Liebe Männer, wir Frauen brauchen euch noch!
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Die Tagesspiegel-Autorin Joana Nietfeld rät: „Männer, strengt euch an!“ Denn: „Frauen brauchen euch nicht mehr.“
Männer, so Nietfelds Diagnose, „sind nicht mehr angesagt. Ihre Welt nicht, ihre Werte nicht, ihre Logiken nicht. Männlichkeit ist lächerlich, rückwärtsgewandt, verstaubt. Die Zukunft hingegen ist progressiv, aufregend, weiblich.“ Auch die Hetero-Zweier-Beziehung habe ihren praktischen Nutzen verloren, jedenfalls für Frauen: „Sie brauchen sie nicht mehr für Status, Geld, sexuelle Befriedigung, soziale Teilhabe oder das Kinderkriegen.“
Nietfeld steht mit ihrer Einschätzung nicht allein. Die ARD-Moderatorin Anja Reschke, die in ihrem Politsatire-Format Reschke Fernsehen laut Selbstbeschreibung „überraschende Sichtweisen zum Lachen“ bietet, rechnete vor: „Saufen, prügeln, Wirtschaftskriminalität: Meistens sind es Männer, die der Gesellschaft unnötige Mehrkosten bereiten.“ Ihre Bilanz: „Vielleicht sind doch Männer das schwächere Geschlecht“.

„Männer, strengt euch an!: Frauen brauchen euch nicht mehr“, schreibt Joana Nietfeld im Tagesspiegel.
Viel beschworen und besungen: das Ende der weiblichen Abhängigkeit
Der Mann als solcher hat heute keinen guten Ruf mehr, das gilt auch in der Popkultur. Miley Cyrus singt: „I can buy myself flowers, write my name in the sand, talk to myself for hours (…) yeah, I can love me better than you can“. Und der linke Feminismus pflichtet ihr bei: „Eine eigenbrötlerische Narzisstin, die ihren eigenen Namen in den Sand schreibt und mit sich selbst spricht, ist allemal besser als eine Frau, die eine Beziehung mit einem Mann führt!“
Auch im Fall von Barbie erfuhr die Weltöffentlichkeit anlässlich der Verfilmung im letzten Sommer: Sie liebt Ken nicht. Was schon deshalb bedrückend ist, weil in der Welt von Barbie nur ein Mann zur Verfügung steht, und das ist Ken.
Bemerkenswert am Tagesspiegel-Text ist das Fazit, zu dem Nietfeld gelangt: Wenn Frauen und Männer einander nicht mehr brauchen und die gegenseitige Abhängigkeit verlieren, dann können „sie sich tatsächlich irgendwann auf Augenhöhe begegnen, ohne ein Machtgefälle, das zwar oft außerhalb ihrer Beziehung entsteht, sich aber auch innerhalb davon zementiert. In so einem Szenario wollen Männer und Frauen nichts Zweckgebundenes mehr voneinander.“
Das Ende der weiblichen Abhängigkeit ist ein jahrzehntealtes Versprechen des Feminismus. Es muss jedoch auf ewig eine Chimäre bleiben. Denn die weibliche Abhängigkeit ist nichts anderes als eine Spielart der menschlichen Abhängigkeit, die uns alle von der Geburt bis zum Tod begleitet: Kinder sind abhängig von ihren Eltern, die ihr Überleben sichern. Eltern sind, spätestens im Alter, abhängig von ihren Kindern. Ehepartner sind abhängig von der Liebe und Verlässlichkeit des anderen. Freunde sind abhängig davon, dass ihr Vertrauen nicht ausgenutzt wird, sonst kann keine Freundschaft bestehen bleiben. Je zivilisierter ein Land ist, je komplexer sein soziales Netz, desto filigraner ist auch das Netz der gegenseitigen Abhängigkeiten gestrickt. Und das ist nichts Schlechtes.
Natürlich ist es ein Erfolg des Feminismus, dass Frauen heute auch ohne Mann leben, ihr Einkommen bestreiten und in jeglicher Hinsicht selbstbestimmt leben können. Doch je freier Frauen werden, desto verzweifelter sucht der linke Feminismus nach Themen und versteigt sich zu bizarren Behauptungen wie jener, dass Männer im Leben der Frauen überflüssig würden.
Es nennt sich Biologie
Die entscheidende Abhängigkeit zwischen Männern und Frauen entsteht nicht durch Lohnungleichheit oder vermeintliche gesellschaftliche Unterdrückung von Frauen, sondern durch einen einfachen Umstand: Die meisten Menschen sind heterosexuell und möchten zudem eine Familie gründen, und das geht nun einmal deutlich besser, wenn sich ein Mann und eine Frau zusammentun, als in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Beide Geschlechter sind also, wenn sie ihre Lebensplanung verwirklichen wollen – und nebenbei den Fortbestand unserer Spezies sichern –, auf das andere Geschlecht angewiesen. Das nennt sich Biologie, ist bei manchen Feministinnen aber in Verruf geraten.
Miley Cyrus mag eine Weile glücklich sein zwischen all ihren Blumenbouquets. Dann wird sie anfangen, sich nach Kindergeschrei zu sehnen. Oder mindestens nach jemandem, mit dem sie die Blumen gemeinsam ansehen kann. Selbst linke Feministinnen spüren insgeheim, dass in der Abkehr von menschlicher Abhängigkeit und der Verteufelung von Männlichkeit nicht die Lösung liegt.

Miley Cyrus bei den Grammies
Der linke Feminismus liebt den Islam
Auch wenn diese Erkenntnis oft versteckt zutage tritt. So lässt sich gerade bei Feministinnen, die ihre Emanzipation besonders stolz vor sich hertragen, eine Schwärmerei für brutale Gangster-Rapper beobachten. Ebenso verschließen sie auffällig oft die Augen vor Gewalt gegen Frauen, sobald diese einem migrantischen Milieu entspringt. Die unwahrscheinliche Koalition des linken Feminismus mit dem Islam ist ein Beleg dafür, wie groß der Wunsch dieser Frauen nach männlicher Stärke ist: Das Patriarchat, eigentlich überwunden, darf unter dem politisch korrekten Siegel der „Vielfalt“ neu erblühen.
Man fragt sich angesichts dessen, ob sich nicht ein Mittelweg finden ließe zwischen Männern, die Frauen nur verschleiert ertragen, und Hafermilch-Hipstern, die ihrer Partnerin anbieten, das gemeinsame Kind auszutragen, damit die Karriere der Frau nicht durch den Mutterschutz unterbrochen wird.
Eine moderne Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie die gegenseitigen Abhängigkeiten fair ausbalanciert. Nicht dadurch, dass sie sie abschafft. Denn wer sich von nichts und niemandem abhängig machen will, wer sein Herz an nichts hängt, der steht am Ende allem gleichgültig gegenüber.
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