heilen – taten sie aber nicht
So gingen die Missverständnisse (wenn man es freundlich formulieren will) weiter. Ich hatte nach der Augen-OP starke Schmerzen, weil die Augenmuskulatur über den Nacken läuft und tatsächlich Rückenschmerzen verursachen können. Das hatte mir der Augenarzt erklärt, der mich am Grauen Star operiert hatte. Mein behandelnder Augenarzt ging darauf gar nicht ein. Wahrscheinlich hat er mich nicht verstanden. Er sagte nur: „Das braucht Zeit, die Wunde muss heilen.“ Sie heilte aber nicht schnell. Ich weiß immer noch nicht, was mit meinen Augen los ist. Und ich habe immer noch keine Brille, die passt.“
Die NIUS-Leserin hat inzwischen den Augenarzt gewechselt. Sie legt Wert auf die Feststellung, dass sie ausländische Ärzte nicht ablehnt, weil sie im Ausland ihre Approbation gemacht haben. Es können gute Ärzte sein. Aber in ihrem Fall konnte sie zu keinem Urteil kommen. Ihr Arzt hat sie nicht verstanden.
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