Reagenzglas statt Sex – warum Promis das Eizellen-Einfrieren feiern
Ein Beitrag von
Was haben Influencerin Caro Daur, GNTM-Siegerin Kim Hnizdo und Moderatorin Evelyn Burdecki gemeinsam? Sie sind Anfang bis Mitte 30, schön und erfolgreich. Und sie wollen ihre Familienplanung offenbar nicht in die Hände des Zufalls legen. Daher haben sich alle drei öffentlich dazu bekannt, Eizellen eingefroren zu haben.
Keine Frage: Social Freezing zur Familienplanung ist im Trend, nicht nur in Deutschland. Paris Hilton und Schauspielerin Sienna Miller haben’s getan. Jetzt ziehen immer mehr prominente Frauen nach:
Vor kurzem postete Caro Daur für ihre 4,5 Millionen Follower ein Foto im Glitzerkleid und mit einer Hormonspritze, ein weiteres in einer Klinik. Offen schreibt sie über die Behandlung: Ein synthetisches Hormon wird beim Einfrieren von Eizellen verwendet, um den Zyklus zu steuern und das Wachstum der Follikel zu befeuern. Anschließend werden 10–20 reife Eizellen entnommen und eingefroren.

Caro Dauer mit der Spritze auf Instagram
Für viele Frauen gilt eine Schwangerschaft als Karrierebremse. Fakt ist aber auch: Eine Super-Influencerin wie Caro Daur könnte auch als Mutter viel Geld verdienen, falls sie das wollte. Unverhohlen ruft die Frau, die Gerüchten zufolge mehrere Jahre lang mit Moderator Tommi Schmitt liiert war, ihre Follower zum Nachahmen auf: „Ihr seid nicht alleine. Unsere Körper sind wirklich unglaublich – und auch ihr könnt das tun.“
Social Freezing verspricht Freiheit, verkennt aber die natürlichen Voraussetzungen, dass eine Frau zwischen 20 und 30 am fruchtbarsten ist. Zudem nimmt die Gesamtzahl an Eizellen von Jahr zu Jahr ab, die Qualität ebenso: Bei einer 30-Jährigen sind rund zwei Drittel der Eizellen intakt, bei einer 40-Jährigen nur noch knapp die Hälfte. Den Eingriff sollten Frauen also früh planen und dann nicht allzu lange warten.
Tägliche Hormonspritzen zur Vorbereitung
Evelyn Burdecki ist 37 und macht ihren Kinderwunsch schon lange öffentlich. Doch der passende Traummann fehlt zur Familiengründung. Daher wählt auch der Reality-Star Social Freezing und sagt gegenüber der Bild-Zeitung: „Andere haben Lipgloss in der Tasche – ich bald Spritzen, alles für meine Eizellen! Man spritzt sich die Hormone selbst ins Bauchfett, ähnlich wie bei Insulin. Das macht man über 10 bis 14 Tage, jeden Tag.“ Sie fühle sich durch ihre Entscheidung freier und weniger unter Druck gesetzt, so Burdecki.

Reality-Sternchen Evelyn Burdecki
Kim Hnizdo ist 30 Jahre alt. Dennoch hat sich die Siegerin von Germany’s Next Topmodel 2016 dazu entschieden, ihre Eizellen einfrieren zu lassen. Im Interview sagt das Model, jetzt könne man Karriere, Reisen oder persönliche Entwicklung priorisieren, ohne Angst vor einer tickenden Uhr.
Design-Projekt für wohlhabende Single-Frauen
Die Natur scheint durch Social Freezing ausgehebelt. Eine Altersgrenze sieht die Gesetzgebung nicht vor. Doch wichtig ist eben auch, die Schwangerschaft auszutragen und ein Kind großzuziehen – und das wird mit zunehmendem Alter nicht leichter. Außerdem ist die Behandlung teuer und daher vor allem für privilegierte Frauen geeignet. Denn die Hormonstimulation kann sich über mehrere Zyklen erstrecken, Kosten von 10.000 Euro pro Jahr können da schon mal zusammenkommen – die Lagerung noch nicht eingerechnet. Liegt keine medizinische Indikation wie zum Beispiel eine Chemotherapie vor, zahlen die Krankenkassen meist nicht.
Aus dem Wunschkind wird ein Design-Projekt für wohlhabende Single-Frauen. Es ist ein Hype, der Selbstbestimmung verspricht, am Ende aber vor allem eines schwächt: die Familie.
Auch bei NIUS:
Wenn Promis übers Muttersein jammern
Mehr NIUS:
Jan Josef Liefers als Versöhner: Macht diesen Mann zum Bundespräsidenten!
Die neue Esskultur der Deutschen Bahn: Currywurst ohne Pommes, kein Speiseeis
Die Linke beweist auf ihrem Parteitag: Die SED ist nie untergegangen
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Mehr NIUS:
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Wegducken gilt nicht mehr: Die CDU muss vor der Wahl sagen, ob sie mit den Linken regieren würde
Die letzten Helden tragen Trikots
Gedenken an den 17. Juni: Die Einheit wurde uns nicht geschenkt
Melanie Grün
Artikel teilen
Kommentare