Katholisches Bündnis kennt keine Gnade: Verbannung von AfD-Mitgliedern aus Kirchenämtern
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Wie weit reichen die Arme der christlichen Nächstenliebe? Schenkt man dem „Kompetenzzentrum Demokratie und Menschenwürde der Katholischen Kirche Bayern“ Glauben, dann liegt die AfD außerhalb des Radius der göttlichen Gnade.
Das katholische Bündnis KDM Bayern hat kürzlich in einer Pressemitteilung gefordert, AfD-Mitglieder von Kirchenämtern auszuschließen. Die Begründung? Die „im Kern menschenfeindliche Ideologie der AfD“ stehe „im fundamentalen Widerspruch zur christlichen Ethik“, so das Bündnis.
Zudem ruft das KDM Bayern dazu auf, bei den Landtagswahlen am 8. Oktober „für Parteien zu stimmen, die auf dem Boden demokratischer Grundüberzeugungen stehen und arbeiten“. Welche Parteien das sein sollen, wurde in der Pressemitteilung nicht konkretisiert.

Die katholische Kirche galt biser als konservativ, aber offen für alle Menschen
Die Forderung wirft Fragen zur Authentizität der christlichen Nächstenliebe auf, insbesondere wenn eine ganze politische Gruppe von der Kirche ausgeschlossen wird. Dieses Vorgehen zeigt die Zerrissenheit der Kirche zwischen politischem Aktivismus und spiritueller Führung und stellt die Universalität der christlichen Lehren infrage.
Hasst Gott die AfD?
Als türkeistämmiger Heide bin ich zwar kein Fachmann für christliche Theologie, aber ziemlich sicher, dass Jesus Christus eine Lehre der bedingungslosen Liebe vertrat. Er saß mit Zöllnern und Prostituierten am Tisch, heilte Kranke unabhängig ihrer Gesinnung und predigte Vergebung. Ist es nicht geradezu vermessen von der katholischen Kirche, eine politische Demarkationslinie einzuziehen?
Mörder, Pädophile und Räuber kommen in den Himmel, aber AfD-Mitglieder werden an der Pforte abgewiesen. Beginnt eine neue Ära der selektiven Nächstenliebe? Früher hätte die katholische Kirche Alice Weidel von der göttlichen Gnade ausgeschlossen, weil sie lesbisch ist. Heute kommt sie in die Hölle, weil sie AfD-Mitglied ist. Wie man’s macht, macht man’s falsch!
Trotz Fegefeuer: Kirchensteuer
In der Pressemitteilung bezieht das KDM Bayern klar Position: „Es gibt keine Brücke vom Christentum zur AfD!“ Eine finanzielle Brücke besteht aber weiterhin, denn auf das Geld von AfD-Wählern möchte die Kirche offensichtlich nicht verzichten. AfD-Anhänger ins Fegefeuer zu verbannen, ohne sie von der Kirchensteuer zu befreien, ist der Gipfel der Heuchelei.
Wäre ich ein katholischer AfD-Wähler, dann würde mich diese Pressemitteilung jedenfalls dazu veranlassen, umgehend aus der Kirche auszutreten.
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