Jubel-Show für den Kanzler: Wie ARD-Moderatorin Anna Planken Deutschland blamierte
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Es gibt Augenblicke, da weiß man gar nicht mehr, wohin man flüchten könnte! „Die 100 – Was Deutschland bewegt“ in der ARD war und ist in der Mediathek noch immer einer. Das DDR-Jubel-Fernsehen ist plötzlich wieder da, und man sitzt gelähmt vor Fassungslosigkeit vor dem Bildschirm und kann sich nicht erklären, wie ohne Stasi-Druck und Politbüro-Propaganda in einem freien Land so eine Sendung die Hürden zur Ausstrahlung überhaupt nehmen kann.
Moderatorin Anna Planken muss selbst wissen, wie man schmerzfrei eine mit albernen Schwarz-Rot-Gold-Hüten und Fähnchen ausgestattete Kleinstmenge zum Jubeln über die Regierung anfeuert. „Bedenke, dass dir am jüngsten Tag alle deine Filme wieder vorgeführt werden“, hat Charlie Chaplin einmal gesagt. Mit dieser Sendung dürfte es sehr eng werden am jüngsten Tag.

Inszeniert als Deutschland-Fan-Puppe kommt auch Friedrich Merz auf die ARD-Bühne.
Johlen fürs Land ...
Wenn Journalisten sich bemühen, Jubel für die eigene Regierung zu inszenieren, sind Land und Journalismus nicht mehr zu retten. Ein putziger Adler namens „Schlandi“ feuert das Studio-Publikum an, und Anna Planken feiert Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft, freut sich darüber, dass wir bei den Patenten weltweit auf Platz fünf liegen und nennt als Beispiel ausgerechnet die Biontech-Gründer und ihren Corona-Impfstoff.
Der eigentliche Hirn-Infarkt folgt erst noch: Die ESA plant (!) irgendwelche Kleinraketen, um Elon Musk Konkurrenz zu machen, obwohl dieser längst wiederverwertbare Raketen baut und ein Vielfaches an Satelliten zu deutlich niedrigeren Preisen ins All schießt. Das Ganze gipfelt in einer Jubel-Arie für die marode Infrastruktur in Deutschland, die Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit seinem 500-Milliarden-Euro-„Investitionspaket“ wieder in Schuss bringen will. La Ola für Mega-Schulden, La Ola für ein verfallenes Land, das seine Brücken und seine Bundeswehr auf den Hund kommen ließ und jetzt auf Kosten der Steuerzahler reparieren will.

Kritischer Journalismus? Im Team Merz wird sich über diese prominente These gewiss keiner beschweren.
... und das Blaue vom Himmel herunter lügen
Und die Jubel-Perser im Studio johlen auch noch, dass ihre Kinder Zins und Tilgung zahlen dürfen und Kanzler Merz von der Moderatorin als „Macher“ gefeiert wird, der ja zunächst noch etwas fremdelte mit der Verschuldung, aber jetzt mit vollen Händen das Geld ausgibt. Die gleichen Parteien, die es verbockt haben, bekommen bestellten Jubel von gebührenfinanzierten Animateuren, die auch noch das Blaue vom Himmel herunter lügen.
Es kann einem doch keiner erzählen, dass Anna Planken nicht weiß, dass der Rechnungshof die falsche, nicht-investive Verwendung der Mittel rügt, dass die Wachstumsaussichten alles andere als rosig sind und erst kürzlich das Who-is-Who der deutschen Ökonomen zum Stopp des Rentenpakets aufgerufen haben. Und dass die Beliebtheits- und Vertrauenswerte des Kanzlers die schlechtesten überhaupt sind, wird ihr auch nicht entgangen sein. Wie viel Schmerzensgeld kann man eigentlich bekommen für so eine Selbstverleugnung?

Sogar einen Hautfarben-Test haben die Sendungsverantwortlichen mit eingebaut. Unnötig und geschmacklos!
Das 500-Milliarden-Paket ist eine Tragödie für das Land, weil es versucht, die kaputten Straßen der Vergangenheit zu reparieren, anstatt in neue Wertschöpfung für die Zukunft zu investieren. Die ARD müsste sich für diesen Humbug öffentlich entschuldigen. Keine noch so böse Polarisierung oder Spaltung der Gesellschaft rechtfertigt solches Kreml-Kim-TV. Dass offenbar Macher und Verantwortliche nicht mal mehr ein Sensorium für solche Entgleisungen haben, ist nur noch erschütternd.
Wenn man denn etwas Gutes an diesem Schmierenstück finden will, dann, dass solch penetranter Propaganda-Beschuss niemals funktioniert, sondern regelmäßig nach hinten losgeht. Ein Tiefpunkt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bleibt es in jedem Falle.

Jubel oder Aufschrei? Darauf kam es an beim 500-Milliarden-Schuldenpaket.
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