Radikaler Klimaschutz: Nur noch nervig
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Bis vor nicht allzu langer Zeit waren Klimaschützerinnen wie Luisa Neubauer, Greta Thunberg und ihre Kolleginnen noch häufiger in Talkshows zu sehen als Dauergast Karl Lauterbach. Ohne Greta oder Luisa war keine Diskussionsrunde vollständig. Nun scheinen sie verschwunden zu sein. Fragen Sie sich auch, wo sie geblieben sind?
Ihre Abwesenheit könnte daran liegen, dass die Unterstützung für ihr Anliegen wackelt. Hatten sie und ihre „Fridays For Future“ vor Monaten noch jeden Freitag Hunderttausende auf die Straße gelockt, scheint sich die Bewegung in Luft aufgelöst zu haben – ersetzt durch die Klima-Kleber der „Letzten Generation“.
Anscheinend nicht der schlaueste Move: Das Meinungsforschungsinstitut Kantar Public hat im Auftrag der Organisation „More in Common“ (setzt sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt ein) erstaunliche Ergebnisse an den Tag gebracht: 66 Prozent der repräsentativ Befragten unterstützen die Umweltbewegung überhaupt nicht. Sieben von acht Deutschen gehen die Protestaktionen der „Letzten Generation“ deutlich zu weit, sie lehnen sie konsequent ab. Innerhalb von knapp zwei Jahren hat sich die Unterstützung der radikalen Klimaschützer und ihrer Aktivitäten halbiert.´
Klimaschutz ist den weitaus meisten der 2000 Befragten sehr wichtig, jedoch sind sie nicht mit den immer fragwürdigeren Methoden einverstanden.
Lange galt der Grundsatz „Der Zweck heiligt die Mittel“, und dieser Claim war vielen Rechtfertigung genug für sinnfreie Aktionen wie das Abseilen von Autobahnbrücken oder das Lahmlegen des Berufsverkehrs in der Rushhour. Was als Schülerstreich begann, hat aber Dimensionen angenommen, die für die meisten Deutschen nicht mehr zu tolerieren sind.
Anscheinend jedoch ist zumindest ein Hauch von Vernunft eingekehrt in den Nebel des Klima-Protests. Nötigung, Erpressung, Sachbeschädigung sind eben doch keine Kavaliersdelikte und werden nun endlich als das wahrgenommen, was sie sind: ernstzunehmende Straftaten.
Weitsichtige werden nun sagen, es war nur eine Frage der Zeit, wann die Sinnlosigkeit des aggressiven Klima-Kampfs durchschlagen würde. Dafür allerdings hat sich der blinde Aktionismus sehr lange halten können. Einen gewissen Charme kann man den jugendlichen Kamikaze-Aktionen ja auch nicht absprechen. Allerdings nur dann, wenn sie Aussicht haben, Entwicklungen positiv zu beeinflussen. Wenn die Störungen im Empfinden der Bürgerinnen und Bürger Überhand nehmen und den Schutz der Einzigartigkeit oder den Reiz des Außergewöhnlichen verlieren, wenden die Menschen sich ab.
Klimaschutz ist ein wichtiges Anliegen, keine Frage. Aber bitte konsequent und mit den richtigen Mitteln.
Dieser Text ist ein Auszug aus dem täglichen NIUS-Newsletter von Chefredakteur Jan David Sutthoff (hier anmelden).
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