Habeck will die Wahrheit verbieten, die er selbst erschafft
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Robert Habeck will anders sein als die anderen Politiker. In jedem Satz, in jeder Geste macht der Bundeswirtschaftsminister das deutlich.
Er blickt drein wie ein tapsiger Bär.
Er wirft seine Tasche in die Ecke, bevor er vor die Mikrofone von Journalisten tritt, als wäre es die Schultasche eines Zehntklässlers.
Mit zerzaustem Haar, im Korbstuhl an der freien Luft sitzend, hält er Ansprachen auf Instagram, um die Demokratie zu retten.
Wenn ihm die Positionen seiner Kabinettskollegen nicht passen, droht er: „Dann habe ich keinen Bock mehr.“
Robert Habeck will lässig sein. Der Duden definiert diesen Begriff mit den Worten: „Ungezwungen und ohne große Förmlichkeit“. Robert Habeck kreiert das Bild eines Politikers, der eigentlich kein Politiker ist, nicht so richtig jedenfalls. Er will aussehen wie der Nachbar, den man im Edeka in der Schlange trifft. Oder der Papi, der seine Kinder in der Kita abholt. Habeck untergräbt mit seinen Worten und Bildern den eigenen Status als Politiker, um einen Sonderstatus unter den Kollegen zu erringen: Habeck will nahbarer sein als die politische Konkurrenz.
Manchmal schießt er dabei übers Ziel hinaus. Dann sieht er nicht mehr aus wie der Nachbar bei Edeka, sondern erinnert manche Beobachter eher an einen Bahnhofsalkoholiker. Im Juli 2018 veröffentlichte Habeck ein Foto auf Instagram, das ihn mit verquollenem Gesicht zeigt, wie er ohne Schuhe auf einem Bahnsteig sitzt und sich die Haare rauft.
Strafantrag gegen Kolumnisten
Der Kolumnist Don Alphonso alias Rainer Meyer schrieb dazu Anfang 2023 auf X:
„ein Wirtschaftsminister, der mit seiner äußeren Erscheinung in einer Ansammlung von Bahnhofsalkoholikern nicht negativ auffallen würde“. Meyers Bemerkung ist vorsichtig formuliert. Sie enthält eine doppelte Verneinung („nicht negativ“) und ist auch noch in Anführungszeichen gesetzt, sodass es sich nicht zwingend um Meyers eigene Einschätzung handeln muss.

Journalist Don Alphonso
Dennoch stellte Habeck einen Strafantrag wegen Beleidigung.
Bizarr genug ist, dass Habeck in erster Instanz Recht bekam und Meyer eine Strafe in Höhe von 3200 Euro auferlegt wurde. Noch bizarrer ist, dass der Minister überhaupt zum Mittel des Strafantrags griff. Er erschafft also ein Bild, hält es aber nicht aus, wenn jemand dieses Bild beschreibt. Der Minister wünscht sich, dass Journalisten und Bürger ihren Augen nicht trauen dürfen. Was aussieht wie ein Bahnhofsalkoholiker, darf nicht Bahnhofsalkoholiker genannt werden. Die Regierung beansprucht die alleinige Deutungshoheit darüber, was real ist und was nicht.

Manche nennen es leger: Robert Habeck besteigt unrasiert und im Kapuzenpulli das Regierungsflugzeug.
Es ist aufschlussreich, welchen Zusatz der Duden seiner Definition von „lässig“ voranstellt: „[in selbstsicherer Weise] ungezwungen und ohne große Förmlichkeit“. Lässigkeit geht also mit Selbstsicherheit einher. Genau diese Selbstsicherheit fehlt Habeck. Seine mangelnde Förmlichkeit ist keine echte Lässigkeit, sie ist ein Mittel zum Zweck, um Macht zu erlangen. Habeck kennt, wie die meisten Grünen, keine Lässigkeit, keine Selbstironie, keine Distanz zu sich selbst. Er kennt seine eigene Interpretation der Wirklichkeit, und wer sich dieser nicht anschließt, muss mit einer Anzeige rechnen.
Robert Habeck treibt der Wille an, zu den Mächtigen zu gehören. Nichts kränkt ihn mehr, als für einen Bahnhofsalkoholiker gehalten zu werden. Der Mann, der nicht wie ein abgehobener Politiker erscheinen will, könnte abgehobener kaum sein.
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