Krebs-Forscher wollen Zigaretten im Supermarkt verbieten
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Da raucht mir doch der Schädel! Weil Zigaretten schlecht für die Gesundheit sind, sollen sie nicht mehr in Supermärkten und Tankstellen verkauft werden dürfen.
Das fordern Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Ehrenwerte, seriöse Menschen von einem ehrenwerten Institut, ich weiß. Gemeinsam mit dem „Aktionsbündnis Nichtrauchen“ formulierten sie einen Brief an Bundestagsabgeordnete der Regierungsfraktionen, dass Tabakprodukte und E-Zigaretten künftig nur noch in lizensierten Fachgeschäften verkauft werden dürften. Sie erinnerten an den Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP, in dem vereinbart wurde, den Vertrieb für nikotinhaltige Produkte gesetzlich einzuschränken.

Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).
So weit, so gut. Natürlich sind Zigaretten nicht gesund. Andere Rauchwaren auch nicht. Und der Weg von der verrauchten Kneipe, nach deren Besuch man seine Klamotten 24 Stunden raushängen musste, weil sie so nach Rauch stanken – bis zu strengen Rauchverboten in allen öffentlichen Gebäuden – war ein langer. Es war die Welt von gestern, und sie war nicht besser, wie so oft. Aber sie war freier.
Und das ist es, was mich stört. Und dass ich das ausgerechnet an Zigaretten fest mache? So ist das halt, irgendwann hat man genug von neuen Verboten, Anordnungen, Geboten. Ein Freund von mir drückt aus, was Millionen Menschen denken, davon bin ich überzeugt: „Sollen sie uns doch endlich zufriedenlassen mit immer neuen Vorschriften. Wenn ich was mache, was für mich ungesund ist, dann ist das doch meine Sache. Solange ich keinem anderen schade, kann ich doch tun, was ich will …“
Wer rauchen will, besorgt sich seine Zigaretten sowieso
Zigaretten unter die Leute bringen, ja oder nein – darüber ist die Aldi-Dynastie fast zerbrochen. Karl Albrecht wollte in den 60er Jahren Tabak-Waren in das Aldi-Sortiment aufnehmen, sein Bruder Theo nicht. Aldi zerfiel in Nord und Süd. Zu der Zeit gab es bereits 300 Aldi-Filialen mit einem Bruttoumsatz von rund 90 Millionen Mark.

Ein Verbot von Zigaretten ist absurd.
Die „gesunde Brüderkonkurrenz“, wie es damals hieß, blieb bis zu Theo Albrechts Tod im Jahr 2010 erhalten. Übrigens: 2003, also noch zu Lebzeiten beider Brüder, nahm Aldi Süd Tabakwaren ins Sortiment auf. Zigaretten haben die Brüder wieder vereint – auch über den Tod hinaus.
In dieser Kolumne darf ich über mich selbst sprechen, auch übers Rauchen. Damit habe ich Mitte 20 aufgehört und seitdem nie wieder eine Zigarette angerührt. Es geschah, weil ich Rauchen plötzlich ekelig fand. Da musste mir keiner was sagen. Das wusste ich selbst. Und deshalb bin ich gegen Zigarettenverbot in Supermärkten. Wer rauchen will, besorgt sich seine Zigaretten sowieso.
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