Özdemir will Staats-Rezepte – und beweist, dass die Grünen einfach eine Verbots-Partei sind
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Der Europäische Rat (Vertretung der EU-Mitgliedsländer) hat diese Woche eine neue Richtlinie abgesegnet: Marmeladenkonfitüre muss pro Kilo mindestens 450 Gramm Obst enthalten, außerdem treten neue strengere Verordnungen für Honig und Fruchtsäfte in Kraft.
Eine gute Woche für den grünen Landwirtschaftsminister Özdemir – er liebt bekanntlich Verordnungen und Verbote. Aber der Minister hat selbst noch was im Koffer, den Koffer hat er schon geöffnet. Was da zum Vorschein kommt, hat es in sich – und betrifft Millionen Menschen. Nämlich uns alle. Der Bundesminister der Grünen will eine Reform der Lebensmittelrezepturen in deutschen Supermärkten. Und beweist damit, dass die Grünen eben doch eine Verbotspartei sind.
Özdemir will neue Ernährungsgewohnheiten fürs Volk
Özdemir hat das Max-Rubner-Institut in Karlsruhe beauftragt, neue Rezeptvorgaben zu entwickeln, mit denen man die Ernährungsgewohnheiten der ganzen Bevölkerung umstellen kann. Die Umsetzung dieser Rezepte soll bis zum Jahresende erfolgen. Es geht um Zuckerreduzierung bei Tiefkühlpizzen, Cola, Joghurt, Soßen, Keksen, Wurst, Müsli und vielem mehr.

Zu viel Zucker in unseren Lebensmitteln. Ernährungsminister Cem Özdemir will das ändern.
Gero Hocker, Agrar-Experte der FDP in Bild: „Unternehmen produzieren, was am Ende über die Ladentheke geht. Und gerade bei Fertigprodukten wollen die Leute schnell eine leckere Mahlzeit auf dem Tisch haben. Damit sollten Politiker kein Problem haben.“
„Iss Kind, damit du groß und stark wirst“
Grünen-Minister Özdemir will also die Ernährung von Millionen Menschen kontrollieren – Staatsrezepte im Supermarkt. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Das ist nicht falsch, das ist irre. Zur Erklärung erlaube ich mir einen Blick zurück. In den 50er und auch Anfang der 60er Jahre entdeckten die Deutschen Lebensmittel in den Supermärkten, die es bis dahin nicht gegeben hatte. Die Rezepte, die meine Mutter in einem roten Büchlein hinterlassen hat, stammen meist noch von vor der Zeit des Wirtschaftswunders. Selbstverständlich gehörten dazu als Nachtisch Pfirsiche, Mandarinen oder Ananas – alles aus der Dose. Als diese Früchte für alle erschwinglich, frisch und in echt in die Supermärkte kam, fühlte man sich wie in einem Schlaraffenland.

Ein Hoch auf das Dosen-Obst: So sah der Lebensmitteleinkauf 1962 aus.
Zu Hause gab es einen Grundsatz: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Essen war eben wertvoll, Essen warf man nicht weg. Und meine Mutter sagte den Satz, den so ähnlich wohl alle Mütter der Welt sagten: „Iss Kind, damit du groß und stark wirst.“
Ich weiß nicht, was mit einem Minister damals passiert wäre, der den Deutschen vorgeschrieben hätten, was sie essen sollen und was nicht. Ich glaube, der wäre nicht lange geblieben. Landwirtschaftsminister waren damals so, wie alle sein wollten, aber oft nicht konnten: Wohl genährt, rosige Haut – man sah, dass es ihnen gut ging, dass sie gesund waren und dass ihnen alles schmeckte, wonach sich die Deutschen in diesen Jahren sehnten: große Teller mit viel drauf, gerne Schweinefleisch, gerne ein oder mehrere Gläser Bier dazu.
Nun will unser aktueller Landwirtschaftsminister also den Deutschen den Geschmack verderben. Was besonders gut schmeckt, muss verändert werden. Ich mag mir keine Kekse mit wenig Zucker vorstellen, die gibt’s ja heute schon. Nur isst sie kaum einer. Die meisten Menschen mögen ihre Kekse süß. Dass da viel Zucker drin ist, wissen alle. Dafür braucht man keinen Verbots-Minister.
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