Ich sage es deutlich: David Bowie fehlt
Ein Beitrag von
Es ist schon wieder zehn Jahre her. Am 10. Januar 2016 ist der britische Top-Musiker im Alter von nur 69 Jahren in New York City gestorben. Zwei Tage nach seinem Geburtstag – an Leberkrebs.
David Robert Jones, so hieß David Bowie bürgerlich, wurde in London geboren. London, Los Angeles, Berlin, New York – David Bowie war ein Mann der Großstadt. Als Musiker, Sänger, Produzent, Schauspieler und zudem cleverer Geschäftsmann erarbeitete sich Bowie ein geschätztes Vermögen von 100 Millionen Dollar. Zweimal war er verheiratet. Mit dem international erfolgreichen Top-Model Iman von 1992 bis zu seinem Tod vor zehn Jahren.

Bowie und Iman im Jahre 2005
Bowie in Berlin
1976 zog David Bowie nach Deutschland. Gemeinsam lebte er drei Jahre lang mit dem Musiker-Kollegen Iggy Pop in der Hauptstraße 155 in Berlin-Schöneberg. Eine Gedenktafel am Wohnhaus erinnert noch heute daran.

Gedenktafel für David Bowie in der Schöneberger Hauptstraße 155, Bowies früherem Wohnhaus
Beide machten das West-Berliner Nachtleben unsicher, samt der seinerzeit dazugehörigen Exzesse. David Bowie kam eigentlich aus Los Angeles nach Berlin, um seine Drogensucht zu bekämpfen. Schon damals war die Millionenstadt kein guter Ort dafür. Zumal die Diskotheken und Nachtclubs im Bowie-Kiez immer wieder lockten.
David Bowie bekam sein Leben dennoch wieder in den Griff. Er sang von „Heroes“ und „Helden“, in Englisch und auf Deutsch. Für mich war er selbst ein Held. Ich liebte seine Mega-Hits aus den 1980er-Jahren. „Let’s Dance“, „China Girl“ oder „Absolute Beginners“, noch heute drehe ich NIUS Radio lauter, wenn ein Song von Bowie läuft.

Bowie im Film „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“
Und wir sind dann Helden, für einen Tag
1987 feierte Berlin sein 750-jähriges Stadtjubiläum. Eigentlich feierten zwei Städte. In Ost-Berlin das übliche Propaganda-Programm mit SED-Bonzen. In West-Berlin unter anderem am Reichstag, der seinerzeit direkt an der trennenden Mauer stand. Genau dort fand ein legendäres Rockkonzert mit David Bowie, den Eurythmics und Genesis statt. RIAS Berlin übertrug es live im Radio und ich war einer der Moderatoren vor Ort. Ein unglaublicher Moment, mit einer unglaublichen Menschenmenge, die das Konzert sah. Auf West-Berliner Seite.

Unzählige Fans versammeln sich zu einem Konzert des britischen Rockmusikers David Bowie am 6. Juni 1987 vor dem Reichstagsgebäude in West-Berlin.
Auf der anderen Seite, in Ost-Berlin, versammelten sich ebenfalls viele Rockfans, die David Bowie, die Eurythmics und Genesis zumindest hören wollten. Volkspolizei und Staatssicherheit der DDR schritten dagegen ein. Der Zorn gegen den SED-Unrechtsstaat wuchs, vor allem bei den jungen Menschen. Rund zwei Jahre später fiel die tödliche Berliner Mauer.
Ich sage es deutlich: Auch David Bowie hat dazu beigetragen. Danke, David, dafür und für Deine Musik!
Mehr NIUS:
Jan Josef Liefers als Versöhner: Macht diesen Mann zum Bundespräsidenten!
Die neue Esskultur der Deutschen Bahn: Currywurst ohne Pommes, kein Speiseeis
Die Linke beweist auf ihrem Parteitag: Die SED ist nie untergegangen
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Mehr NIUS:
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Wegducken gilt nicht mehr: Die CDU muss vor der Wahl sagen, ob sie mit den Linken regieren würde
Die letzten Helden tragen Trikots
Gedenken an den 17. Juni: Die Einheit wurde uns nicht geschenkt
Andreas Dorfmann
Artikel teilen
Kommentare