Fahr Auto wie eine Frau – und du lebst länger
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Verrückt, was unser Nachbarland sich da hat einfallen lassen: Weil in Frankreich 84 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle von Männern verursacht werden, hat die französische Verkehrsunfall-Opferhilfe eine Kampagne gestartet, die es in sich hat. Sie heißt: „Fahr Auto wie eine Frau.“
Sie richtet sich an die französischen Männer. 84 Prozent der tödlichen Unfälle werden von Männern verursacht. So wolle man die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten senken. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt: „Mit der auf den ersten Blick sexistisch wirkenden Kampagne will die Verkehrsunfall-Opferhilfe Männer zu mehr Rücksicht am Steuer bewegen.“ Auf den Plakaten steht in großen Buchstaben: „Conduisez comme une femme“. Sie hängen seit Kurzem unter anderem in der Pariser Metro und zeigen jeweils einen Mann am Steuer. Der Rat auf sämtlichen Plakaten lautet: „Wie eine Frau zu fahren bedeutet nur eines – am Leben zu bleiben.“

Kampagne der Organisation „Victimes et Citoyens“: „Fahren Sie wie eine Frau. 88% der getöteten jungen Fahrer sind Männer. Fahren wie eine Frau bedeutet nur eines: am Leben bleiben.“
In Deutschland sind die Zahlen ähnlich: Männer verursachen deutlich mehr Unfälle als Frauen, fand ein neuer Verkehrssicherheits-Report der Prüfungsorganisation Dekra heraus. Das gilt für Bagatellunfälle, aber auch für tödliche. „Im Straßenverkehr hält sich hartnäckig der frauenfeindliche Glaube, dass Männer besser fahren als Frauen“, erklärt die Verkehrsunfall-Opferhilfe „Victimes & Citoyens“. Ein Blick auf die Zahlen zeige jedoch, dass dieses Vorurteil statistisch nicht belegt sei. „Das Ergebnis ist eindeutig: Um im Straßenverkehr am Leben zu bleiben, sollten Männer am besten genauso fahren wie Frauen. Dann würden die Zahl der Unfälle und die Zahl der Opfer sinken.“
Im Netz stieß die Kampagne gerade bei männlichen Benutzern auf ein skeptisches Echo, schreibt dpa. Die Zahlen sagten nichts aus, wenn man nicht vergleiche, wie viele Kilometer Männer und Frauen jeweils zurücklegen, meinte ein User. Dabei zitiert die Opferhilfe Daten, nach denen Fahrzeughalter mit im Schnitt jährlich 12.500 Kilometern nur etwas mehr Strecke zurücklegen als Fahrzeughalterinnen mit 11.200 Kilometern. Ein anderer gab zu bedenken, dass Risikogruppen wie Fernfahrer, Motorradfahrer und berufliche Vielfahrer zumeist Männer seien, was die Zahlen beeinflusse.
Ich finde diese Werbeidee gut, geradezu vorbildlich. Ich erinnere mich noch gut an die TV-Kampagne aus den 70er Jahren – „Der 7. Sinn“. Darin hieß es zum Beispiel: „Viele Frauen legen keinen Sicherheitsgurt an, weil sie Angst um ihren Busen haben.“ Es gab in jeder Folge jede Menge Bemerkungen dieser Art. Kein Sender der Welt würde heute sowas noch bringen, sagt mir mein gesunder Menschenverstand. Vor allem, weil es Quatsch ist. Frauen fahren eben nicht schlechter als Männer. Sie fahren nur weniger.
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