Heimat-Parole prägt Proteste im Iran: Warum „Javid Schah“ die Kraft besitzt, das Regime zu Fall zu bringen
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Die Autorin, Ada, ist im Iran geboren und lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Deutschland. Sie unterstützt Reza Pahlavi, den Sohn des ehemaligen Schahs des Iran. Sie hofft, dass er das Land nach einem Sturz des Mullah-Regimes zu einer Demokratie ohne religiöse Herrschaft führt.
Lang lebe der König!
Die iranische Bevölkerung hat aus den Protestwellen der vergangenen Jahre gelernt und mit den Slogans „Dies ist der letzte Kampf, Pahlavi kehrt zurück!“ und „Javid Schah!“ dem gesamten Lobby- und Propagandanetzwerk der Islamischen Republik einen gezielten Schlag versetzt. Während im Herbst 2022 noch eine Vielzahl unterschiedlicher Parolen auf den Straßen Irans erklang, konzentriert man sich diesmal bewusst auf wenige, eindeutige Rufe – Rufe, die unmissverständlich zeigen, was die Bevölkerung will und wie sie es erreichen möchte.
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Eine zentrale Lehre aus den letzten Protesten war, dass im Ausland versucht wird, den wahren patriotischen Charakter der Bewegung zu verwässern oder umzudeuten. Ein Beispiel dafür ist der Slogan „Frau, Leben, Freiheit – Mann, Heimatland, Wohlstand!“ – eine umfassende Parole, die klar machte, worum es den Protestierenden ging. Männer riefen den Frauen „Frau, Leben, Freiheit!“, worauf die Frauen mit „Mann, Heimatland, Wohlstand!“ antworteten. Doch innerhalb weniger Tage wurde dieser Ruf verfälscht: In den internationalen Medien blieb nur „Frau, Leben, Freiheit!“ übrig. Der patriotische, einende, gesamtgesellschaftliche Protest wurde zu einer rein feministischen Revolte bis hin zum globalen Kampf gegen das Patriarchat umgedeutet.

Anhänger von Reza Pahlavi demonstrieren nahe des Auswärtigen Amts in Berlin für einen politischen Umbruch im Iran.
Aus einem Ruf, der einen Regimewechsel zum Ziel hatte, wurde ein Slogan, der den Hijab und Kleidervorschriften zum Hauptproblem erklärte – also Themen, die innerhalb des Systems reformierbar wären.
Deshalb wählte man diesmal eine Parole, die den patriotischen Charakter der Bewegung widerspiegelt und zugleich immun gegen Vereinnahmung ist.
Und das zeigte Wirkung. Als vor dreizehn Tagen die ersten Videos von dicht gedrängten Menschenmengen auf verschiedenen Bazaren auftauchten, die laut und deutlich „Javid Schah!“ riefen, wurden viele der sonst so lauten Menschenrechtler, Journalisten, Aktivisten und Experten plötzlich auffallend leise – fast schon gespenstisch. Manche schwiegen tagelang in den sozialen Medien. Andere beteiligten sich sogar an Kampagnen der islamistisch-sozialistischen Volksmudschahedin, die behaupteten, die Videos seien gefälscht und mit Voice-Overs manipuliert. Wieder andere versuchten, sich unauffällig zu verhalten und posteten nur jene Videos, in denen das Wort „Schah“ nicht zu hören war. Ausgerechnet diejenigen, die sonst lautstark forderten, Verstärker iranischer Stimmen zu sein, wurden zu deren Schalldämpfern.
هممیهنان عزیزم،
— Reza Pahlavi (@PahlaviReza) January 10, 2026
شما با شجاعت و ایستادگی خود، تحسین جهانیان را برانگیختهاید. حضور دگرباره و پرشکوهتان در خیابانهای سراسر ایران در شامگاه جمعه، پاسخی دندانشکن به تهدیدهای رهبر خائن و جنایتکار جمهوری اسلامی بود. یقین دارم که او این تصاویر را از مخفیگاهش دیده و از وحشت لرزیده… pic.twitter.com/MaQDiwkXRL
Klare Grenze zu Marxisten und Islamisten
Nur durch die schiere Flut an Videos von Iranerinnen und Iranern, die „Javid Schah!“ riefen, und durch die gleichzeitige Passivität der üblichen Iran-Berichterstatter konnte dieser Ruf die Mauer der Zensur durchbrechen und das deutsche Publikum erreichen.
Wie konnte es geschehen, dass eine im ganzen Land bekannte und beliebte Oppositionsfigur in deutschen Medien faktisch nicht existierte? Der Grund dafür scheint ein strukturelles Problem der Iran-Berichterstattung zu sein. Sie wird von einer immer gleichen Riege von Personen dominiert, die sich politisch sämtlich im selben linken, reformernahen Lager bewegen. Ihnen fehlt jede echte Verbindung zu den Menschen im Land – und damit die Fähigkeit, authentisch darüber zu berichten. In den vergangenen Jahren wurden dem deutschen Publikum Personen als relevante Oppositionelle vorgesetzt, die im Iran nicht nur keinerlei Rückhalt besitzen, sondern als Teil des Systems von der Bevölkerung abgelehnt werden.
Die patriotische Revolutionsbewegung zieht eine klare Grenze zu jenen Marxisten und Islamisten, die Khomeini 1979 an die Macht verhalfen. Sie besinnt sich auf ihr kulturelles Erbe und ihre nationale Identität. Dazu gehören die vorrevolutionäre (echte) iranische Fahne mit Löwe und Sonne sowie die Ehrung des Grabes von Kyros dem Großen, der 539 v. Chr. auf dem Kyros-Zylinder die erste Erklärung der Menschenrechte niederschrieb.
Nach 47 Jahren islamischer Besatzung durch ein anti-iranisches Regime ist diese Rückbesinnung auf kulturelle Identität und Liebe zum Heimatland eine natürliche Gegenreaktion. Die Pahlavi-Ära steht für diese Liebe zum Heimatland, für Fortschritt, Freiheit und Wohlstand. Deshalb wurde „Javid Schah“ zum zentralen Protestslogan – und er besitzt die Kraft, dieses System zu Fall zu bringen.
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