Es gibt keinen Platz für Judenhass in Deutschland? Von wegen!
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Zahlen sprechen für sich, sagt man. Wenn es so ist, braucht man diese neuen Zahlen aus der Kriminalstatistik nicht zu interpretieren. In Deutschland haben sich Straftaten mit „religiösem Hintergrund“ verdreifacht.
Was die Bundesregierung „religiösen Hintergrund“ nennt, sind überwiegend Straftaten mit islamistischer Ideologie. Und an dieser Stelle ist die Kriminalstatistik sehr präzise. Sie weist aus, dass Delikte im Zusammenhang mit Hass auf Israel und Juden von 2022 auf 2023 um mehr als das 70fache stiegen – von 61 Delikten auf jetzt 4369.
Tatsächlich: Diese Zahlen sprechen für sich. Sie sind der vorläufige Höhepunkt einer Hasswelle in dem Land, dessen uneingeschränktes Bekenntnis zu Israel zur Staatsräson gehören soll. Und deren Politiker von Kanzler Scholz bis zur Außenministerin Baerbock immer wieder diesen einen Satz so oder so ähnlich deklamieren: Es gibt keinen Platz für Judenhass in Deutschland.
Die leerste Worthülse, die je formuliert wurde
Wenn man das Wort „leer“ steigern könnte, wäre dieser Satz die leerste Worthülse, die je formuliert wurde. Natürlich ist Platz für Judenhass in Deutschland. Immer mehr, immer offener, immer enthemmter.

Ein Demonstrant mit israelischer Flagge.
Gerade muss wieder ein israelisches Restaurant in Berlin schließen, das „DoDa’s-Deli“ im Bezirk Friedrichshain. Seit dem Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober häuften sich im Kiez rund um das Lokal propalästinensische Schmierereien. Im Lokal selbst kam es immer wieder zu „Free Palästina“-Stickern, dazu in die Tische geritzte Botschaften wie „Fuck Israel“ oder „Free Gaza“. Außerdem häuften sich negative Bewertungen bei Google. „Wir ertragen das nicht mehr, und wir haben auch Angst“, erklärte die Besitzerin dem Tagesspiegel. Sie entschied sich schweren Herzens den Bezirk zu verlassen. Sie hofft in Charlottenburg, also im Westen Berlins, auf mehr Ruhe und weniger Antisemitismus.
„All zu viele brachten nicht einmal den Hauch eines Mitgefühls auf“
Wie ist dieses Phänomen des neuen radikalen Judenhasses zu erklären? In ihrem gerade erschienenen Buch „Nach dem 7. Oktober“ schreiben die Herausgeber Tania Martini und Klaus Bittermann: „All zu viele brachten nicht einmal den Hauch eines Mitgefühls auf. Andere gingen nicht bloß einfach zur Tagesordnung über, sondern betrieben eine perfide Täter-Opfer-Umkehr. Weltweit kam es zu antisemitischen Äußerungen und Übergriffen. Nicht einmal den Geiseln, darunter Kinder und Alte, wurde von allen Empathie entgegengebracht. Terroristen wurden zu Freiheitskämpfern stilisiert und das genozidale Massaker an Juden zu einem Angriff verniedlicht …“
Das ist, so sagt mir mein gesunder Menschenverstand, leider die bittere Wahrheit. Und wenn unsere Regierung nicht auf Worte Taten folgen lässt, wird sich der Judenhass weiter ausbreiten. So traurig es ist: Es gibt Platz für Judenhass in Deutschland. Er ist salonfähig geworden.
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