Koranverbrennungen: Der drohende Flächenbrand
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Am Montag brannte es mal wieder in Schwedens Hauptstadt Stockholm, und dieses kleine Feuer könnte sich zu einem Flächenbrand entwickeln.
Wieder war es der Exil-Iraker Salwan M., unterstützt von Salwan N. am Megafon, der auf dem Platz vor dem schwedischen Parlament eine Ausgabe des Koran verbrannte. Bilder religiöser Führer traktierte er mit Tritten.
Die schwedischen Sicherheitsbehörden hatten die angekündigte Aktion als Demonstration gebilligt, „… nicht aber ihren Inhalt“, wie aus Regierungskreisen zu hören war.
Dieser Akt fällt in eine Zeit, in der jede Störung der ohnehin gefährdeten Ordnung im west-östlichen Sicherheitsgefüge weitreichende Konsequenzen hat. Gerade war die Türkei nach langem Zaudern bereit, den Schweden doch noch den so wichtigen Weg in die Nato freizumachen. Präsident Erdogan hatte seine Erpressungsversuche aufgegeben, nachdem ihm die Lieferung von amerikanischen F-16 Kampfflugzeugen zugesichert worden war. Das Parlament in Ankara hat die Beitritts-Genehmigung allerdings noch nicht erteilt.

Wieder war es der Exil-Iraker Salwan M., unterstützt von Salwan N. am Megafon, der auf dem Platz vor dem schwedischen Parlament eine Ausgabe des Koran verbrannte. Bilder religiöser Führer traktierte er mit Tritten.
Vorvergangene Woche hatten die gleichen Iraker schon vor der irakischen Botschaft einen Koran verbrannt. Kurz zuvor war das Gleiche vor einer Moschee in Stockholm geschehen, was den Sturm religiöser Fanatiker auf die schwedische Botschaft in Bagdad zur Folge hatte.
Es ist schwer zu verstehen, dass die neue rechtskonservative Regierung unter Ulf Kristersson nicht mit harter Hand durchgreift. Sieht man dort nicht die Gefährdung durch derartige Vorfälle?
Die Meinungsfreiheit hat im ultra-liberalen Schweden einen hohen Stellenwert. Das ist gut. Auch die Freiheit der Religion wird hochgehalten. Ebenso gut. Doch hierfür die Sicherheit der Bevölkerung aufs Spiel zu setzen, scheint doch ein zu hoher Preis zu sein. Racheakte werden sich – so lehrt die Geschichte – nicht auf westliche Einrichtungen in muslimischen Ländern beschränken.
Am Sonntag hatte Ministerpräsident Kristersson noch erklärt, eine Analyse der Rechtslage und des Ordnungsrechts laufe bereits, „… um die nationale Sicherheit zu stärken“. Die schwedische Polizei ist ans Ordnungsrecht gebunden, darf Veranstaltungen genehmigen – der Inhalt geht sie jedoch nichts an.
Hier ist aber schnelles Handeln nötig. Die Regierung muss verstehen, in welch bedrohliche Lage sie durch ihr zögerliches Verhalten nicht nur das eigene Land bringt. Für die islamistischen Kräfte ist nicht allein Schweden der Täter durch Unterlassen – der gesamte Westen ist der Erzfeind.
Der Koran ist wie die Bibel, der Talmud, der Kanpur oder der Granth Sahib die Heilige Schrift und das spirituelle Zeugnis einer Religionsgemeinschaft. Dies muss unbedingt respektiert werden. Die Zerstörung solcher Symbole ist die höchste Form der Beleidigung einer Religion und keinesfalls zu tolerieren.
Andererseits müssen sich die Schriften in sich ändernden, immer aufgeklärteren Zeiten auch gefallen lassen, kritisch hinterfragt zu werden. Auch auf die Gefahr ihres Missbrauchs hin. Mit Maß und Anstand, ohne Verletzung der Würde der Gläubigen.
Ohne den Respekt vor dem Anderen verliert der Schutz scheinbar so ähnlicher, und doch so konträrer Grundrechte wie Meinungs- und Religionsfreiheit seine Rechtfertigung – und damit seine Wirkung.
Es ist zu hoffen, dass der drohende Flächenbrand doch noch verhindert werden kann.
Dieser Text ist ein Auszug aus dem täglichen NIUS-Newsletter von Chefredakteur Jan David Sutthoff (hier anmelden).
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