Habeck bei Rentnerin in Laatzen: Heiße Luft besucht Wärmepumpe
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Eine Heizung wurde in ein Einfamilienhaus eingebaut – sensationell! Robert Habeck besucht eine 75-jährige Bürgerin, die sich eine subventionierte Wärmepumpe angeschafft hat. Welch ein Ereignis! Darüber werden noch ihre Urenkel reden.
Es sind keine guten Zeiten für Robert Habeck. Seine Partei krebst bundesweit nur noch um die 10 Prozent herum, die Klimapanik verfängt nicht mehr, er musste eine „dramatisch schlechte“ Konjunkturprognose einräumen, die wütenden Bauern am Fähranleger in Schlüttsiel hat er auch noch nicht vergessen und laut einer Umfrage trauen ihm nur 16 Prozent der Befragten Kompetenz in seinem Ressort zu.
Nichts wie hin im Presse-Tross
Und selbst sein Projekt „Wärmewende“ geht den Weg alles Irdischen, wegen der verdammten „Heizungs-Hammer“-Hasskampagne der Rechten! Einfach nur gemein. Was hat er, der Schöpfer des Gebäudeenergiegesetzes, nicht alles getan, um den Absatz von Wärmepumpen auf Weltniveau zu heben: 500.000 wollte er bis Ende des Jahres in deutschen Haushalten installiert wissen. Stattdessen spricht der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie von schlappen 90.000 Einheiten, die im ersten Halbjahr 2024 eingebaut wurden. Für das Gesamtjahr ist dann wohl mit gerade mal 200.000 Wärmepumpen zu rechnen.
Die Presse wird von einer beeindruckenden Steigerung gegenüber dem Vorjahr reden, immerhin. Nicht umsonst hat Robert Habeck das Vorwort für die Neuübersetzung von George Orwells „1984" geschrieben. Aber so sieht es nun mal aus. Kurzarbeit für etwa 2.000 der rund 2.500 Mitarbeiter bei Stiebel Eltron, wo der Absatz im ersten Halbjahr um 54 Prozent eingebrochen ist, der Termin ist ihm wirklich unangenehm gewesen. Wo bleibt das Positive? Es wird sich doch irgendwo jemand finden lassen, der sich so eine Wärmepumpe angeschafft hat, oder?
Bingo! Geradezu elektrisiert hat Robert Habeck von einer Rentnerin in der Nähe von Hannover erfahren, die es getan hat. Vielleicht eine nahe Verwandte von Patrick Graichen, wer weiß. Egal: Es wurde eine Heizung in ein Einfamilienhaus eingebaut, wann kommt so was schon mal vor? Nichts wie hin, natürlich mit einem Tross der Hauptstadtpresse, die nur zu gern ihren grünen Star zum PR-Termin begleitet und ihn umschwärmt wie ein Haufen Teenies ihr Idol Taylor Swift.

Der Minister kommt! Großer Auflauf im lauschigen Villenviertel. Und man kann sagen: man ist dabei gewesen!
Die Hälfte blecht der Steuerzahler
Endlich eine Bürgerin, die das mit der „super Förderung“, von der Habeck immer spricht, auch verstanden hat! Die Dame hat sich im Mai für 70.000 Euro eine Wärmepumpe, Pufferspeicher und Photovoltaik-Anlage einbauen lassen. Gut, genau genommen hat sie nur 34.000 gezahlt und den Rest der Steuerzahler: „Ich habe die Höchstförderung bekommen, sonst wäre das Projekt nicht stemmbar gewesen“, sagt die 75-Jährige. Was soll's: „Ich bin stolz auf meine Anlage.“ Und dann kommt auch noch der Minister persönlich, wie früher der Bürgermeister, wenn im Ort jemand 100 wurde.

Der knuffige Erklärbär aus Berlin ist da, und das Volk hört andächtig zu.
Der Robert ist ja ein nachdenklicher Mann oder tut jedenfalls so, ein guter Zuhörer, der unheimlich am Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern interessiert ist, jedenfalls wenn sie an sein Genie glauben und an den menschengemachten Klimawandel und an die Weltrettung durch seine Partei. Dann beehrt er sie zuweilen mit seiner Anwesenheit, auf dass sie sich in seinem Lichte sonnen können.
Apropos: „Wenn die Sonne scheint und die Batterie voll ist, dann mach’ ich die Waschmaschine an“, berichtet die Hausbesitzerin. Und genau so soll es sein: angebotsorientierte Energieversorgung! Bisschen dumm gelaufen, wenn PV gerade nicht zur Verfügung steht, wenn man kochen oder die Waschmaschine anwerfen will. Aber der Glaube, etwas Gutes zu tun, ist doch schon etwas wert!

Voller Ehrfurcht nähert sich Robert Habeck der Wärmepumpe.
Sparen macht Spaß
Es mache Spaß, Geld zu sparen, erzählt die Seniorin, die gerade 34.000 Euro ausgegeben hat. Offenbar glaubt sie wirklich, dass sich die Anschaffung des Trumms irgendwann, womöglich noch zu ihren Lebzeiten, amortisieren könnte.
Denn Robert Habeck hat ihr nicht gesagt, dass die gesamte Anlage nach 20 Jahren durch ist. Nach zehn Jahren muss die Batterie, nach fünfzehn Jahren die Solaranlage ausgetauscht werden. Dann wird das Heulen und Zähneklappern in Laatzen groß sein, doch dann ist Robert Habeck längst raus aus der Verantwortung, schreibt wieder Kinderbücher oder wird Menschenfischer in Dänemark.

Habeck ist skeptisch: Soll er der stolzen Besitzerin sagen, dass sich ihre Anschaffung im Leben nicht amortisiert?
Er lebe hoch, hoch, hoch!
Bis dahin will er aber seine ihm noch verbleibende Zeit als Vizekanzler und Wirtschaftsminister bis zur Neige auskosten, will Erfolgsmeldungen der Hauptstadtpresse wie jetzt. Tenor: Der Genosse Robert Habeck lässt sich beim Besuch des Kombinats „Ernst Thälmann“ von einer Werktätigen die hohe Qualität der Wärmepumpe vorführen und nimmt ihren Dank für die tatkräftige Unterstützung durch die Partei entgegen. Er lebe hoch, hoch, hoch!
Hellhörig wird Robert Habeck jedoch, als die betagte Dame sagt, dass ihre Nachbarn „kein Interesse“ an der Technik hätten. Was ist da los im Ort? Offenbar leben dort jede Menge rechte Verdachtsfälle, Klimaleugner wahrscheinlich, die lieber in ihren Geldspeichern baden, als bei Dunkelflaute auf warmes Wasser zu hoffen. Da muss er wohl mal Nancy ansprechen. So geht das nicht.
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